SPD-ANTRAG

Herrscht in Anklam bald Klimanotstand?

Drei Städte in MV haben bisher den Klimanotstand ausgerufen. Das ist vor allem ein symbolischer Akt. Ein Schritt, den die Stadt Anklam dennoch machen sollte, findet nicht nur das Jugendparlament.
Christian Johner Christian Johner
Das Anklamer Jugendparlament ist der Meinung, dass in Anklam der Klimanotstand ausgerufen werden sollte.
Das Anklamer Jugendparlament ist der Meinung, dass in Anklam der Klimanotstand ausgerufen werden sollte. Christian Johner
Auch in Anklam gingen junge Menschen für das Klima auf die Straße.
Auch in Anklam gingen junge Menschen für das Klima auf die Straße. Philipp Schulz
Anklam.

Kaum ein Thema wurde in den vergangenen Wochen bundesweit so heiß diskutiert wie die aktuelle Umwelt- und Klimapolitik. Das Anklamer Jugendparlament hat sich nun auf die Fahnen geschrieben, diesem Thema auch lokal eine größere Bedeutung beizumessen. Die Jugendlichen sehen die Stadtvertretung in der Pflicht: „Das Jugendparlament der Hansestadt Anklam fordert die Anklamer Stadtvertretung auf, umgehend den Klimanotstand für Anklam auszurufen. Alle bisherigen Programme und Maßnahmen sind nicht ausreichend“, heißt es in einer Pressemitteilung des Anklamer Jugendparlaments. Ein klares und glaubwürdiges Bekenntnis soll es von den Stadtvertretern geben.

Nach Rostock, Greifswald und Ludwigslust wäre Anklam die vierte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern, die den Klimanotstand ausrufen würde. „Dabei ist die Ausrufung des Klimanotstandes selbst lediglich ein symbolischer Akt und hat keine rechtlich bindende Wirkung. Jedoch soll er zum Ausdruck bringen, dass sich die Hansestadt Anklam, auch angesichts der bei uns stattfindenden „Fridays for Future“-Aktionen, zu seiner Verantwortung für den Klima-, Arten- und Umweltschutz bekennt“, sagt der Vorsitzende des Jugendparlamentes, Domenik Thrun. Die Entscheidungen der Hansestadt sollen künftig auf ihre Klimaverträglichkeit überprüft werden. Das Jugendparlament spricht dabei von einer Vorreiterrolle, die Anklam einnehmen könnte. „Anklam sollte ein leuchtendes Vorbild für viele Städte in Deutschland sein“, sagt Thrun. Auch das Jugendparlament selbst will seinen Beitrag dazu leisten. „Wir möchten mit verschiedensten Projekten und Maßnahmen, die von uns aus geplant sind, mitwirken“, so Thrun.

Anklamer Hansefest besonders klimaunfreundlich

Schon bald werden sich die Fraktionen in dem Anklamer Stadtparlament mit dem Thema wohl beschäftigen müssen. Während die beiden stärksten Fraktionen in der Anklamer Stadtvertretung, die IfA (Initiativen für Anklam) und die CDU, auf Nachfrage des Nordkurier zum ersten Mal von der Forderung des Jugendparlamentes hörten, hat die SPD für die nächste geplante Stadtvertretersitzung am 22. August einen Antrag zum Ausruf des Klimanotstandes in Anklam eingereicht. „Wir haben schon seit einigen Wochen fraktionsintern über dieses Thema gesprochen. In den nächsten Wochen wollen wir mit den anderen Fraktionen dazu Gespräche führen, um eine breite Mehrheit für diesen Beschluss zu bekommen“, sagt SPD-Stadtvertreter Christopher Denda. Ein konkreter Punkt in dem Antrag ist, dass die Hansestadt der Eindämmung der Klimakrise und ihrer Folgen höchste Priorität zuschreiben soll.

Darüber hinaus sieht der Antrag vor, dass Bürgermeister Michael Galander und die Geschäftsführungen der Gesellschaften mit städtischer Beteiligung Auskunft geben. Die Geschäftsführer sollen berichten, inwiefern die von ihnen geführten Gesellschaften bereits aktiv Klimaschutz betreiben und, welche weiteren Möglichkeiten in den kommenden Jahren ergriffen werden sollen. Der Bürgermeister soll halbjährlich über Fortschritte und Schwierigkeiten bei der Reduktion der Emissionen Bericht erstatten.

Apropos Emission – besonders klimaunfreundlich dürfte das Anklamer Hansefest sein. Auch bei dem wichtigsten Volksfest in der Region denkt die SPD über klimafreundliche Schritte nach. „Dass das Hansefest ganz ausfällt, ist keine Option. Es ist ein Höhepunkt für die Region. Aber wir werden uns bei der Auswertung des diesjährigen Hansefestes sicherlich die Frage stellen, inwiefern man es nachhaltiger machen und ökologischer gestalten kann. Eine Idee ist, Bio-Einweggeschirr einzuführen und man muss sich auch die Frage stellen, ob ein Höhenfeuerwerk noch die beste Idee ist oder ob es dafür Alternativen gibt“, so Christopher Denda.

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Kommentare (3)

https://www.youtube.com/watch?v=1RVKF08PgB8

Wer ist denn "das Anklamer Jugendparlament" und durch wem legitimiert? Ist es ein Verein, wie der Flüchtlingsrat, die Umwelthilfe oder sowas?

Notstand ist der Zustand gegenwärtiger Gefahr für rechtlich geschützte Interessen. Ich frage mich welche gegenwärtige Gefahr für Anklam besteht? Richtig....keine. Wenn dieses "Jugendparlament" also einen symbolischen Akt setzen wollen dann sollen sie Müll um Anklam sammeln.