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Herzogin schaut persönlich vorbei

Pastor Bernd-Ulrich Gienke freute sich über den Besuch der Herzogin. Julia Schindel war in die Rolle der Hoheit geschlüpft.

Es gibt Termine, die lassen sich auch Königliche Hoheiten nicht nehmen. Und so schritt Sophia Hedwig, die Herzogin von Pommern Wolgast, höchst persönlich ...

Es gibt Termine, die lassen sich auch Königliche Hoheiten nicht nehmen. Und so schritt Sophia Hedwig, die Herzogin von Pommern Wolgast, höchst persönlich die Kirchbankreihen ab, um an der Seite von Pastor Bernd-Ulrich Gienke die jüngste Ausstellungseröffnung mit zu erleben.
Nicht allein durch ihr Erscheinen versetzte sie die Gäste ins Staunen. Schließlich hatte sie auch Geschenke mitgebracht und machte damit ihrem Namen als großherzige und großzügige Herzogin alle Ehre. Jeder bekam einen Taler überreicht. Der wanderte aber nicht, wie es sicher vor 420 Jahren der Fall gewesen wäre, in die Familien-Schätzekiste, sondern direkt in den Mund. Denn eben so wenig wie es sich beim Einmarsch um eine echte Herzogin handelte – die Kita-Erzieherin Julia Schindel war in das herzögliche Kostüm geschlüpft –, handelte es sich um echte Silbertaler sondern um eine Süßigkeit.
Doch Spaß muss sein, auch wenn es um ein Thema geht, das nun schon 421 Jahre zurückliegt und doch nie in Vergessenheit geraten sollte. „Denn die Loitzer Herzogin Sophia Hedwig hat sich unermüdlich für die Menschen in Pommern eingebracht. Gemeinsam mit ihrem Mann Herzog Ernst-Ludwig (1545-1592) förderte das Paar Wirtschaft und Lehre – zahlreiche Gelder flossen in die Greifswalder Universität.
In der Loitzer Marienkirche ist nun eine Ausstellung zu sehen, die Einheimische und Sommergäste, die in der Stadt Station machen, auf das Leben und Wirken von Herzogin Sophia Hedwig aufmerksam machen soll. „Wir wollen die Geschichte der Frau, die in der Region einst eine wichtige Rolle gespielt hat, niemals in Vergessenheit geraten lassen“, sagte Pastor Bernd-Ulrich Gienke in seiner Eröffnungsrede. In mühevoller Kleinarbeit hat Hella Schumacher im Rahmen einer Bürgerarbeitsstelle bei der Hospitalstiftung Herzogin Sophia Hedwig Zahlen, Fakten und Fotos zusammengetragen, die jetzt auf mehreren Tafeln zu sehen sind. Ausstellungsbesucher erhalten ein Begleitheft, das sie mit zusätzlichen Informationen versorgt.
Zu Ehren der Herzogin, die von 1592 bis 1631 in Loitz lebte, erklang im Rahmen der Ausstellungseröffnung ein von Kantor Michael Jandek eigens für sie komponiertes Musikstück. Der Chor, begleitet von Instrumentalisten des Philharmonischen Orchesters Greifswald, vollbrachte unter der Leitung von Michael Jandek eine beachtenswerte musikalische Leistung.
Nachdem der Kopf mit vielen geschichtlichen Informationen versorgt war, sollte es auch dem Bauch gut gehen. Schließlich feierte die Kirchgemeinde im Anschluss an die Eröffnung vor St-Marien ein gemütliches kleines Fest mit Gulasch aus dem Kessel der Loitzer Feuerwehr und reichlich gutem Selbstgebackenem.