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Hilfe! Schlagloch an Schlagloch: Wer rettet endlich unsere Straßen?

Verschwinden bald ganze Autos in den Schlaglöchern? So wie hier auf der Kreisstraße zwischen Völschow und Kruckow gibt es einige Strecken im Amtsbereich Jarmen-Tutow, die den Namen Straße kaum noch verdienen. Stellenweise reiht sich dort eine Lücke im Asphalt an die nächste.  FOTO: Stefan Hoeft

VonStefan HoeftDer lange Winter hat die Schäden an den Straßenund Wegen im Amtsbereich Jarmen-Tutow teils erheblich vergrößert.Doch was wirklich repariert ...

VonStefan Hoeft

Der lange Winter hat die Schäden an den Straßen
und Wegen im Amtsbereich Jarmen-Tutow teils erheblich vergrößert.
Doch was wirklich repariert werden kann und wann, steht noch nicht fest. Derzeit läuft die Bestandsanalyse.

Jarmen/Tutow.Dank der kontinuierlichen Ausbesserung in den Vorjahren steht es im Raum Jarmen um Gemeindestraßen offenbar meist deutlich besser als um einige Pisten unter Hoheit von Kreis, Land oder Bund. Allerdings sieht es längst nicht überall rosig aus, weiß Liane Janssen vom Bauamt im Jarmener Rathaus. Die einzelnen Kommunen würden derzeit eine Schadensbilanz erstellen, danach folge die Abstimmung mit der Kämmerei hinsichtlich der Finanzierungsmöglichkeiten für Reparaturen. Zum Sommer hin soll dann alles so weit gediegen sein, dass die entsprechenden Arbeiten starten können – vermutlich wieder über einen gemeinsamen Auftrag aller Beteiligten.
Es habe schon Frühjahre mit mehr neuen Schäden gegeben, weiß die Sachgebietsleiterin. Doch auch jetzt seien Problemfälle unübersehbar. So wie beispielsweise einige der innerörtlichen Straßen in Tutow. Oder die Straße zum Zarrenthiner Kiessee, wo die Gemeinde Bentzin einen breiten Riss beklagt. Ebenso Warnungen existieren für die kürzeste Verbindung zwischen Jarmen und Leussin, wo sich zur Stadt hin zahlreiche Risse quer über den Asphalt finden lassen. Auch in der Jarmener Hauptstraße außerhalb der Städtebausanierungsgebiete klaffen große Löcher.
Richtig problematisch indes sieht es mittlerweile auf einigen Straßen aus, die viel wichtiger sind und nicht in die Hoheit der Gemeinden fallen. An Nummer eins dieser Negativ-Liste kommt die B110 bei Tutow, die ohne Tempodrosselung kaum noch gefahrlos zu befahren scheint. Doch mehr als weitere Warnschilder und ein paar Notreparaturen dürften nicht zu erwarten sein, denn das Straßenbauamt Güstrow hat den seit langem geplanten Neubau der Strecke zwischen Zemmin und Kruckow aus Kostengründen auf unbestimmte Zeit verschoben.
Sorgen macht der Behörde auch die L35 im Bereich Völschow. Im Ort ließ sie Tempo 30 anschlagen, nun befürchtet die Kommune einen Dauerzustand. „Aber das kann nicht die Lösung sein“, stellte Bürgermeister Thomas Breitsprecher klar.

Einige Straßen sind
fertig mit der Welt
Einiges aufzuarbeiten beziehungsweise neu zu bauen hätte wohl der Landkreis Vorpommern-Greifswald im Jarmener Umland. Denn so gut wie keine Straße in seiner Verantwortung ist mittlerweile ohne gravierende Mängel. Besonders schwer wiegen sie auf der Hauptverbindung zwischen Völschow und Kruckow, wo sich Hunderte Schlaglöcher aneinander reihen und stetig vergrößern. Das ganze gleicht einem Flickenteppich. Wenn nicht schnell etwas passiert, dürfte das bald ebenso für die von Wilhelminenthal nach Plötz und Neu Plötz führende Kreisstraße gelten. Insbesondere den älteren ersten Teil hat es in den vergangenen Monaten arg erwischt. Beschwerden gibt es zudem aus der Gemeinde Bentzin, weil die Kreisstraße von Zarrenthin ab Richtung Loitz immer weiter am Rand wegbricht. Und vom Berg- und-Tal-Pflasterdamm nach Borgwall will Liane Janssen am liebsten gar nichts hören, gleichfalls wie von der Fahrbahn am Ortseingang Müssentin. An letzterer Stelle nämlich existiert gar keine Straße mehr, nur eine Ansammlung von Löchern.
Trotzdem geht Jarmens Bauexpertin davon aus, dass es hier 2013 kaum Abhilfe gibt – wie an den meisten anderen kritischen Strecken. Denn die Kreisstraßenmeisterei müsse meist mit Verweis auf den notorisch unterfinanzierten Kreishaushalt hilflos die Hände heben. „Ich kann natürlich einen Brief dort hin schreiben. Aber im Prinzip ist das der gleiche wie im letzten Jahr. Und da ist auch nichts passiert.“

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s.hoeft@nordkurier.de