RADTOURISTEN SCHAFFEN DRECK

Hinterlassenschaften der Radler sorgen für Ärger

Der Radtourismus in und um Anklam erlebt aktuell einen Höhenflug. Leider bringt dieser auch viel Müll in der Natur und andere Probleme mit sich. Die Anwohner am Ortsausgang an der Greifswalder Straße sind besonders betroffen und wünschen sich Abhilfe.
Täglich passieren viele Radfahrer den Weg hinter der Greifswalder Straße durch den Fußgängertunnel auf d
Täglich passieren viele Radfahrer den Weg hinter der Greifswalder Straße durch den Fußgängertunnel auf dem Weg Richtung Usedom. Leider sammelt sich hier auch der meiste Dreck. Henning Stallmeyer
Anklam.

Ein hässliches Bild zeichnet sich derzeit in Anklams Norden ab. Am Ortsausgang zwischen dem Fußgängertunnel an der Greifswalder Straße und dem Fahrradrastplatz neben der B 110 sieht es aus wie auf einer Müllkippe. Leere Zigarettenpackungen, Getränkedosen und anderer Müll zieren den Wegesrand. Doch das ist noch nicht einmal das Schlimmste: Leider finden sich dort auch viele Fäkalien, notdürftig mit etwas Papier oder Taschentüchern abgedeckt, auf den Grünstreifen neben dem Weg.

Müll und Gestank: Anwohner fühlen sich belästigt

Vieles davon ist von den Radtouristen verursacht, die besonders in diesem Sommer durch Anklam strömen und weiter Richtung Usedom wollen. Und bevor es auf die Insel geht, sehen viele hier wohl eine ungestörte Möglichkeit, noch schnell ihr Geschäft zu verrichten. Sehr zum Leidwesen der Anwohner der Greifswalder Straße. Wer abends noch mit seinem Hund spazieren gehen möchte, wird von dem Müll und dem Geruch der Exkremente stark belästigt, klagen Anwohner.

So auch Jutta Lorenzen. Die Seniorin wohnt am Ende der Greifswalder Straße und kennt die Gegend gut vom Gassi gehen mit ihrem Dackel Quarks: „Der Dreck und besonders die Notdurft der Radfahrer liegen mitten an der Straße, manchmal sogar darauf. Für Anwohner ist das eine Katastrophe“, so die 71-Jährige, die nebenbei auch im Seniorenbeirat der Stadt sitzt. „Ich freue mich, dass Anklam sich für den Radtourismus einsetzt, davon profitieren alle. Aber die Stadt muss eben auch etwas dafür tun. Es gibt zu wenige Mülleimer an den Radwegen. Vielleicht hilft auch ein Hinweisschild auf die nächste Toilette oder Gaststätte, damit die Radfahrer Bescheid wissen. Andererseits machen die Leute ja bei sich zu Hause auch nicht einfach so hin“, zeigt sich Lorenzen fassungslos über das teilweise dreiste Verhalten mancher Leute.

Hinweis auf WCs nötig?

Ein Wegweiser, in welcher Entfernung das nächste WC kommt – ähnlich wie die Hinweise auf der Autobahn? Ist das tatsächlich nötig, um zu verhindern, dass offenbar eine größere Anzahl von Radfahrern kurz hinter der Stadt ihr Geschäft verrichtet? Aber vielleicht hilft ja der Tipp, dass die nächste öffentliche Toilette am Anklamer Markt nur anderthalb Kilometer entfernt ist.

Stadt nimmt Idee auf

Die Idee mit dem Hinweisschild hat der Seniorenbeirat direkt aufgegriffen und bereits an das Büro für kommunale Infrastruktur der Stadt Anklam weitergeleitet. Auf eine schnelle Lösung des Problems noch in diesem Sommer dürfen die Anwohner aber leider nicht hoffen. Auf Nachfrage bei der Stadt hieß es, dass man sich der Sache annehme, aber man nicht erwarten könne, dass morgen schon ein solches Schild stehe. Bis dahin kann man nur auf den gesunden Menschenverstand der Radler hoffen, dass sie in Zukunft öffentliche Toiletten aufsuchen und nicht noch mehr Dreck in Anklam zurücklassen.

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