Mit dem Peenebräu schaffte es Denda unter die zehn besten Hobbybrauer Deutschlands.
Mit dem Peenebräu schaffte es Denda unter die zehn besten Hobbybrauer Deutschlands. ZVG/NK-Grafik
Der Brauvorgang ist genau durchgetacktet, dennoch sei jedes Produkt am Ende individuell, erklärt der Anklamer.
Der Brauvorgang ist genau durchgetacktet, dennoch sei jedes Produkt am Ende individuell, erklärt der Anklamer. ZVG
Braukunst

Hobbybrauer macht Vorpommern mit „Peenebräu” bekannt

Bei deutschen Meisterschaften konnte Christopher Denda bereits mit seinem Eisbock auftrumpfen. Bald hat er die Chance, sich in der Heimat der Braukunst zu bewähren.
Anklam

Während des Corona-Lockdowns hat so mancher neue Hobbys für sich entdeckt. Das geht auch dem Anklamer Christopher Denda so. Während andere in dieser Zeit wohl eher den Alkoholkonsum erhöht hätten, hat er die Bierproduktion für sich entdeckt.

Mit gerade einmal rund 300 Euro Anschaffungseinsatz sei der Einstieg in das neue Hobby noch recht günstig gewesen, bilanziert er. Zumal das selbstgebraute Bier mittlerweile auch bei Bekannten und Verwandten gerne in aller Munde ist. Insgesamt 15 verschiedenen Biersorten hat der Vorpommern bereits ausprobiert. Wobei die Braukunst am Ende auch oft von Versuchen und Misserfolgen lebt, berichtet er. Glückt ein Brauvorgang mal nicht, lässt sich Denda davon allerdings nicht abschrecken.

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Erfolg bei deutschen Meisterschaften

Ganz im Gegenteil: Mittlerweile hat der Hobbybrauer aus Anklam nun sogar schon zum zweiten Mal an den deutschen Meisterschaften der Hobbybrauer teilgenommen – und das durchaus erfolgreich. Das „Peenebräu” hat den Experten auf jeden Fall gut gemundet. Mit dem Eisbock schaffte er es in der Kategorie Kreativbier in der deutschlandweiten Konkurrenz sogar unter die besten zehn Teilnehmer. Ein Erfolg, der ihn durchaus stolz macht, allerdings nun auch vor neue Herausforderungen stellt.

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Präsentation auf weltweiter Getränkemesse

So darf er sich nun Anfang September bei der Drinktec in München – einer weltweiten Messe für Getränkehersteller – präsentieren. Bis dahin gilt es nun ausreichend Eisbock nachzubrauen und das auch noch möglichst mit dem Wettbewerbsgeschmack. „Jeder Brauvorgang ist individuell. Schon allein, da es mit Gerste, Hopfen und Malz auf die Naturmaterialien ankommt. Ich bin selbst ziemlich aufgeregt, wie es nun gelingt”, erklärt Denda. Der sich zudem quasi in der Heimat der deutschen Braukunst in Bayern noch mehr Feedback für seine eigene Kreation erhofft.

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Schon jetzt sei ihm der Austausch mit das liebste am neuen Hobby. „Es haben sich schon richtige Freundschaften entwickelt. Wir tauschen uns aus, planen Besuche und brauen auch zusammen”, berichtet Denda von Treffen mit anderen Hobbybrauern. Vor allem über seinen Instagram-Kanal „Peenebräu” würden viele Kontakte zustande kommen.

Vorpommern braucht mehr Braukunst!

Allein, dass er in Vorpommern mit seiner Freizeitbeschäftigung noch recht einsam dasteht, betrübt ihn etwas. „Da ist definitiv noch Luft nach oben. In Bayern hat jedes größere Dorf sogar eine eigene Brauerei. Da ist auch gewerblich in unserer Region eindeutig mehr drin und könnte auch in der regionalen Vermarktung noch mehr Schwung reinkommen”, ist sich der Anklamer sicher.

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Brauer als Berufsziel?

Ob er sein Hobby mal zum Beruf machen möchte? Unter den richten Rahmenbedingungen wäre das durchaus denkbar, sagt er. Und das sei nicht der einzige Ansatzpunkt, um den Biermarkt in Vorpommern aufzumischen: Gerne würde er etwa auch mit regionalen Rohstoffen arbeiten, die so aktuell noch nicht in MV zu bekommen sind, erklärt Denda. „Das wäre sicherlich ein Alleinstellungsmerkmal, für das es auch Fördermöglichkeiten gebe”, zeigt sich der Hobby-Brauer überzeugt. An Ideen und Enthusiasmus, das Hobby weiter auszubauen, mangelt es ihm sicher nicht.

Das erste Peene Pilsner des Anklamers kann im Übrigen derzeit noch im Flusscafé bei Abenteuer Flusslandschaft probiert werden.

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