Im Landkreis fiel pandemiebedingt deutlich mehr Sperrmüll an. Die Kosten für die Entsorgung drohen zu steigen.
Im Landkreis fiel pandemiebedingt deutlich mehr Sperrmüll an. Die Kosten für die Entsorgung drohen zu steigen. Jens Büttner
Abfallentsorgung

Höhere Müllgebühren in Vorpommern-Greifswald absehbar

Die Nachbarkreise haben steigende Gebühren für die Abfallentsorgung angekündigt. Auch in Vorpommern-Greifswald wird der Müll zum Kostentreiber.
Greifswald

Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte haben sich die Kosten für die Müll-Entsorgung laut Kreisverwaltung um drei Millionen Euro erhöht. Nun soll im Nachbarkreis die Gebührensatzung 2022/23 entsprechend angepasst werden. Sowohl die Abgaben für die Restmülltonne, als auch die Abholung der Bioabfälle sollen rund um Neubrandenburg für die Bürger deutlich teurer ausfallen. Auch im Landkreis Vorpommern-Rügen diskutiert der Kreistag derzeit über eine Erhöhung der Entsorgungssätze ab 2023 sowie die Deckelung der Bio-Müllmengen.

Und im Landkreis Vorpommern-Greifswald? Derzeit hält sich die Kreisverwaltung mit Zahlen offiziell noch zurück. Die Kalkulation der Gebührensätze erfolge erst im nächsten Jahr, sagt ein Kreissprecher auf Nordkurier-Anfrage. Deshalb könnten derzeit noch keine konkreten Aussagen getroffen werden.

Mehr Sperrmüll durch Corona

Derzeit fallen im Landkreis Vorpommern-Greifswald jährlich etwa 20 Millionen Euro Kosten an. Die Tendenz sei auch bei uns steigend, heißt es. Schon 2020 habe der Abfallgebührenhaushalt durch den Landkreis gestützt werden müssen, weil die Kosten auch durch die Zuführung von Rücklagen nicht gedeckt werden konnten. Auch in diesem Jahr zeichne sich ein ähnlicher Trend ab. Nach der geplanten Neukalkulation soll voraussichtlich zum 1. Januar 2023 eine neue Abfallwirtschafts- und Abfallgebührensatzung in Kraft treten.

Mehr zum Thema: Müllentsorgung in der Seenplatte könnte teurer werden

Die Gründe für den immer teurer werdenden Entsorgungsaufwand sind vielschichtig. So haben die pandemiebedingten Lebensveränderungen wie die Einführung von Homeoffice und Kurzarbeit dazu geführt, dass viele Menschen in der Häuslichkeit die Gelegenheit genutzt haben, um zuhause aufzuräumen und zu renovieren. In der Folge stiegen die Sperrmüllmengen – verglichen mit Zeiten vor Corona – deutlich an.

Kaum Mülltrennung bei Batterien

Auch die Entsorgung der Biotonnen bereitet zunehmend Probleme, weil in ihnen inzwischen nicht nur der klassische Biomüllabfall wie Speisereste entsorgt werden, sondern zunehmend auch Gartenabfälle wie Laub, Äste und Rasenschnitt. Hinzu komme, dass auch die Lkw-Maut und die drastisch gestiegenen Dieselpreise bei der Entsorgungsgesellschaft Vorpommern-Greifswald (EGVG) zu Buche schlagen würden.

Generell würden die Menschen im Landkreis, abgesehen von einigen Gästen in den Urlaubsregionen, inzwischen zwar sehr gut ihren Müll trennen. Doch Sorge bereitet den Entsorgungsunternehmen, dass immer wieder Batterien und insbesondere Lithium-Akkus nicht getrennt entsorgt werden.

Abfallgebühren im Mittelfeld

Werden die Akkus zusammen mit anderen Müllarten zum Beispiel in dem Restmüll geworfen, dann kommt es immer wieder in den Entsorgungsfahrzeugen, aber auch in den Umschlagstationen, den Behandlungs- und Verwertungsanlagen zu Bränden. Dies gefährde nicht nur die Mitarbeiter, sondern verursache auch zusätzliche Kosten.

Bei den Abfallgebühren bewegt sich der Landkreis Vorpommern-Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern bislang im Mittelfeld. Mit einer Jahresgebühr von 141,24 Euro für einen Vier-Personen-Haushalt bei 14-tägiger Leerung und ohne Biotonnengebühr belegt der äußerste Nordosten Platz 3 unter den sechs Landkreisen. Preiswerter geht es bislang nur in Nordwestmecklenburg (115,88 €), in der Mecklenburgischen Seenplatte (145,13€) und im Landkreis Vorpommern-Rügen (98,96 €) zu. Absoluter Spitzenreiter ist die Hansestadt Rostock mit jährlich 261,98 Euro.

Über 46.000 Tonnen Rest- und Sperrmüll pro Jahr

Im Jahr 2020 fielen im Landkreis mehr als 34.400 Tonnen Restmüll an, über 560 Tonnen mehr als im Jahr zuvor. Hinzu kamen rund 11.900 Tonnen Sperrmüll, was einer Zunahme gegenüber 2019 von über 1.520 Tonnen entsprach.

Mit der Betriebsführung der Wertstoffhöfe und den Entsorgungsbüros im Kundendienst wurde die kreiseigene Ver- und Entsorgungsgesellschaft des Landkreises Vorpommern-Greifswald (VEVG) beauftragt. Die Einsammlung sämtlicher Abfälle und die Durchführung der Schadstoffsammlung wurde an die Tochterfirma EGVG vergeben. Lediglich im Gebiet des Altkreises Uecker-Randow übernimmt die Firma Remondis Vorpommern-Greifswald die Einsammlung und den Transport der Abfälle.

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