TIERQUÄLER AM WERK?

In Krenzow verschwinden Katzen auf unerklärliche Weise

Rund zwei Dutzend Katzen hatten bei Familie Mauritz ein neues Zuhause gefunden. Inzwischen ist aber gut die Hälfte der Tiere nicht mehr da. Wo sind sie hin?
Matthias Diekhoff Matthias Diekhoff
Zur Fütterung sind die verbliebenen Katzen stets zur Stelle. Vorher waren es jedoch noch wesentlich mehr.
Zur Fütterung sind die verbliebenen Katzen stets zur Stelle. Vorher waren es jedoch noch wesentlich mehr. privat
Die Katzen seien kastriert, sagt der Rentner.
Die Katzen seien kastriert, sagt der Rentner. privat
Krenzow.

80 Euro im Monat sind kein Pappenstiel, schon gar nicht für ein Rentnerpaar. Und doch gibt Familie Mauritz im Rubkower Ortsteil Krenzow das Geld gerne aus – und zwar für Katzen, die ihnen eigentlich gar nicht gehören. Zwischenzeitlich lebten über 20 der Tiere bei ihnen im Garten und auf dem Hühnerhof. Doch in der jüngsten Zeit sind es immer weniger geworden. Natürliche Ursachen schließt Harry Mauritz dabei fast aus. Daher befürchtet er, dass sie von Unbekannten eingefangen und schlimmstenfalls sogar getötet wurden. Für den 84-Jährigen wäre das ein völlig unverständliches, unmoralisches Verhalten.

Dass sich die Familie Mauritz um so viele Katzen kümmert, hat sich im Laufe der Zeit einfach so ergeben. Zunächst hatten sie nämlich gar keine und dann sind ihnen immer mehr zugelaufen. Woher sie kamen und wem sie vorher gehört haben, ist schwer zu sagen. Sie wurden ausgesetzt, vermutet Harry Mauritz, oder sind zurückgeblieben, als ihre Besitzer weggezogen sind. Als die ersten vor der Tür saßen, war gleich klar, dass sie gefüttert werden müssen. „Wir konnten sie ja nicht verhungern lassen, das bringt ja auch nichts“, sagt Harry Mauritz. Wenn die Katzen verstärkt angefangen hätten, Vögel zu fangen, wäre ja auch keinem geholfen gewesen.

Katzen waren kastriert

Im Laufe der Zeit sind es dann rund zwei Dutzend Katzen geworden, die jeden Tag gefüttert werden mussten. Was für einen Ort wie Krenzow mit seinen rund hundert Einwohnern eine ganze Menge ist. Als Belastung hätten sie es aber nicht empfunden, eher als neues Hobby. „Die Tiere sind uns ans Herz gewachsen“, sagt Harry Mauritz, der unbedingt auch die Unterstützung durch das Veterinäramt des Landkreises hervorheben möchte, das die Kastration der Tiere übernommen habe.

Das unerklärliche Verschwinden der Katzen geht den beiden Krenzowern daher um so näher. Wenn sie tatsächlich sinnlos gequält und getötet wurden, dann sei das nicht nur eine Respektlosigkeit gegenüber den Tieren, sondern auch ihnen gegenüber. So wie auch der Vorfall, bei dem den Tierfreunden ein fast toter Marderhund in den Carport gelegt wurde. Das Tier war zuvor höchstwahrscheinlich in einen Mörtelbottich gefallen, vermutet Harry Mauritz. Der Mörtel an seinen Gliedmaßen und Körperteilen war inzwischen aber schon so hart geworden, dass es sich nicht mehr bewegen konnte. Auch in diesem Fall sind die Täter unbekannt.

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