Mit dem Modellvorhaben „Smarte.Land.Regionen” sollen sieben einzelne Landkreise – darunter Vorpommern-Greifs
Mit dem Modellvorhaben „Smarte.Land.Regionen” sollen sieben einzelne Landkreise – darunter Vorpommern-Greifswald – bei der Entwicklung und Umsetzung digitaler Lösungen im ländlichen Raum unterstützt werden. 98103001__ Africa Studio - Fotolia.com
Andrea Ludwig ist die Projektleiterin des Modellvorhabens „Smarte.Land.Regionen”.
Andrea Ludwig ist die Projektleiterin des Modellvorhabens „Smarte.Land.Regionen”. Landkreis Vorpommern-Greifswald
Digitalisierung

▶ Jetzt mitmachen – Welche Digital-Ideen fehlen in Vorpommern?

Wie lässt sich die Lebensqualität im ländlichen Raum erhöhen? Geht es nach „Smarte.Land.Regionen” vor allem durch digitale Ideen. Vorschläge dafür kann jetzt jeder einreichen.
Greifswald

Manch einer wird sich nun vielleicht fragen: Haben wir nicht mit dem Ausbau des Breitbandnetzes und dem Schließen von Funklöchern erst einmal ganz grundsätzliche Probleme zu beseitigen, bevor über digitale Strategien nachgedacht werden sollte?

„Nein“, kommt es ganz entschieden von Vize-Landrat Jörg Hasselmann (CDU). „Das Problem ist, das wir in anderen Bereichen, wie dem Netzausbau, zehn Jahre zurückliegen.Aber wir werden in diesem Bereich, aufgrund der Mittel, die uns zur Verfügung gestellt wurden, in den nächsten zwei Jahren einen immensen Sprung machen. Und dann dürfen wir nicht wieder hinterherlaufen. Solche Strategien müssen wir im Vorfeld entwickeln. Insofern bietet das Projekt für mich einen riesigen Vorteil, den wir nur nutzen müssen.“ Er meint damit das Modellprojekt "Smarte.Land.Regionen".

Bundesweites Projekt auch im Nordosten

Ob Gesundheit, Arbeit und Mobilität, ob Bildung und Gemeinschaft: Es gibt viele zukunftsrelevante Themenfelder im Landkreis Vorpommern-Greifswald, wo durch den Ausbau neuer digitaler Dienste die Lebensqualität im ländlichen Raum verbessert werden könnte. Aber wo hapert es genau? Was brauchen die Leute? Nun ist jeder Einzelne gefragt und hat die Möglichkeit seine Ideen vorzubringen und zwar im Rahmen des bundesweiten Projektes „Smarte.Land.Regionen“.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft erklärt das Projekt so (Youtube-Video, 2:20 Min):

Vorpommern-Greifswald will Chance nutzen

Mit Hilfe dieses Modellvorhabens werden die Entwicklung und der Ausbau neuer digitaler Dienste in sieben ausgewählten Landkreisen in Deutschland durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert – der Landkreis Vorpommern-Greifswald ist einer davon. „Die Digitalisierung durchdringt jeden Bereich unseres Lebens, bietet uns zahlreiche Chancen, beinhaltet aber auch Risiken. Wir sind ein Teil dieser digitalen Transformation, die durch die Corona-Krise noch mal massiv an Fahrt aufgenommen hat“, erklärt Projektleiterin Andrea Ludwig. „Es ist wichtig, dass wir Vordenken und das jeder selbst Motor einer Veränderung ist.“

In den kommenden Monaten soll nun, vor allem mit Hilfe der Bürger, eine Digitalisierungsstrategie konzipiert und umgesetzt werden. „Die digitale Vorhaben in den sieben ausgewählten Landkreisen besitzen einen modellhaften Charakter, das heißt, alle Teilnehmer greifen komplett neue Ideen auf, die eine Übertragbarkeit auf andere ländliche Regionen haben sollen“, so Ludwig. „Dafür wird eine Plattform entwickelt, ein sogenanntes digitales Ökosystem für Deutschland, auf dem alles gesammelt wird.“

Ideen können digital und analog eingereicht werden

Und bei der Entwicklung dieser Strategie kann sich jeder aus dem Landkreis beteiligen – analog wie digital. „Es geht nicht nur um die Einschätzung von Experten“, betont Andrea Ludwig. „Wir bieten jedem die Bühne und wer sie nutzt, hat einen Platz in der Strategie. Es ist eine Chance und nur wer sich mit einbringt, dessen Themen werden sich letztendlich auch wiederfinden.“

Andrea Ludwig ist die Projektleiterin des Modellvorhabens „Smarte.Land.Regionen”.

Andrea Ludwig ist die Projektleiterin für Vorpommern-Greifswald. Foto: Kreis VG

Ganz zentral in diesem Prozess ist eine Webseite mit Beteiligungsplattform, auf der Ideen eingereicht und Vorschläge von anderen diskutiert werden können. „Es geht uns um Kommunikation“, so Ludwig. „Wir wollen mit den Menschen über ihre Ideen ins Gespräch kommen.“ So könnte es zum Beispiel auch eine „Idee des Monats“ geben, die noch mal fokussiert dargestellt wird, um eine Diskussion darüber anzuregen. Die Webseite soll aber auch über das Projekt im Allgemeinen und über bereits existierende Digital-Projekte informieren. Über regelmäßig wechselnde Umfragen möchte man ein Stimmungsbild einfangen. Aktuell mit der Frage: Wo sehen Sie Digitalisierungsbedarf?

Termine für Digitalwerkstätten und Konferenzen

Neben der Webseite sind zudem analoge Formate geplant. „Wir werden zum Beispiel im ganzen Landkreis Postkarten verteilen, so dass man uns auch auf herkömmlichen Wege seine Ideen schicken kann. Wir wollen wirklich alle abholen, egal ob sie nun digital-affin sind oder nicht“, betont Ludwig. Außerdem werden sechs Digitalwerkstätten und zwei Digitalkonferenzen stattfinden, wo Experten und allen Interessierten über das Thema diskutieren können.

So gibt es am 12. Oktober von 10 bis 12 Uhr die Online-Digitalwerkstatt „Digitale Zukunft am Wirtschaftsstandort Vorpommern-Greifswald“ mit Vertretern der Unternehmen sowie eine Online-Digitalwerkstatt „Gemeinsam.Digital.Gestalten“ mit den Zielgruppen Schüler, Auszubildende und Studierende von 16 bis 17 Uhr. Um einen Zugangslink zu den Veranstaltungen zu erhalten, muss man sich vorab per E-Mail an [email protected] anmelden.

Am 13. Oktober wird in Anklam mit Vertretern der Verwaltung im Rahmen einer dritten Digitalwerkstatt diskutiert, denn auch die Digitalisierung der Verwaltung wird ein Teilbereich der Strategie sein. Am 3. November findet die erste Digitalkonferenz in Greifswald statt. Für 2022 sind drei weitere Digitalwerkstätten im Frühjahr und eine Digitalkonferenz im Herbst geplant. Das fertige Strategiepapier soll Ende 2022 vorliegen.

Link zum Mitmachen: https://vg.landkreise.digital

zur Homepage