BETRIEB WEITERHIN EINGESTELLT

Insolvenzantrag für Anklamer Ölmühle gestellt

Die Zukunft der Anklamer Ölmühle scheint weiter ungewiss: Nun wird sie als Spezialimmobilie aktuell in einem Internetportal angeboten. Währenddessen prüft das Amtsgericht Charlottenburg, ob ein Insolvenzverfahren gegen den Betreiber eröffnet wird.
Nach dem Großbrand wurde der Betrieb der Ölmühle bereits im vergangenen Herbst eingestellt. Die Spuren des Feu
Nach dem Großbrand wurde der Betrieb der Ölmühle bereits im vergangenen Herbst eingestellt. Die Spuren des Feuers sind noch deutlich sichtbar. Dennis Bacher
Anklam.

Seit einiger Zeit ist es ruhig um die Anklamer Ölmühle geworden. Spätestens nach dem Brand im Juli vergangenen Jahres fragten sich viele Anklamer, ob der Betrieb dort überhaupt wieder aufgenommen werden kann. Diese Zweifel könnten sich nun bestätigen.

Von dem polnischen Investor, der die Ölmühle 2017 vom insolventen Vorgängerbetrieb erwarb, war zuletzt wenig zu hören. Selbst die Verbindung von der Stadtverwaltung zur Geschäftsführung sei nicht mehr vorhanden, hieß es aus dem Rathaus. Nun wurde in Berlin beim Amtsgericht Charlottenburg ein Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der „German Renewable Oil GmbH“ gestellt.

Sperrvermerk im Grundbuch

Als vorläufiger Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Dr. Lutz Köster bestellt worden. Er kann den Antrag bestätigen. Das eigentliche Insolvenzverfahren gegen den Ölmühlenbetreiber sei allerdings noch nicht eröffnet, sagt er. Deshalb sei er auch noch zurückhaltend mit Auskünften, ergänzt der Jurist.

Derzeit gehe es für ihn vor allem darum, Informationen zu sammeln und das vorhandene Vermögen für ein mögliches Insolvenzverfahren zu sichern. Dazu zähle etwa auch, die Immobilie mit einem Sperrvermerk im Grundbuch zu versehen, damit diese vorerst nicht mehr von der Geschäftsführung an Dritte weiterverkauft werden kann. Einen Kontakt vom Insolvenzverwalter zum polnischen Geschäftsführer der Ölmühle, Grzegorz Andrej Slak, sei bislang allerdings nicht zustande gekommen. Der Antrag zur Eröffnung eines Insolvenzverfahren wurde demnach auch nicht vom Betrieb selbst gestellt, sondern von einem Sozialversicherungsträger, da derzeit noch Arbeitgeberbeiträge für Angestellte ausstehen würden, so Köster. Der laufende Betrieb in der Anklamer Produktionsstätte wurde bereits im Oktober 2019 nach dem Brand eingestellt. Die Anklamer Telefonnummer des Betreibers ist nicht mehr vergeben und die Webseite wurde vor wenigen Tagen aus dem Internet genommen.

Auf Immobilienportal angeboten

Gleichzeitig wird die Ölmühle derzeit als Spezialobjekt in einem Immobilienportal im Internet zum Verkauf angeboten. Dort werden aktuell 75 000 Euro für das Gebäude samt Grundstück veranschlagt. Auch dies sei ein übliches Vorgehen zur Sondierung des Marktes, erklärt der vorläufige Insolvenzverwalter. Verkauft werden könne die Immobilie im aktuellen Verfahrensstand allerdings nicht ohne die Zustimmung des Besitzers, so Lutz Köster. Als eines der zentralen Gebäude im Anklamer Hafen spielt der alte Speicher auch für die Stadt eine wichtige Rolle. Diese arbeitet derzeit an der Erstellung eines Masterplans zur Entwicklung des Peene-Ufers. Dazu zählt auch der Hafenbereich samt Ölmühle.

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