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Feuerwehr-Fest

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Ist das die älteste Wehr des Landes?

Beim großen Umzug entlang der Bundesstraße 197 durch Boldekow galt es, neben den Wehren der umliegenden Ortschaften auch historische Gerätschaften und Uniformen zu bewundern.
Beim großen Umzug entlang der Bundesstraße 197 durch Boldekow galt es, neben den Wehren der umliegenden Ortschaften auch historische Gerätschaften und Uniformen zu bewundern.
Matthias Diekhoff

Die Boldekower Feuerwehr beruft sich auf uralte Wurzeln. Grund genug um, das diesjährige Jubiläum tüchtig zu feiern. Aber auch, um Dank zu sagen für alles, was die Kameraden heutzutage ehrenamtlich leisten.

Schon weit vor elf Uhr hatten sich am Sonnabend Schaulustige an der Bundesstraße 197 in Boldekow aufgestellt, um ja nichts vom Feuerwehr-Festumzug zu verpassen. Und sie wurden nicht enttäuscht. Der Zug von historischen und mehr oder weniger modernen Feuerwehrfahrzeugen und -gerätschaften aus den umliegenden Ortschaften, der sich am Sonnabendvormittag mit Blaulicht und Martinshorn vom Sportplatz zum Festplatz auf dem Gutshof bewegte, schien kein Ende zu nehmen. Dabei auch eine historische Spritze aus dem Jahr 1905, Technik aus DDR-Zeiten und Kameraden in historischen Uniformen.

Viel Engagement - nicht nur beim Retten

Der Anlass für diesen „Großeinsatz“ war allerdings auch ein ganz besonderer: Das Boldekower Dorffest stand in diesem Jahr ganz im Zeichen des 175. Geburtstages der Feuerwehr, wobei der Festumzug ganz sicher einer der Höhepunkte war. Zudem wurde am Feuerwehrgerätehaus eine Gedenktafel enthüllt, die auf die Gründung einer Brandwache in der Ortschaft Vorwerk Bornmühl im Jahr 1843 verweist, die es zwar nicht mehr gibt, die aber doch irgendwie zu Boldekow gehört, wie Bürgermeister Holger Vogel in seinem Grußwort erklärte.

Wichtig war ihm aber auch zu betonen, welche Bedeutung die Feuerwehr heutzutage hat. Denn neben ihren eigentlichen Aufgaben, die gern mit den Worten „Retten, löschen, bergen, schützen“ zusammengefasst werden, spielten die Kameraden im gesellschaftlichen Leben eine nicht zu unterschätzende Rolle. Unter anderem, wenn es darum geht, den Zusammenhalt unter und in den Dörfern zu stärken oder auch um Tugenden wie Pflichtbewusstsein und Zuverlässigkeit vorzuleben.

Älter als das Wort "Feuerwehr"

Mit der Gründung der Brandwache im Vorwerk Bornmühl dürfte die Boldekower Feuer zu den ältesten im Land, wenn nicht gar in ganz Deutschland, gehören, auch wenn es sich damals wohl nicht um eine freiwillige Feuerwehr nach dem heutigen Verständnis gehandelt hat. Allerdings war auch der Begriff „Feuerwehr“ zu jener Zeit noch gar nicht üblich. Der soll nämlich erstmals im Jahr 1847 in einer Karlsruher Zeitung verwendet worden sein.