Der Landkreis Vorpommern-Greifswald veröffentlicht seit Anfang Februar keine Corona-Zahlen mehr zu den einzelnen Ämt
Der Landkreis Vorpommern-Greifswald veröffentlicht seit Anfang Februar keine Corona-Zahlen mehr zu den einzelnen Ämtern und Gemeinden. Der Grund ist laut Kreisverwaltung: Zu viele Corona-Ausfälle bei den Mitarbeitern. NK-Grafik
Christin Zawadzinski prüft die Ergebnisse von Proben aus dem blau beleuchteten Automaten im PCR-Labor der Universitä
Christin Zawadzinski prüft die Ergebnisse von Proben aus dem blau beleuchteten Automaten im PCR-Labor der Universitätsmedizin Greifswald. Jeden Tag werden hier zwischen 350 und 700 neue PCR-Testungen durchgeführt. Jens Büttner
Zu viele Ausfälle

Jetzt verhindert Corona schon aktuelle Corona-Zahlen in Vorpommern

Die Neuinfektionen steigen in Vorpommern-Greifswald weiter an. Aber eine aktuelle lokale Statistik gibt es pandemiebedingt vom Landkreis derzeit weiterhin nicht.
Greifswald

Vor einer Woche hatte der Landkreis Vorpommern-Greifswald keine aktuelle ämterbezogene Corona-Statistik veröffentlicht, weil Sturmtief Nadia das Meldesystem außer Kraft gesetzt hatte. Und auch in dieser Woche gebe es keine Zahlen – dieses Mal pandemiebedingt, wie Kreissprecher Achim Froitzheim zur Begründung sagte. Denn auch die Stabsstelle Corona sei inzwischen betroffen. „Weil gleich mehrere Kolleginnen und Kollegen erkrankt sind, haben wir im Moment nicht mehr die Kapazität für eine Statistik-Erhebung.“

Damit meint der Landkreis seine bisher wöchentliche Übersicht der Inzidenzen für die Ämter und Gemeinden. Die letzten Zahlen von der Kreisverwaltung stammen vom 27. Januar. Die täglichen Zahlen für den gesamten Landkreis werden weiterhin vom Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) veröffentlicht.

Unimedizin meldet für den Moment Entspannung

Laut Lagus stieg die Inzidenz für Vorpommern-Greifswald seit Anfang Februar von 1032 gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche auf inzwischen 1354. Im Landkreis gilt seit Ende vergangener Woche erneut Warnstufe Rot. Dies auch wegen einer hohen Sieben-Tage-Inzidenz der stationären Corona-Hospitalisierungen im Kreis. Am Dienstag lag dieser Wert landesweit am Höchsten bei 13,1 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner.

Letzmalig veröffentlichte der Landkreis am 27. Januar seine lokalen Corona-Zahlen:

Nach RKI-Angaben melden die Intensivstationen in Deutschland derzeit immer mehr Omikron-Patienten. Doch dieser Trend hat den Landkreis noch nicht erreicht. In der Unimedizin Greifswald sank die Zahl der an und mit Corona erkrankten Patienten sogar ganz leicht auf 35 Personen, darunter acht auf Intensivstationen, wie eine Sprecherin mitteilte. In der Klinik Demmin, die inzwischen auch zum Unimedizin-Verbund zähle, befinde sich derzeit sogar kein einziger Corona-Patient.

„Trotzdem stellen wir uns auf wieder steigende Belastungen ein“, hieß es von der Unimedizin. Die Entwicklung in Israel zum Beispiel, wo man immer einen Schritt weiter sei, zeige, dass die Zahl der schwer erkrankten Personen wieder deutlich steige.

Keine Starterprämie für Pflegekräfte an der Unimedizin Greifswald

Während die Unimedizin Rostock inzwischen mit einer Starterprämie von 8000 Euro um neue Pflegekräfte wirbt, gibt es in Greifswald keine derartigen Pläne. Der Vorstand plane keine Werbezahlung, sagte die Sprecherin.

Starterprämien für Pflegekräfte bereiteten ihm große Sorgen, sagte auch der Ärztliche Direktor des Klinikums Karlsburg, Prof. Wolfgang Motz dem NDR. Wenn man mit einer Sonderzahlung eine junge Mitarbeiterin an die Seite einer erfahrenen Pflegekraft stelle, die seit Jahren und ohne eine solche Prämie ihren Job mache, dann zerstöre das den Betriebsfrieden und führe zu einem Verdrängungswettbewerb. „Wir können das Problem der hohen Belastungen durch Schichtbetrieb oder Sonntagsdienste nicht mit einer Prämie lösen.“ Besser seien zum Beispiel flexiblere Arbeitspläne oder Teilzeitarbeit.

Corona-Lage am Dienstag in MV: Fast 4800 Neuinfektionen – 9 weitere Sterbefälle

 

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