Ausbildung

Junge Theater-Schneiderin holt Note 1 für den Traumberuf

Nach zwei Jahren Ausbildung darf sich Luzie Mülling jetzt „Maßschneiderin” nennen. Ihre Lehrzeit lief dabei etwas anders als ursprünglich gedacht.
Luzie Mülling zeigt stolz die Stickereien auf ihrem Gesellenstück.
Luzie Mülling zeigt stolz die Stickereien auf ihrem Gesellenstück. Matthias Diekhoff
Auch bestickte Knöpfe zieren das Mantelkleid.
Auch bestickte Knöpfe zieren das Mantelkleid. Matthias Diekhoff
Im Moment arbeitet die frisch gebackene Gesellin an einem Prinzen-Hemd für Rumpelstilzchen.
Im Moment arbeitet die frisch gebackene Gesellin an einem Prinzen-Hemd für Rumpelstilzchen. Matthias Diekhoff
Anklam

„Es ist nach wie vor mein Traumberuf”, sagt Luzie Mülling. Vor gut zwei Jahren hat sie ihre Ausbildung in der Schneiderei der Vorpommerschen Landesbühne begonnen. Dank einer Verkürzung der Lehrzeit auf zwei Jahre konnte sie nun schon ihre Gesellenprüfung ablegen – mit Note 1.

Handwerk gelernt beim Mund-Nase-Masken-Nähen

Dass diese zwei Jahre etwas anders abgelaufen sind, als ursprünglich gedacht, hatte für die junge Frau nicht nur Nachteile. Da das Theater in dieser Zeit nur wenig spielen konnte, gab es für die Schneiderei auch nicht so viel zu produzieren, wie gewöhnlich. Und so kam es, dass sich die Ausbilderin Sonja Baasch intensiv um ihren Lehrling kümmern konnte.

Luzie Mülling zeigt stolz die Stickereien auf ihrem Gesellenstück.

Luzie Mülling zeigt stolz die Stickereien auf ihrem Gesellenstück.

Und Luzie Mülling wiederum konnte in der Zeit viele Dinge üben. Was gut war, denn echte Fertigkeiten im Handwerk erwerbe man ja schließlich nur, „indem man Sachen sehr oft macht”, ist sie überzeugt. Absteppen habe sie zum Beispiel gelernt, als die Theaterschneiderei im Frühjahr des vergangenen Jahres Hunderte von Mund-Nase-Masken genäht hat, kurz bevor diese in vielen Bereichen zur Pflicht wurden.

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„Theater ist toll”

Nicht so schön sei hingegen gewesen, dass es nicht so viele Gelegenheiten gab, sich Theaterstücke anzugucken, auch um zu sehen, wie die Kleidungsstücke auf der Bühne wirken. Das ist auch einer der Gründe, warum Luzie Mülling der Theaterschneiderei treu bleiben möchte: „Theater ist toll. Man liebt es einfach”. Zudem sei die Arbeit abwechslungsreich und vielfältig. Sie nähe unter anderem Jacken, Hosen, Blusen oder Mäntel mit zum Teil sehr aufwändigen Details. Aber auch eine Sturmhaube habe sie schon gestrickt oder Blümchen gestickt.

Auch bestickte Knöpfe zieren das Mantelkleid.

Auch bestickte Knöpfe zieren das Mantelkleid.

Vieles von dem ist in das Mantelkleid eingeflossen, dass ihr Gesellenstück war. Für die Prüfung konnten sich die angehenden Gesellen ein Kleidungsstück aussuchen, das bestimmte Elemente aufweisen musste. Dann mussten Entwürfe und detaillierte Zeichnungen angefertigt und schließlich mit einer Stoffprobe nach Rostock geschickt werden. Dort fand auch die praktische Prüfung statt, bei der die zugeschnittenen Teile innerhalb einer Woche zusammengenäht werden mussten.

Aktuell entsteht das Rumpelstilzchen-Kostüm

Auf das Mantelkleid mit den aufwändigen Stickereien ist Luzie Mülling noch immer sichtlich stolz und natürlich auch darauf, dass sie sich nun „Maßschneiderin” nennen darf. Genau genommen gehört auch noch der Zusatz „im Bereich Damen” dazu, was in der Theaterschneiderei aber keine große Rolle spielen dürfte. Im Moment jedenfalls arbeitet Luzie Mülling an einem Kostüm für „Rumpelstilzchen”. Es ist das Hemd für den Prinzen.

Im Moment arbeitet die frisch gebackene Gesellin an einem Prinzen-Hemd für Rumpelstilzchen.

Im Moment arbeitet die frisch gebackene Gesellin an einem Prinzen-Hemd für Rumpelstilzchen.  Fotos: Matthias Diekhoff

 

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