Nick Höpfner schießt die Wildtiere selbst, die er später auf dem familieneigenen Grundstück weiterverarbe
Nick Höpfner schießt die Wildtiere selbst, die er später auf dem familieneigenen Grundstück weiterverarbeitet. Nick Höpfner
Der 25-Jährige hat in Pinnow ein eigenes Jagdrevier gepachtet.
Der 25-Jährige hat in Pinnow ein eigenes Jagdrevier gepachtet. Waidwerk Vorpommern
Vor allem in der Weihnachtszeit ist die Nachfrage am „Waidwerk”-Fleisch hoch.
Vor allem in der Weihnachtszeit ist die Nachfrage am „Waidwerk”-Fleisch hoch. Nick Höpfner
Neben Wildfleisch lässt der junge Jäger auch Wildwurst produzieren.
Neben Wildfleisch lässt der junge Jäger auch Wildwurst produzieren. Nick Höpfner
Um von einem Tier möglichst viel zu verwerten, produziert Nick Höpfner auch Hundeleckerlis aus Resten der Wildtierve
Um von einem Tier möglichst viel zu verwerten, produziert Nick Höpfner auch Hundeleckerlis aus Resten der Wildtierverarbeitung. zvg Nick Höpfner
Nick Höpfner hat sein Hobby zum Beruf gemacht.
Nick Höpfner hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Nick Höpfner
Regionale Wildprodukte gibt es im Anklamer Regionalladen zu kaufen.
Regionale Wildprodukte gibt es im Anklamer Regionalladen zu kaufen. Louise Stauf
Nick Höpfner verwertet in seinem Verarbeitungsraum so viel wie möglich vom erlegten Wild.
Nick Höpfner verwertet in seinem Verarbeitungsraum so viel wie möglich vom erlegten Wild. Louise Stauf
Essen & Trinken

Junger Jäger setzt mit Wildbret auf mehr Nachhaltigkeit

Nick Höpfner ist Jäger und verkauft unter dem Namen „Waidwerk Vorpommern” Fleisch von selbst erlegtem Wild. Wichtig sind ihm Nachhaltigkeit und das Wohl der Wildtiere.
Rubkow

Eigentlich ist er gelernter Versicherungskaufmann, doch seit etwa drei Jahren nebenberuflich auch als Jäger in Vorpommern tätig: Nick Höpfner legte Anfang 2020 beim Landesjagdverband die Prüfung für den Jagdschein ab und bejagt mittlerweile ein 150 Hektar großes Revier, das er seit Anfang 2022 gepachtet hat. Bereits als Kind sei er durch seinen Urgroßvater Kurt Peters, ein in der Region bekannter Förster und Jäger, mit dem Jagen in Berührung gekommen.

„Doch erst mit Anfang 20, als mein Bruder mich mit auf eine Drückjagd in Brandenburg mitgenommen hat, ist das Eis so richtig gebrochen”, erzählt der 25-Jährige. Ab da wurde die Jagd für ihn zur Leidenschaft und er nahm bei einem erfahrenen Jäger aus Diedrichshagen Unterricht, um sich auf die Jagdscheinprüfung vorzubereiten.

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Mehr innovative Ideen für die Jagd in Vorpommern

Das erlegte Wild verarbeitet Nick Höpfner unter dem Namen „Waidwerk Vorpommern” auf dem familieneigenen Betriebsgelände in Rubkow. „Ich habe hier in einem der Räume meinen Arbeitsplatz mit Kühlraum und Werkzeug für die veterinäramtlich geprüfte Weiterverarbeitung der Tiere eingerichtet”, erklärt der junge Jäger.

Ab Februar plane er außerdem, in der Jagdschule Grimmen an einer Schulung teilzunehmen, um selbst als freier Dozent tätig zu werden und zukünftige Jäger ausbilden zu können. „Die Jagd in Mecklenburg-Vorpommern ist sehr alt, es sind wenig junge Leute mit innovativen Ideen dabei. Ich fühle mich stark mit der Region verbunden und hoffe, dass die hiesige Jagd für junge Menschen attraktiver gemacht werden kann”, ergänzt er.

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„Viel gesünder als Fleisch aus dem Supermarkt”

Und noch etwas anderes möchte Nick Höpfner erreichen: „Viele Menschen scheuen sich vor dem Kauf und der Zubereitung von Wild. Dabei ist es ein sehr wertvolles Fleisch, das nicht nur wahnsinnig gut schmeckt, sondern auch viel gesünder ist, als das Fleisch aus dem Supermarkt.”

Für ihn sei es nicht verständlich, dass es in den Kühlregalen argentinisches Rindersteak gebe, während das perfekte Steak bei den Konsumenten nahezu vor der Haustür liege. Auch in der Wildbretvermarktung der Supermärkte sehe er große Probleme: „Wieso kann ich zur Weihnachtszeit einen Hirschrücken aus Neuseeland kaufen, wenn es doch viel nachhaltiger und vor allem regional geht?” fragt sich der Rubkower.

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Oftmals werde er auch mit der Frage konfrontiert, ob er sich nicht ständig mit Vegetarierin und Veganern anlege. „Nein, ganz im Gegenteil”, erklärt er. „Wir haben ja das gleiche Ziel: Den Massenkonsum von Fleisch eindämmen und das Tierwohl in der Fleischproduktion gewährleisten.”

Vermarktung im Regionalladen und Internet

Selbst etliche Vegetarier würden einen Jagdschein machen, ganz nach dem Motto 'Nur was ich selbst erlegt habe, esse ich'. „Nachhaltigkeit, Regionalität und Tierwohl – das geht meiner Meinung nach nur mit Fleisch vom Wild”, fasst der Jäger zusammen. Dazu gehöre auch, so viel wie möglich des erlegten Tieres zu verarbeiten. Was nicht für den menschlichen Verzehr geeignet ist, wird von Nick Höpfner unter anderem zu Hundeleckerlis getrocknet, welche ebenfalls zum Verkauf angeboten werden.

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Die Wildprodukte vom „Waidwerk Vorpommern” gibt es unter anderem im Regionalladen in der Anklamer Steinstraße, hier kann auch Wildfleisch bestellt werden. Ansonsten vertreibt der junge Jäger unter den Profilen „Waidwerk Vorpommern” seine Produkte im Internet über Facebook und Instagram. Am kommenden Samstag ist Nick Höpfner in der Zeit von 15 bis 20 Uhr außerdem mit einem Stand auf dem Adventsmarkt der Alpaka-Farm in Rubkow zu finden.

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