RALPH WEBER

Jusos kritisieren AfD-Mann wegen Bretschneider-Plakat

Dass Ralph Weber immer noch ein verhöhnendes Bild von Sylvia Bretschneider an seinem Wahlkreisbüro hängen hat, erregt die Gemüter. Auch ein langjährige Vertraute meldet sich zu Wort.
Frank Wilhelm Frank Wilhelm
Das Plakat mit dem Bild der verstorbenen Sylvia Bretschneider (rechte Bildhälfte: Ausschnittvergrößerung).
Das Plakat mit dem Bild der verstorbenen Sylvia Bretschneider (rechte Bildhälfte: Ausschnittvergrößerung). Frank Wilhelm / NK-Archiv
Wolgast.

Klare Worte von der Jugendorganisation der SPD in Richtung AfD-Landtagsabgeordneten Ralph Weber. Mit großem Entsetzen habe der Landesvorstand der Jusos Mecklenburg-Vorpommern zur Kenntnis genommen, dass Ralph Weber in seinem Wolgaster Bürgerbüro die vor kurzem verstorbene Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider mit einem Plakat diskreditiere und ihre Totenruhe schände. „Ich bin mehr als verärgert über Herrn Weber und sehe mich darin bestätigt, dass er und die AfD keinerlei Menschlichkeit in sich tragen!“, erklärte der Juso-Landesvorsitzende Johannes Barsch.

Ob Weber mit Absicht provoziere oder ob er einfach nur vergessen habe, das Plakat abzunehmen, sei unklar. „Ich gehe fest davon aus, dass Weber es nicht vergessen hat. Schon in der Vergangenheit, zum Beispiel beim Trauerstaatsakt, zeigte sich, dass ihn menschliche Gepflogenheiten nicht interessieren“, so Felix Willer, stellvertretender Landesvorsitzender. „Hier geht es nicht mehr um politische Streitereien. Weber hat das Plakat sofort abzunehmen.“

Das Plakat am Schaufenster von Webers Büro zielt auf den umstrittenen Kauf eines zweiten Dienstwagens für Sylvia Bretschneider im März 2017. „Zwei Audi A8 sind günstiger als einer!“, heißt es ironisch auf dem Poster, das auch noch zwei Monate nach dem Tod der Landtagspräsidentin im Schaufenster hängt.

Weber verteidigt Plakat

Auch die stellvertretende Landtagspräsidentin Beate Schlupp (CDU) kritisierte Weber. Sie sei überrascht, vor allem vor dem Hintergrund des Streits um den Trauerakt für die verstorbene Landtagspräsidentin. Seinerzeit hatte die AfD beklagt, nicht eingeladen worden zu sein. „Damals hat sich die AfD als einfühlsam und sensibel gegenüber Frau Bretschneider dargestellt”, erinnert Beate Schlupp. Dass Weber nun mit einem Abbild der ehemaligen Landtagspräsidentin politische Werbung für die AfD-Politik betreibe, sei ein Widerspruch. Spätestens nach Bekanntwerden der schweren Krebserkrankung Sylvia Bretschneider hätte sich ein solches Plakat verboten, sagte Schlupp.

Der AfD-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Nikolaus Kramer, wollte sich gestern nicht zu dem Thema äußern. „Das ist komplett eine Angelegenheit von Herrn Weber”, erklärte ein Fraktionssprecher. Die Wahlkreisbüros lägen in der Verantwortung der Abgeordneten.

Weber hatte das Plakat an seinem Büro zuvor verteidigt. Es gehe hier nicht um politische Werbung, sondern um eine Kritik der „Verschwendungssucht” des Landtages sowie um das „Postengeschacher”. In diesem Zusammenhang habe er auch die Wahl von Birgit Hesse als Landtagspräsidentin kritisiert, stellte er klar.

StadtLandKlassik - Konzert in Wolgast

zur Homepage

Kommentare (4)

Die Jusos sollten ganz still sein, wenn es um schlechte Plakate geht!

https://image.stern.de/8719804/uncropped-940-652/cc5af61751db461b4ba41560a89a0c45/jn/facebook-post.jpg

Ein Plakat GEGEN NATIONALISMUS.
Phantastisch, kann man natürlich von der AfD nicht erwarten...

Die sollten alle mal schön die Guschen halten, hauptsächlich Links und Grün. Wenn das Plakat dort schon über ein Jahr hängt, hat es Herr Weber schlicht weg vergessen. Er sollte es entfernen und gut ist.

Haben die, oder diese Parteien keine anderen Probleme zu lösen, Aufgaben zu bewerkstelligen als diesen Schmarren - geht es D noch nicht dreckig genug - überbezahltes Volk