ANKLAMER ANLAGEN VOR DEM AUS

(K)eine Zukunft für Kleingärtner?

Anklam ist ein wahres Kleingarten-Mekka – doch Nachwuchsmangel und viel zu feuchter Boden könnten für einige Anlagen in den kommenden Jahren das Aus bedeuten.
Anne-Marie Maaß Anne-Marie Maaß
Viel Wasser und wenig Nachfrage ließ in Anklam die ehemalige Gartenanlage „Paul Wolff“ zum Sorgenkind werden
Viel Wasser und wenig Nachfrage ließ in Anklam die ehemalige Gartenanlage „Paul Wolff“ zum Sorgenkind werden, ehe diese von der Stadt kostspielig beräumt werden musste. Das soll sich nicht wiederholen. Anne-Marie Maaß
Anklam.

Die Kleingartenkultur ist in Anklam fest verwurzelt, das zeigen schon die nackten Zahlen: 21 Kleingartenvereine gibt es in der Stadt, hinzukommen noch fünf weitere Kleingartenflächen, die teils im privaten, teils im städtischen Besitz sind. Zusammenaddiert ergibt das eine Fläche von sage und schreibe rund 620 000 Quadratmetern, allein 512 000 Quadratmeter davon befinden sich auf städtischen Grund und Boden. Deshalb muss sich nun bei seiner Sitzung am Dienstag auch der Anklamer Bauausschuss mit der Zukunft der Anklamer Hobbygärtner auseinandersetzen.

Die Fortschreibung des Kleingartenkonzepts bis zum Jahr 2035 steht auf dem Sitzungsplan. Und so schön das Unkrautjähten in der eigenen Parzelle sein mag, das Kleingartentum ist auch in Anklam nicht ohne Probleme zu stemmen. So steht der aktuelle Schnitt von 8,9 Gärten pro hundert Einwohner – landesweit sind es gerade einmal 3,4 – nicht nur allein für die Vielfalt, sondern auch für ein Dilemma: Der Nachwuchs und somit auch die Nachfrage fehlen in vielen Sparten. Hinzu kommt in einigen Bereichen der Stadt auch noch die starke Vernässung, die Flächen teilweise nicht mehr nutzbar zurücklässt.

Rückbau geplant

Perspektivisch steht deshalb auch der Rückbau von Anlagen bevor. Während etwa die großen Sparten nahe der Südstadt gut ausgelastet sind, empfiehlt die Verwaltung aufgrund von Leerstand oder fehlender Attraktivität, die Gartenanlagen „Grüne Wiese“ (Vorschlag: 2027) und auch die Steige I und II im Mittelfeld (2022 und 2033) aufzugeben. Letztere könnten wiederum als attraktive Baugrundstücke eine neue Verwendung finden.

Aufgrund der schlechten hydrologischen Bedingungen sollen zudem die Gartenanlagen „Langer Steig“ (Plan: 2024), „Peenegrund“ (Plan: 2025), die bereits im Flächenplan schon nicht mehr als Gartenfläche ausgewiesen seien, und der „Wiesengrund (Plan 2029) zurückgebaut werden. Auch bei privaten Kleingärten im Bereich des Langen Steigs, nahe des Stadtparks, könnte die Stadt wie bereits mehrfach geschehen ihr Vorkaufsrecht nutzen, um diese zu öffentlichem Grün zu erklären.

Voraussetzung für alle genannten Rückbaupläne sei es nach Beschluss des Konzepts durch die Stadtvertretung, künftig potenzielle Kleingärtner gleich auf Anlagen zu verweisen, die Bestand haben sollen, oder die Pachtverträge entsprechenden der Pläne zeitlich zu beschränken, so das Bauamt im vorliegenden Konzept.

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