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Kampagne der Zuckerfabrik in Anklam startet

Die Rübenlaster rollen wieder: 384 Betriebe liefern ihre Ernte nach Anklam. Denn Mecklenburg-Vorpommerns einzige Zuckerfabrik beginnt mit der Kampagne.

Die Zuckerfabrik in Anklam startet am Montag mit der diesjährigen Kampagne (Archivbild).
Stefan Sauer / dpa Die Zuckerfabrik in Anklam startet am Montag mit der diesjährigen Kampagne (Archivbild).

Die einzige Zuckerfabrik des Landes hat am Montag mit der Verarbeitung begonnen. Mit der Anlieferung der ersten Rübenladungen startete die Zuckerfabrik Anklam die Arbeit. 384 Betriebe aus Mecklenburg-Vorpommern und Nordbrandenburg liefern bis Mitte Januar ihre Ernte an Zuckerfabrik. Das zum niederländische Konzern Suiker Unie gehörende Unternehmen rechnet mit bis zu 1,4 Millionen Tonnen Rüben, die zu insgesamt 220.000 bis 230.000 Tonnen Zucker verarbeitet werden, wie Geschäftsführer Matthias Sauer sagte. Rund 100.000 Tonnen Zucker würden zu Bioethanol weiterverarbeitet.

Verwässerung der Rüben

Der Zuckergehalt der ersten Rüben lag bei 15,9 Prozent - ein Wert unter dem langjährigen Mittel. Ursache dafür seien die vielen Niederschläge im Sommer, die zu einer Verwässerung der Rüben geführt habe. "Das ist ein nüchterner Start", sagte Firmenchef Sauer. Er rechnet damit, dass der Zuckergehalt der später geernteten Rüben höher ausfallen und das langjährige Mittel von 17,2 bis 17,5 Prozent Zuckergehalt erreicht werden könne.   

Zum 1. Oktober 2017 fällt die EU-Zuckerquote weg - und damit die bestehenden Reglementierungen für den Verkauf von Zucker auf dem Binnenmarkt. "Wir müssen uns jetzt auf dem Weltmarkt behaupten, sind aber zuversichtlich, dass wir das schaffen werden", sagte Sauer. Mit Investitionen von 60 Millionen Euro soll das Unternehmen auf den veränderten Markt vorbereitet wurden. So werden die Verarbeitungskapazitäten in den kommenden Jahren Schritt um Schritt um 25 Prozent auf zwei Millionen Tonnen Rüben erhöht. "Entscheidend ist, dass wir dabei den Energieaufwand nicht steigern. Das macht uns konkurrenzfähig", wie Sauer betonte.

In anderen Bundesländern haben Landwirte ihre Anbauflächen bereits erweitert. Die Rübenanbauer im Nordosten beabsichtigen in den kommenden Jahren ebenfalls eine Ausdehnung der Anbauflächen von 19.000 auf etwa 24.000 Hektar, wie Antje Wulkow, Geschäftsführerin der Rüben- Anbauerverbände für MV sagte. Außerdem gebe es Interesse von weiteren Landwirten auf Rüben umzusteigen.

Anklamer Fabrig gut aufgestellt

Der Rübenanbauer-Verband sieht die Anklamer Fabrik nach dem Wegfall der Zuckerquote für die Zukunft gut aufgestellt. "Der Dreiklang von Zucker-, Bioethanol- und Biogasproduktion ist in Europa einmalig", sagte Wulkow. Das Konzept, die Rüben komplett zu verwerten, sei zukunftsorientiert und nachhaltig.

Die Zuckerfabrik ist mit 180 Stammarbeitnehmern, 20 Auszubildenden und 30 Saisonkräften der mit weitem Abstand größte industrielle Arbeitgeber in Anklam. Die Erweiterung der Fabrik helfe, die Arbeitsplätze für die Zukunft zu sichern, sagte Bürgermeister Michael Galander. Für die Stadt bringe die Fabrik solide Steuereinnahmen. Nach Angaben von Firmenchef Sauer erwirtschaftet das Unternehmen einen jährlichen Umsatz von 110 bis 120 Millionen Euro. 

Welche Auswirkungen der Wegfall der Zuckerquote für den Verbraucher haben wird, ist bislang unklar. Absehbar sei, dass mehr Zucker produziert werde, sagte Sauer. Ob der Einzelhandel deshalb die Preise  senke, müsse abgewartet werden. Die Anklamer Zuckerfabrik liefere weiter an die bestehende Stammkundschaft