FUNKLOCH IN RUBKOW

Kein Empfang, kein Internet, kein Telefon - wer ist schuld?

Und plötzlich war die Leitung tot. Nördlich von Anklam ärgern sich viele Bewohner, weil sie seit Tagen ohne Netz sind. Dahinter steckt angeblich der Zoll. Die Behörde soll angeblich eine Sendeanlage stillgelegt haben - was sie bestreitet.
Kein Telefon, kein Internet, kein mobiles Netz: Die Gemeinde Rubkow ist derzeit zum Teil von der Versorgung abgeschnitten.
Kein Telefon, kein Internet, kein mobiles Netz: Die Gemeinde Rubkow ist derzeit zum Teil von der Versorgung abgeschnitten. Inga Kjer
Rubkows Bürgermeister Holger Wendt zufolge seien fast alle Betriebe und Gewerbetreibenden sowie zahlreiche Haushalte der sieben Ortsteile betroffen.
Rubkows Bürgermeister Holger Wendt zufolge seien fast alle Betriebe und Gewerbetreibenden sowie zahlreiche Haushalte der sieben Ortsteile betroffen. Matthias Diekhoff/NK-Archiv
Rubkow.

Kein Telefon, kein Internet, kein mobiles Netz. Wer aktuell versucht, eine Rufnummer in der Gemeinde Rubkow anzuwählen oder von dort aus zu telefonieren, wird in vielen Fällen kein Glück haben. Seit Tagen sind zahlreiche Haushalte sowie Betriebe der Gemeinde nördlich von Anklam mehr oder weniger von der Außenwelt abgeschnitten. In diesem Gebiet liegt aktuell eine Störung vor, heißt es vom verantwortlichen Versorgungsunternehmen Sewikom. Die Störung sei durch Probleme der Stromversorgung für die Netzinfrastruktur verursacht worden. Derzeit befinde man sich im intensiven Austausch mit dem Bürgermeister der Gemeinde, um die Versorgung sobald wie möglich wieder herzustellen.

Nordkurier-Informationen zufolge soll ein Funkmast, der auf der Anklamer Zuckerfabrik installiert ist und vom Versorger als Hauptsender für die Gemeinde genutzt wird, vom Zoll stillgelegt worden sein - so zumindest hieß es aus dem Umfeld der Zuckerfabrik. Der Zoll bestritt am Mittwoch diese Darstellung. Eine Gesetzesänderung, die die Weitergabe von Strom an Dritte verschärft, könnte für die überraschende Abschaltung vergangene Woche gesorgt haben.

Haushalte und Betriebe betroffen

„Die Situation ist durchaus gravierend“, äußerte sich Rubkows Bürgermeister Holger Wendt auf Nachfrage. Ihm zufolge seien fast alle Betriebe und Gewerbetreibenden sowie zahlreiche Haushalte der sieben Ortsteile betroffen. Aktuell sei er daher sehr darum bemüht, die Versorgung so schnell wie möglich wieder herstellen zu lassen. Derzeit stehe er im engen Kontakt mit der Firma.

Aus welchem Grund das Hauptzollamt in Anklam aktiv geworden sein soll und den Mast stillgelegt haben soll, konnte von der Firma Sewikom nicht in Erfahrung gebracht werden. Für die Mobilfunkantenne auf dem eigenen Dach gibt die Zuckerfabrik schon seit einiger Zeit Strom an das Versorgungsunternehmen ab. Mit dem bereits Ende 2018 verabschiedeten Energiesammelgesetz des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie verschärften sich dafür allerdings die Vorschriften.

Vertragsverhältnis soll im Sommer enden

Leidtragende der Stilllegung sind nun die Einwohner und Gewerbetreibenden der Gemeinde, die schon seit Donnerstag weder telefonieren noch das Internet nutzen können. Laut dem Bürgermeister wird Rubkow seit etwa zehn Jahren vom Unternehmen Sewikom aus Beverungen (Nordrhein-Westfalen) versorgt. Dieses Verhältnis soll aber bestenfalls im Sommer enden. In etwa fünf Monaten ist laut dem Bürgermeister vorgesehen, die Haushalte und Betriebe der Gemeinde endlich ans Glasfasernetz anzuschließen. Seitdem dieser Anschluss ans Breitbandnetz feststeht, kündigten bereits viele Rubkower ihr Verhältnis zu Sewikom (der Nordkurier berichtete). Um die Versorgung für alle anderen aber auch in den kommenden fünf Monaten zu gewährleisten, braucht es nun eine Lösung. „Wir hoffen, spätestens in zwei Wochen wieder am Netz zu hängen“, so Wendt. Konkretere Ergebnisse seien allerdings erst nach weiteren Telefonaten mit Sewikom zu erwarten.

Hinweis: Der Artikel wurde im zweiten Absatz um eine Stellungnahme des Zolls ergänzt. Die Behörde bestreitet die Darstellung, sie habe den Funkmast stillgelegt. Der Nordkurier wird in den kommenden Tagen einen weiteren Artikel zu diesem Sachverhalt veröffentlichen.  

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