GESCHLOSSENE SCHULEN

Kein Geld für Integrationshelfer in Vorpommern-Greifswald

Seit die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern durch die Corona-Maßnahmen geschlossen sind, sitzen nicht nur Schüler und Lehrer zu Hause. Auch andere Jobs hängen von geöffneten Schulen ab.
Da die Schule seit dem 16. März ausgesetzt ist, sind auch keine Integrationshelfer vor Ort gefragt.
Da die Schule seit dem 16. März ausgesetzt ist, sind auch keine Integrationshelfer vor Ort gefragt. Maurizio Gambarini
Vorpommern.

Sicher vor der drohenden Kurzarbeit und Lohnverlusten waren bis jetzt nur Arbeitnehmer, die im öffentlichen Dienst arbeiten. Oder die etwa bei sozialen Trägern angestellt sind, deren Bezahlung aber durch das Land, den Kreis oder die Kommunen sichergestellt ist. Das gilt zum Beispiel für Erzieherinnen und Erzieher in Kitas, aber auch für Integrations- oder Eingliederungshelfer. Letztere helfen Personen, die nicht nur vorübergehend körperlich, geistig oder seelisch wesentlich behindert sind und deren Möglichkeiten zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft dadurch eingeschränkt sind.

Als Integrationshelfer sind sie im Kreis Vorpommern-Greifswald helfende Hände für Kindergarten- und Schulkinder, die körperlich, geistig oder seelisch nicht in der Lage wären, eigenständig an der Schule teilzunehmen.Doch seit dem 16. März sind die Schulen im Land geschlossen und die Kinder sind zu Hause.

Freie Träger gehen unterschiedlich mit dem Problem um

Auf den ersten Blick gibt es keine Arbeit für die Integrationshelfer. Ein Problem, denn die Leistung der Helfer wird monatlich abgerechnet. Die aus den Stundenleistungen entstandene Geldsumme überweist der Kreis an die freien Träger, bei denen die Integrationshelfer in festen Verhältnissen angestellt sind. Doch wo keine Leistung erbracht wird, kann auch keine Rechnung eingefordert werden. Deswegen hat der Kreis die Zahlung an die Träger eingestellt. Das bestätigt Kreissprecher Achim Froitzheim dem Nordkurier und erklärt: „Wir prüfen den Sachverhalt derzeit und nehmen diesbezüglich auch Kontakt zu den jeweiligen Trägern auf.”

Auch die Träger bestätigen, seit Mitte März keine Gelder für ihre Angestellten erhalten zu haben. Ein weiteres Problem. Denn die Integrationshelfer haben Arbeitsverträge, müssen bezahlt werden. Die Träger gehen unterschiedlich mit dem Problem um. Mirko Weit, der stellvertretende Geschäftsführer der Volkssolidarität Nordost erklärt, dass die Integrationshelfer nach ihrer Qualifikation in anderen Teilen des Vereins eingesetzt sein.Anders geht man bei der Aktion Sonnenschein aus Greifswald mit der Situation um. Geschäftsführerin Anja Bernhardt erklärt, dass die 40 angestellten Integrationshelfer, wie auch andere Angestellte, in Kurzarbeit sein, auf null Prozent.

Gewerkschaft fordert den Kreis auf, die Zahlung weiterzuführen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Mecklenburg-Vorpommern (GEW) kennt das Problem und schlägt Alarm: „Nicht nur für die Integrationshelfer*innen ist das bei den ohnehin knapp bemessenen Gehältern eine Katastrophe, die sie unter Umständen in die Grundsicherung treibt. Auch für die Freien Träger, die die vereinbarten Leistungen im Rahmen der tatsächlichen Möglichkeiten erbringen und damit dem eindringlichen Appell der Landesregierung folgen wollen”, erklärt die GEW-Landesvorsitzende Annett Lindner und fordert den Kreis Vorpommern-Greifswald auf, die Zahlung weiterzuführen.

Auch Erik von Malottki (SPD) und Yvonne Görs (Linke), die den Bildungsausschuss und den Jugendhilfeausschuss des Kreistages Vorpommern-Greifswald leiten, haben sich inzwischen mit einem offenen Brief an den Landrat gewandt. Sie appellieren „den Sachverhalt schnellstmöglich aufzuklären und falls zutreffend, die Finanzierung schnellstmöglich wieder aufzunehmen.”

 

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Kommentare (1)

Ich meine wo ist hier die Besonderheit an dem Problem? Wenn keine Arbeit für die Mitarbeiter vorhanden ist, muss halt Kurzarbeit angemeldet werden. Genauso wie für viele andere Tausende. Ich kann nicht erkennen, weshalb diese Berufsgruppe mehr oder stärker betroffen sein soll, als all die anderen. Und wegen denen wird auch kein solcher Aufriss gemacht. Das wird von der Masse der Bevölkerung bislang alles stoisch ertragen.