BAUAUSSCHUSS

Keine Umzäunung – Absage für Anklamer Hundewiese

Eine Umzäunung der Hundewiese bei der Südstadt? Während die CDU die Chance für einen gemeinsamen Antrag ausloten wollte, erteilten die anderen Fraktionen dem Ansinnen eine Absage.
Die Anklamer Hundewiese (hinten) ist bereits beschildert und ausgewiesen, bei einem Zaun befürchtet man im Anklamer Bauau
Die Anklamer Hundewiese (hinten) ist bereits beschildert und ausgewiesen, bei einem Zaun befürchtet man im Anklamer Bauausschuss aber auf einmal Haftungsfragen. NK-Montage/Fotos: M. Gambarini/A.-M. Maaß
CDU-Bauausschussmitglied Claudia Rauchmann lotete einen gemeinsamen Antrag aus.
CDU-Bauausschussmitglied Claudia Rauchmann lotete einen gemeinsamen Antrag aus. Anne-Marie Maaß
Vorsitzender Holger Meyer (IfA) hat bei dem Thema Bauchschmerzen.
Vorsitzender Holger Meyer (IfA) hat bei dem Thema Bauchschmerzen. Anne-Marie Maaß
Anklam ·

Es ist ein zuletzt immer öfter geäußerter Wunsch von Hundebesitzern: Auf der Hundewiese am Rande der Anklamer Südstadt wünschen sie sich mehr Sicherheit für ihre Vierbeiner. Gerade die nahe Straße sei nicht optimal. Abhilfe könnte eine Umzäunung des Geländes schaffen. Doch zumindest im Anklamer Bauausschuss lässt sich für dieses Ansinnen anscheinend so schnell keine Mehrheit finden.

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Haftungsfragen befürchtet

Dort hatte die CDU das Thema schon einmal aufs Tableau gehoben, am Mittwoch wurde nun erneut in offener Runde darüber diskutiert. So wollte CDU-Bauausschussmitglied Claudia Rauchmann zunächst abklopfen, wie die anderen Mitglieder des Gremiums sich zu einem gemeinsamen Antrag positionieren würden.

CDU-Bauausschussmitglied Claudia Rauchmann lotete einen gemeinsamen Antrag aus.

Im Anklamer Bauausschuss: Claudia Rauchmann (CDU) Foto: Anne-Marie Maaß

Allerdings scheint es wenig Bestrebungen zu geben, das Thema weiter zu verfolgen. Vorsitzender Holger Meyer (IfA) befürchtet sogar Haftungsfragen, die bei einer entsprechenden Ausweisung auf die Stadt zukommen würden. Schon allein deshalb habe er Bauchschmerzen, das Ansinnen weiter zu verfolgen. Ablehnung äußerte auch Monika Zeretzke (Linke).

Mögliche regelmäßige Kosten für die Stadt

Doch nicht nur aus dem Gremium waren Bedenken zu hören. So warf Bauamtsleiterin Sylvia Thurow ein, dass die Fläche nach jetziger Sicht eigentlich für die Bebauung ausgewiesen sei und nur von den Hundehaltern genutzt würde. Gebe es eine ausgewiesene Hundeanlage, würden wiederum wohl auch Anforderungen an die Stadt bezüglich der Mahd und Pflege des Geländes folgen, was letztendlich auch Kosten für die Stadt hervorrufe, befürchtet sie.

Dass dort allerdings längst die Hundewiese klar ausgewiesen und sogar von der Stadt beschildert wurde, spielte in der Argumentation keine weitere Rolle – weder bei den Bedenkenträgern aus der Verwaltung noch aus dem Bauausschuss.

Auswirkungen auf die Sauberkeit der Spielplätze?

Weggewischt wurde dagegen das Argument von Robert Masch (CDU), dass mit dem Vorhalten einer speziellen Anlage für Hundehalter vielleicht auch die Sauberkeit auf den Spielplätzen in der Umgebung steigen würde. Sie würden oftmals noch als Lauffläche für die Vierbeiner genutzt und rufen bei dem jungen Vater regelmäßig Ekel angesichts des Hundekots und Sorgen um die dort spielenden Kinder hervor.

Doch auch hier folgte lediglich der Hinweis, dass die Tiere schon jetzt auf diesen Flächen eigentlich nichts zu suchen hätten und das Ordnungsamt seinerseits mit den Kontrollen nicht überall sein könne. Eine befriedigende Lösung für die Eltern dürfte das genauso wenig wie für die Hundehalter sein.

Kommentar – Anne-Marie Maaß meint:

Bitte keine abgehobenen Debatten

Man kann es ruhig belächeln – doch meist sind es eben die vergleichsweise kleinen Dinge, die den Unterschied ausmachen. Das gilt auch für den Wohlfühlfaktor in der Anklamer Südstadt. Während gerade die ganz großen Umgestaltungspläne dort Fahrt aufnehmen und eigens ein Anwohnerbeirat ins Leben gerufen werden soll, wären die Stadtvertreter gut beraten, in der Zwischenzeit auch die eher kleinen Anliegen der Bürger ernst zu nehmen. Und das ist nun mal der Dreck – speziell von Hunden verursacht – auf den Spielplätzen und die Sicherheit der Vierbeiner auf der Hundewiese.

Dass sich bislang kein einziges Mitglied im Bauausschuss anscheinend wirklich mit dem Thema beschäftigt hat, wurde in der Runde am Dienstag im Gotischen Giebelhaus offensichtlich. Ohne großen Sachverstand wurden dort allgemeine Plattitüden ausgegeben – bringen tut das niemandem etwas. Keinem Hundebesitzer, nicht den Eltern und auch nicht dem Bauausschuss, der so von der Bevölkerung wegrückt. Nicht jeder Anklamer Hundehalter lebt im eigenen Haus mit großem Garten – das ist eine Lebensrealität, die es anzuerkennen gilt.

Man kann das Vorhaben trotzdem ablehnen – dann allerdings mit fundierten Argumenten. Die folgten am Dienstag nicht wirklich. Vielleicht wäre es an der Zeit für das Gremium wieder mehr Vor-Ort-Termine zu organisieren – das hat immerhin auch so manches Streitthema in der Vergangenheit bereits gelöst.

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