BILDUNGSAUSSCHUSS

Kleine Gemeinde will ihre Grundschule retten

Geht es um ihre gemeindeeigene Schule, lassen die Görminer keine Gelegenheit aus, um sich für den Erhalt ihrer Grundschule stark zu machen. Deshalb traten sie gleich zu dritt vor den Greifswalder Bildungsausschuss.
Ulrike Rosenstaedt Ulrike Rosenstaedt
Um den Erhalt der Görminer Schule kämpfen Eltern, Gemeindevertreter und Lehrer seit Jahren. Es ist ihnen bisher auch immer wieder gelungen, mit Sanierungsmaßnahmen und  inhaltlichen Schwerpunkten auf die Einrichtung aufmerksam zu machen.
Um den Erhalt der Görminer Schule kämpfen Eltern, Gemeindevertreter und Lehrer seit Jahren. Es ist ihnen bisher auch immer wieder gelungen, mit Sanierungsmaßnahmen und inhaltlichen Schwerpunkten auf die Einrichtung aufmerksam zu machen. Ulrike Rosenstädt
Bürgermeister Eckhart Zobel lässt das Thema Zukunft der Schule nicht aus dem Blick.
Bürgermeister Eckhart Zobel lässt das Thema Zukunft der Schule nicht aus dem Blick. NK-Archiv/Ulrike Rosenstädt
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Görmin.

Sie lassen wirklich keine Zeit verstreichen: Seitdem klar ist, dass zum Ende des aktuellen Schuljahres 16 Mädchen und Jungen die Görminer Bildungseinrichtung verlassen, um nach der vierten Klasse weiterführende Schulen zu besuchen, legt sich die Gemeinde mächtig ins Zeug.

Denn noch ist nicht abzusehen wie viele Erstklässler die Plätze der Großen einnehmen: „Wir wollen als Gemeinde, als Schulträger alles tun, damit die Görminer Schule perspektivisch bestehen bleibt“, erklärte Görmins Bürgermeister Eckhart Zobel jüngst in einem Gespräch mit dem Nordkurier. Wie berichtet, möchte die Gemeinde ihre Fühler in Richtung Kreisstadt Greifswald ausstrecken – wohl wissend, dass die Grundschulen dort aus allen Nähten platzen.

Eine naturverbundene Einrichtung habe ihre Vorzüge

Die Not des einen, könnte also die Rettung des anderen sein? „Ganz so würde ich es vielleicht nicht ausdrücken. Fest steht aber, dass wir an unserer Kleinen Grundschule auf dem Lande ausreichend Platz haben, durchaus Kinder aufnehmen könnten, deren Eltern die Vorzüge einer kleinen, naturverbundenen Einrichtung durchaus zu schätzen wissen“, lässt der Bürgermeister nicht locker, um auf die Vorzüge seiner Schule aufmerksam zu machen.

Auf die verbale Brautschau folgte nun schnell ein erstes persönliches Kennenlernen: Gemeinsam sprachen Bürgermeister Eckhart Zobel, seine Stellvertreterin Marie-Jeanne Beringer und ein Mitglied aus der Elternvertretung jetzt beim Bildungsausschuss der Stadt Greifswald vor. „Ein wichtiges Thema während dieser Sitzung war der Neubau des Schulcampus an der Verlängerten Scharnhorstsraße. Diese Maßnahme soll in den Doppelhaushalt der Hansestadt 2019/2020 aufgenommen werden“, berichtete Zobel im Anschluss an die Sitzung.

Greifswald fehlt es an Grundschulplätzen

Fakt sei, dass bis zur Fertigstellung dieser Bildungseinrichtung in Greifswald ein akuter Mangel an Grundschulplätzen herrsche. Sogar „das Aufstellen von Schulcontainern wurde bei der Sitzung ins Spiel gebracht“, berichtete Zobel. Die Görminer haben sich diese Informationen angehört und noch während der Ausschusssitzung ihre Hilfe signalisiert:

„Wir haben angeboten, da zu helfen und unsere Schule vorgestellt.Verglichen mit den Klassenstärken in Greifswald könnten wir die vier Klassen, die derzeit bei uns unterrichtet werden, um je zehn Kinder aufstocken. Also ohne bauliche Veränderungen 40 Kinder aufnehmen. Weiterer Bedarf wäre über zusätzliche Raumnutzungen und Renovierungen zu klären.“

Görminer Grundschule bietet sich als Alternative an

Dass das dreiköpfige Lehrerteam der Kleinen Grundschule auf dem Lande in Görmin nach dem Konzept der vollen Halbtagsschule arbeitet, sei bei den Vertretern der Bürgerschaft gut angekommen. Der Görminer Bürgermeister scheint von dem Termin in Greifswald durchaus optimistisch gestimmt zurückgekehrt sein, denn er denkt bereits darüber nach, einen Vertrag aufzusetzen der zwischen den Görminern und Greifswaldern alles regelt, einschließlich Kostenerstattung.

Der Bürgermeister hat offensichtlich auch realistische Gründe, um positiv nach vorn zu schauen, denn: „Die Greifswalder Stadtverwaltung hat nach der Beratung, bei der wir anwesend waren, einen Prüfauftrag bekommen und die Mitglieder des Bildungsausschusses wollen nach Görmin kommen und die Schule zu besichtigen“, kündigte er gerne an.

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