Nach Protesten

Klinik-Schließung: Lenkt die Regierung doch noch ein?

Der anhaltende Protest gegen die Schließung mehrerer Abteilungen des Wolgaster Krankenhauses könnte nun doch noch Erfolg haben.
Carsten Schönebeck Carsten Schönebeck
Erst am Donnerstag hatten in Wolgast rund 800 Menschen für eine Wiedereröffnung der Krankenhaus-Stationen demonstriert.
Erst am Donnerstag hatten in Wolgast rund 800 Menschen für eine Wiedereröffnung der Krankenhaus-Stationen demonstriert. Stefan Sauer
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Wolgast.

Ein Dementi klingt anders. Aber bestätigen will man die Gerüchte auch nicht. Laut einem Bericht der Ostsee-Zeitung arbeitet die Landesregierung daran, die Schließung mehrerer Fachabteilungen am Wolgaster Krankenhaus zumindest teilweise zurückzunehmen - auch wenn der entsprechende Bericht Widerspruch auf den Plan rief: "Ich halte es für schwierig ein Ergebnis vorwegzunehmen, das es zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht geben kann", sagte der Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) am Samstag: "Wir wollen in den kommenden Wochen vernünftige Gespräche mit der Wolgaster Bürgerinitiative führen."

Eine Antwort, die vieles offen lässt, aber schon deutlich von dem abweicht, was Dahlemann noch am Donnerstag im Nordkurier geäußert hatte. Da hatte er noch erklärt, er befürworte die vor gut einem Jahr getroffene Entscheidung, die Stationen für Kinder-, Frauen- und Geburtsmedizin zu schließen. Im Gegenzug sei das Krankenhaus schließlich in anderen Bereichen gestärkt worden.

Fakt ist allerdings, dass sich Vertreter der Regrierungsparteien derzeit intensiv um die Bürgerinitiative bemühen. Erst am Donnerstag hatte der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Sebastian Ehlers, auf einer Demonstration in Wolgast gesprochen. In den kommenden Wochen sind nach Auskunft der Initiative mehrere Gesprächstermine mit Vertretern der Regierung vorgesehen. Den Anfang macht am Dienstag Patrick Dahlemann, aber auch der zuständige Minister Harry Glawe (CDU) und Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) wollen sich mit der Bürgerinitiative treffen.

Fakt ist aber auch: Die Landesregierung kann die geschlossenen Stationen nicht einfach per Befehl aus Schwerin wiedereröffnen. Diverse Kontrollgremien, darunter die Krankenkassen, müssen zustimmen. Zudem müsste sich ein Betrieber finden. Das Krankenhaus Wolgast ist ein Tochterunternehmen der Greifswalder Universitätsmedizin, die sich derzeit in enormer finanzieller Schieflage befindet.

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Kommentare (2)

Herr Dahlemann, noch so ein Raketenstarter. Ohne abgeschlossener Ausbildung, keinen Beruf gelernt, aber ansonsten läuft es wie geschmiert. Da darf man ja gespannt sein, wie das Ringen um die Wolgaster Klinik ausgeht. Ich wünsche der Bürgerinitiative Stehvermögen und einen guten Ausgang im Ringen um die Kinderstation. Es ist so, wie schon oft gesagt und geschrieben. Die Politik hört den Menschen nicht mehr zu, falls sie es überhaupt je getan hat. Alles dreht sich nur um den Streit mit anderen Parteien, um irgendwelche nichtssagenden Koalitionsverträge usw. usw. Wie überall auf der Welt, das allerwichtigste ist die Wahl, die Wähler sind nur Mittel zum Zweck ...

Wie wichtig Vorpommern der Landesregierung ist, zeigt sich an dessem Staatssekretär mit seinen üppigen beruflichen Lebenserfahrungen. Im eigenen Lebenslauf gibt Dahlemann auf seiner Homepage zu, dass ihm eine berufliche Ausbildung einer Kraftanstrengung gleich komme und seine parteipolitische Laufbahn im Wege stehe. Vermutlich ist auch noch die SPD Schuld, ihn zu Wahlen aufgestellt zu haben.