Corona greift um sich: Fast ein Fünftel der Mitarbeiter an der Greifswalder Universitätsklinik ist derzeit krankgeme
Corona greift um sich: Fast ein Fünftel der Mitarbeiter an der Greifswalder Universitätsklinik ist derzeit krankgemeldet. Stefan Sauer
Omikron-Welle

Kliniken in Vorpommern ächzen unter Corona-Belastungen

In der Uni-Medizin Greifswald werden mehr Corona-Patienten behandelt als je zuvor. Gleichzeitig grassiert das Virus auch beim Personal.
Greifswald

Im Kreis Vorpommern-Greifswald wurden binnen einer Woche insgesamt 2 469 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner registriert. Die vom Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) Mecklenburg-Vorpommern für den Wochenanfang bezifferte Inzidenz wäre damit im Vergleich zur Vorwoche um mehr als 100 gestiegen. Zu den Hotspots innerhalb des Landkreises gehört der Amtsbereich Landhagen, rund um die Stadt Greifswald, mit einer neuen Rekord-Inzidenz von 3.373.

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Corona-Daten lassen kaum noch Rückschlüsse zu

Die Statistik ist aber von starken Schwankungen geprägt, sodass die Zahlen auch angesichts begrenzter Melde- und Nachverfolgung nur noch teilweise aussagekräftig seien, räumt man bei den Behörden ein. Demnach soll die Inzidenz im Amt Peenetal/Loitz in den vergangenen sieben Tagen angeblich von 1.770 auf 3.022 gestiegen sein, während in Heringsdorf die Inzidenz von 3.151 auf nur noch 2.061 gesunken sein soll.

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Ebbt die Omikron-Welle bald ab?

Doch es gibt auch vorsichtige Anzeichen dafür, dass möglicherweise der Höhepunkt der aktuellen Welle erreicht sein könnte. So meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) am gestrigen Tag für den Nordosten eine Inzidenz von 2.392,1. Damit würde der Landkreis Vorpommern-Greifswald im Ranking der 371 deutschen Land- und Stadtkreise von der 20. Stelle vor einer Woche auf die 85. Stelle, also in das obere Mittelfeld, zurückkehren. Im Gegensatz dazu rangiert der Landkreis Rostock jetzt mit einer Inzidenz von 3.473 an zweiter Stelle hinter dem absoluten deutschen Hotspot, dem Landkreis Sigmaringen in Baden-Württemberg, mit 3.535.

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Höchste Auslastung in den Krankenhäusern

Insgesamt starben laut offizieller Statistik seit Pandemiebeginn 455 Menschen im Kreis an den Folgen einer Corona-Infektion. Sehr kritisch sei derzeit die Situation in den Krankenhäusern. Mit einer Hospitalisierungs-Inzidenz von 19,5 Neueinweisungen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche seien die Kliniken im Kreis aktuell am meisten belastet. Zum Vergleich: An der Seenplatte liegt die Quote bei 16, im benachbarten Landkreis Vorpommern-Rügen bei 15,5 und im Landkreis Nordwestmecklenburg sogar nur bei 3,8.

In der Unimedizin Greifswald zum Beispiel, wo am Montag der 174. Mensch seit Pandemiebeginn an den Folgen des Virus gestorben ist, werden derzeit 94 Covid-Patienten behandelt – so viele wie nie zuvor. 14 von ihnen müssen intensivmedizinisch betreut werden. Krankheitsbedingt fehlen derzeit 18 Prozent des Personals.

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