Der zierliche Bodenvogel Rotkehlchen wurde mit sechs Exemplaren im Stadtwald erfasst. Fotos: Norbert Warmbier
Der zierliche Bodenvogel Rotkehlchen wurde mit sechs Exemplaren im Stadtwald erfasst. Norbert Warmbier
Die Amsel frisst im Winter mit Vorliebe ausgelegte Apfelstücke
Die Amsel frisst im Winter mit Vorliebe ausgelegte Apfelstücke Norbert Warmbier
Die seltene Weidenmeise lebt als Zwillingsart mit zwei Exemplaren im Revier
Die seltene Weidenmeise lebt als Zwillingsart mit zwei Exemplaren im Revier Norbert Warmbier
Vogelfreund Norbert Warmbier verteilt dutzende Apfelstücke für die Amseln im Zählrevier
Vogelfreund Norbert Warmbier verteilt dutzende Apfelstücke für die Amseln im Zählrevier ZVG
Die Kohlmeise wurde besonders häufig gezählt.
Die Kohlmeise wurde besonders häufig gezählt. Norbert Warmbier
22 Wacholderdrosseln leben zur Zeit im Anklamer Stadtwald
22 Wacholderdrosseln leben zur Zeit im Anklamer Stadtwald Norbert Warmbier
Der Sperber jagt im Ducherower Birkenweg mit 2 Exemplaren
Der Sperber jagt im Ducherower Birkenweg mit 2 Exemplaren Norbert Warmbier
Die Türkentaube, ein Einwanderer aus dem Orient konnte mit 2 Exemplaren erfasst werden
Die Türkentaube, ein Einwanderer aus dem Orient konnte mit 2 Exemplaren erfasst werden Norbert Warmbier
Die Wintervogelzähler Jörg Menge, Norbert Warmbier und Mario Kebschull konnten im Anklamer Stadtwald 19 Arten mit 12
Die Wintervogelzähler Jörg Menge, Norbert Warmbier und Mario Kebschull konnten im Anklamer Stadtwald 19 Arten mit 129 Exemplaren erfassen Norbert Warmbier
Wintervogelzählung

Kohlmeisen gehören zu den häufigsten Singvögeln

Bei der diesjährigen Zählung der Wintervögel gibt es einen klaren Gewinner. Und eine Kommune kann sich sogar als Spatzenhauptstadt bezeichnen.
Anklam

Bereits zum zwölften Mal seit Beginn der größten Vogelzählung in Deutschland unter der Federführung des Naturschutzbundes (Nabu) „Stunde der Wintervögel“ beteiligen sich auch die Anklamer und Ducherower Wildvogelfreunde. Bei bestem Winterwetter hatte Corona-bedingt die nur recht kleine Gruppe sehr günstige Zählbedingungen. So wurden sie bei Sonnenschein sofort empfangen mit Meisengezwitscher im kleinen Mischwaldbestand des Stadtwaldes.

Auch nicht heimische Meisen zählen dazu

Darunter war auch gleich die häufigste Vogelart im Revier, die mit 14 Zentimeter gelb-schwarze Kohlmeise. Die größte Meisenart Europas hüpfte mit 34 Exemplaren durch das Gelände. Der Unterschied ist schon krass, denn im Vorjahr konnte der Höhlenbrüter mit nur 14 Exemplaren registriert werden. Es müssen aber nicht nur heimische Kohlmeisen sein, wissen Ornithologen. Viele dieser Singvögel werden im Herbst in Osteuropa zu Zugvögeln, und so konnten schon beringte Kohlmeisen aus der Moskauer Region in Vorpommern entdeckt werden. In den drei Meisentrupps waren auch zwei Weidenmeisen und 14 Blaumeisen.

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Die Weiden- und die Sumpfmeise gehören zu den Graumeisen, die zu den Zwillingsarten zählen, da sie sich verblüffend ähnlich sehen und nur durch Ornithologen unterschieden werden können. Die nur 11,5 Zentimeter zierlichen Meisen haben beide einen schwarzen Oberkopf, der aber bei der Weidenmeise völlig matt ist und der dunkle Schweif reicht weiter in den Nacken. Der von der Sumpfmeise ist schwarz glänzend und ihr Kehlfleck recht klein. Beide unterscheiden sich aber deutlich in der Stimme, denn die Lockrufe der Weidenmeise sind ein gedehntes „däh-däh“ und die Sumpfmeisen lassen ein zeterndes „psi-zjä“ hören. Die Meisen sind wie viele andere überwinternde Singvögel unserer Heimat in der Lage, ihren Nahrungsplan umzustellen. Im Frühling und Sommer sind sie Insektenfresser, im Herbst und Winter Samen- und Körnerfresser.

Wacholderdrosseln sind am zweithäufigsten

Recht auffallend waren auch die zweitstärksten gefiederten Vertreter mit immerhin 22 Wacholderdrosseln, die leider 2021 fehlten. Im Laub stöberten vier Amseln nach Insekten (5 in 2021). Leider ist Insektenkost jetzt mehr als rar und so füttern die Anklamer Vogelfreunde im Winter die Drosseln mit zerschnittenen Äpfeln. Die bunteste Drosselart Europas mit ihrem blaugrauen Kopf und Bürzel, braunem Rücken und weißer Unterflügelzeichnung wurde früher in großen Scharen gefangen.

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Als Krammetsvögel waren sie ein beliebter Festtagsschmaus. Heute ist sie in Vorpommern, so in Jarmen, Anklam und um Rothenklempenow ein seltener Brutvogel, der durch das Bundesnaturschutzgesetz auf der sicheren Seite steht. Der gewaltigste Vogel der Ordnung Passeriformes, also Sperlings- oder Singvögel, ist der 64 Zentimeter große Kolkrabe. Riesig für einen Singvogel sind die ein Meter Flügelspannweite und 1,5 Kilogramm Gewicht. Dies bedeutet für den häufigen Allesfresser Weltrekord, auch wenn sein Gesang nicht meisterlich klingt, ist er der größte Singvogel der Erde. Meist hört man aber nur ein tiefes „korrk-korrk“.

Rotkehlchen ist ein echter Meistersänger

Ein echter Meistersänger dagegen ist das Rotkehlchen, welches zu jeder Jahreszeit und selbst bei einsetzender Dunkelheit sein zartes Liedchen vorträgt. Mit wechselnden Lauten, flötenden Passagen mit ganz leisen, kaum hörbaren, dahin perlenden Strophen, die sich im Ultraschallbereich verschlucken, singt es auch jetzt in Vorpommern-Greifswald. Die Wintervogelzählung erbrachte im Anklamer Stadtwald 19 Vogelarten mit 129 Exemplaren (2021 18 Vogelarten mit 86 Exemplaren). Der Ducherower Erhard Storch zählte die Wintervögel am Futterhäuschen an seinem Eigenheim im Birkenweg. Sehr interessant unter den neun Vogelarten mit 170 Exemplaren sind hier 100 Feld- und 50 Haussperlinge, sowie die beiden hier jagenden Greife Sperber. Ein weiterer jagender Sperber wurde im Zählgebiet Ducherower Bahnhof entdeckt. Gewaltig auch hier die 120 Feldsperlinge. Damit ist Ducherow die Region mit den meisten Spatzen in Deutschland, denn hunderte treibt es auch immer wieder an die Maissilos.

 

 

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