An der Unimedizin Greifswald helfen künftig noch mehr Soldaten aus.
An der Unimedizin Greifswald helfen künftig noch mehr Soldaten aus. Stefan Sauer
Personalmangel

Krankenhäuser setzen wegen Omikron auf die Bundeswehr

Ein Abflauen der Omikron-Welle ist auch im Landkreis Vorpommern-Greifswald nicht in Sicht. Die Krankenhäuser setzen jetzt auf die Bundeswehr.
Greifswald

Immer mehr Menschen im Nordosten stecken sich mit der Omikron-Variante an. Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) lag am Dienstag die Inzidenz im Landkreis Vorpommern-Greifswald bei 1031,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche.

Wegen des sturmbedingten Systemausfalls konnte die Kreisverwaltung am Dienstag keine detaillierten Daten für die jeweiligen Ämter veröffentlichen. Zuletzt hatte der Kreis am vergangenen Donnerstag besonders hohe Inzidenzzahlen im Uecker-Randow-Tal (1669), im Amt Torgelow-Ferdinandshof (1560), im Amt Löcknitz-Penkun (1173) sowie in der Stadt Pasewalk (1096) registriert.

38 Corona-Patienten in der Unimedizin

Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz bei der Hospitalisierung von 12,3 bleiben die Krankenhäuser weiterhin sehr belastet, wenngleich sich die Lage auf den Intensivstationen etwas entspannt hat. Es gilt wieder im Kreis die Corona-Stufe Rot. An der Unimedizin Greifswald werden derzeit 38 Patienten mit einem positiven Coronabefund behandelt, davon sieben auf Intensivstation.

Bei 31 dieser Patienten sei nicht klar, ob sie mit oder wegen Corona erkrankt seien, sagte Sprecher Christian Arns. „Für uns ist das aber völlig irrelevant, weil diese Patienten infektiös sind und deshalb der Isolationsaufwand gleichermaßen groß ist.“ Hinzu kämen sieben Patienten, die zwar nicht mehr infektiös seien, aber zum Teil unter schweren Atemproblemen leiden würden.

14 weitere Soldaten eingearbeitet

Zunehmend belasten Personalausfälle die Situation an den Krankenhäusern. An der Unimedizin seien aktuell 14 Prozent aller Pflegekräfte und drei Prozent im ärztlichen Bereich wegen Corona nicht einsatzbereit. Deutlich weniger als zehn Prozent aller am Patienten tätigen Kräfte seien noch nicht geimpft, sagte Arns. In den anderen Krankenhäusern liegen laut Kreisverwaltung die Zahlen aber höher.

Die Kliniken setzen nun zunehmend auf die sogenannten „Helfenden Hände“ der Bundeswehr. Nachdem bereits 16 Soldatinnen und Soldaten im Ameos Klinikum Ueckermünde und 12 am Ameos Klinikum Anklam tätig sind, sollen ab Mittwoch 14 weitere Kräfte an der Unimedizin Greifswald eingearbeitet werden.

Erste Viertimpfungen für Ältere

Diese würden aber nicht in der unmittelbaren Krankenpflege tätig sein, sondern zum Beispiel in der Logistik und im Hygienebereich, betonte Arns. Der Einsatz soll zunächst bis zum 22. Februar dauern.

Nach Angaben von Landrat Michael Sack (CDU) hat das Impfgeschehen seit Weihnachten wieder deutlich nachgelassen. Inzwischen würden jedoch bei älteren Personen die ersten Viertimpfungen und bei Kindern die ersten Zweitimpfungen verabreicht. „Insgesamt könnten wir aber deutlich mehr impfen. Personal, Struktur und Impfstoff sind ausreichend vorhanden. Und wir werden in diesem Jahr auch wieder an eher ungewöhnlichen Orten wie an Badestränden Impfungen anbieten.“

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