Marita Blödow geht nach 48 Jahren als Krankenschwester im Krankenhaus in den Ruhestand. Enkelin Vanessa Albrecht beginnt dort im September ein Ausbildung.
Marita Blödow geht nach 48 Jahren als Krankenschwester im Krankenhaus in den Ruhestand. Enkelin Vanessa Albrecht beginnt dort im September ein Ausbildung. Matthias Diekhoff
Das Anklamer Krankenhaus war fast 50 Jahre lang der Arbeitsplatz von Marita Blödow.
Das Anklamer Krankenhaus war fast 50 Jahre lang der Arbeitsplatz von Marita Blödow. peMareike Klinkenberg
Nach 48 Jahren

Krankenschwester gibt den Staffelstab an Enkelin weiter

Sie sei immer gern zur Arbeit ins Krankenhaus gegangen, sagt Marita Blödow. Nun allerdings freut sie sich auf andere Dinge.
Anklam

Eigentlich hatte Marita Blödow mit mehr Wehmut gerechnet. 48 Jahre hat sie im Anklamer Krankenhaus als Krankenschwester gearbeitet und ist damit die wohl dienstälteste Mitarbeiterin der Ameos-Einrichtung.

Am Montag ist ihre letzte Arbeitswoche angebrochen, doch statt Abschiedsstimmung herrschte Vorfreude auf das, was da nun noch alles kommen mag. Den Hobbys nachgehen, Freunde treffen, sich um die drei Enkel kümmern. Kurz: Das Leben genießen. Denn alles im Leben hat seine Zeit.

Genau die richtige Wahl getroffen

Im Jahr 1974 war es für Marita Blödow an der Zeit, sich nach zehn Jahren Schule eine Ausbildung zu suchen. Die Auswahl sei damals nicht allzu groß gewesen, erinnert sie sich. Also habe sie sich entschieden, den Beruf der Krankenschwester auszuprobieren, denn immerhin könne man da Gutes tun.

Lesen Sie auch: Anklamer Klinik-Neubau ist voll im Plan

Nach etwa einem halben Jahr habe für sie dann festgestanden, dass die Wahl genau richtig war. Sie hatte gemerkt, dass sie von den Patienten gebraucht wird. Zugleich spürte sie deren Dankbarkeit für die Zuwendung und empfing so selbst Aufmerksamkeit und Anerkennung. Alles Dinge, die sie nach wie vor sehr wichtig findet.

Intermezzo in der Rettungsstelle

Nach der Ausbildung war Marita Blödow bis 1986 in der „Inneren” tätig und wechselte dann zur Rettungsstelle, woran sie sich noch heute gern erinnert. 1992 ging es dann zurück „auf Station”, wo sie seit 2015 vor allem administrative Aufgaben übernommen hat, also eher am Schreibtisch zu tun hat.

Aber nach wie vor kann sie auch ihre Kollegen unterstützen, berichtet die 66-Jährige. Natürlich habe es in der ganzen Zeit Höhen und Tiefen gegeben. Aber eigentlich sei sie immer gerne zur Arbeit ins Krankenhaus gekommen.

Mehr lesen: Ameos-Kliniken setzen auf Impfangebote

Freude am Beruf weitergegeben

Diese Freude am Beruf scheint sich nun auch auf ihre Enkelin Vanessa Albrecht übertragen zu haben. Auch wenn die vergangenen zwei Jahre im Krankenhaus dank der Corona-Pandemie alles andere als einfach waren. Nachdem die junge Frau bereits während der Schulzeit Praktika im Krankenhaus absolviert hat, leistet sie dort nun ein Freiwilliges Soziales Jahr ab.

Und am 1. September beginnt die 17-Jährige dann schließlich eine Ausbildung zur Pflegefachfrau. Dabei wird sie verschiedene Stationen durchlaufen. Am liebsten würde sie später aber in der Notaufnahme arbeiten, wo sie auch schon einige Erfahrungen gesammelt hat.

Wenn es dabei Fragen gibt, könne sie sich natürlich immer an ihre Oma wenden, sagt Marita Blödow. Und vielleicht sagt dann auch die Enkelin irgendwann: „Diesen Beruf würde ich immer wieder machen.”

 

zur Homepage