FINANZHILFE

Kreis und Gemeinden stellen sich hinter Landesbühne

Es ist mehr ein politisches Signal als eine starke Finanzhilfe: Der Landkreis Vorpommern-Greifswald will die Vorpommersche Landesbühne mit zusätzlich 50 000 Euro untersützten – wenn das Land sich bewegt.
Philipp Schulz Philipp Schulz
Ohne feste Zusagen vom Land könnte es bald düster werden an der Vorpommerschen Landesbühne.
Ohne feste Zusagen vom Land könnte es bald düster werden an der Vorpommerschen Landesbühne. Weronika Janusz
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Anklam.

Dass die Vorpommerschen Landesbühne nicht gerade in finanziell rosigen Zeiten lebt, ist kein Geheimnis. Auch wenn jüngst der Mindestlohn umgesetzt wurde, zahlt das Schauspielhaus nach wie vor 22 500 Euro Bruttolohn im Jahr – 40 Prozent unter dem branchenüblichen Niveau anderer Häuser in Mecklenburg-Vorpommern. Konkurenzfähig ist etwas anderes, betrachtet man nur die nackten Zahlen. Trotzdem besuchen jedes Jahr rund 80 000 Gäste die Landesbühne, Häuser in fünf vorpommerschen Gemeinden werden bespielt. Die Landesbühne ist Kulturgarant in der Region. Das will der Kreis nun auch mit Zahlen untermauern. Anfang April wird der Kreistag über einen Antrag der Verwaltung beraten.

Förderung soll auch politisches Signal sein

Die jährliche Förderung von 200 000 Euro soll ab diesem Jahr um 50 00 Euro erhöht werden. Die Finanzspritze soll auch ein deutliches politisches Signal in Richtung Landesregierung sein. Der Kreis bekennt sich klar zu seinen Kulturschaffenden und will diese trotz eigener finanzieller Schwierigkeiten fördern. Das Land soll aber bei der Unterstützung dabei sein. Deswegen hat der Kreis auch ein „Aber” in den Antrag einfließen lassen. Im Beschlusstext heißt es, dass Vorraussetzung für eine kreisliche Förderung sei, dass das Land sich bewege und den erforderlichen Fehlbetrag bis zur finanziellen Deckung übernehme. Wie hoch dieser für 2019 sein wird, kann im Moment nicht gesagt werden. Wolfgang Bordel, Intendant der Vorpommerschen Landesbühne, freut sich über das Entgegenkommen: „Für uns ist das ein wichtiges Zeichen der Unterstützung und ein wichtiges Zeichen in Richtung Landesregierung.”

Auch Gemeinden erhöhen die Förderung

Denn nicht nur der Kreis, auch die Gemeinden, an denen die Landesbühne Spielstätten unterhält, haben bereits ihre Investitionen erhöht. Allein Anklam hat die Fördersumme von 100 000 Euro auf 175 000 Euro erhöht.

Laut Bordel habe man seit Langem nichts mehr vom Kultusministerium gehört. Dieses hat die Landesbühne nicht in den Theaterpakt aufgenommen, als der im Sommer 2018 beschlossen wurde. Begründung damals: Die Landesbühne sei eine GmbH und befinde sich nicht in kommunaler Trägerschaft. Ob sich das Kultusministerium nun finanziell bewegt, ist offen.

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Kommentare (4)

Wenn ich die plakativen Parolen schon lese, die schon jahrelang hängen; Kann weg. Der Steuerzahler dankt.

die Ihnen offenbar fehlen, insoweit verstehe ich Ihren Kommentar.

Wenn sich eine Unternehmung nicht trägt, weil sein Angebot durch fehlende Nachfrage nicht ankommt, muß die Unternehmung ihr Angebot ändern. Soweit zu betriebswirtschaftlichen Grundlagen, die Ihnen anscheinend nicht geläufig sind.

so wie praktisch jede Behörde, jedes Amtsgericht, welches es nurnoch in "großen" Ortschaften gibt, sollen wir auch jede Arztpraxis aufm Land sterben lassen? Keine Unterstützung mehr für Sozialangebote vor Ort...ja stimmt wozu auch, solln doch die Leut am Arsch der Heide verrotten...stellt doch selbst was auf die Beine ihr Arbeitslosen und Rentner, ist ja nicht unser Problem....und des ist was ihr Nationalisten(AfD/NPD) geil findet? Wollt ihr dann mit eurerm Parteigeld in den Ortschaften Angebote schaffen und die Einwohner euch Rattenfängern zutreiben?...ziemlich lame.