„END OF LANDSCHAFT”

Kritischer Windkraft-Film zieht in Anklam viele Besucher an

Die Dokumentation „End of Landschaft” nimmt die Diskussion über regenerative Energien auf. In Anklam sahen 140 Menschen den Film von Jörg Rehmann.
Karsten Riemer Karsten Riemer
An der Kinokasse hatte Matthias Karstädt am Samstag alle Hände voll zu tun. Am Sonntag kamen dann noch einmal mehr Besucher.
An der Kinokasse hatte Matthias Karstädt am Samstag alle Hände voll zu tun. Am Sonntag kamen dann noch einmal mehr Besucher. Karsten Riemer
Im gut besuchten Anklamer Kinosaal wurde die Vorstellung mit Spannung erwartet. „End of Landschaft“ traf den Nerv der Gäste.
Im gut besuchten Anklamer Kinosaal wurde die Vorstellung mit Spannung erwartet. „End of Landschaft“ traf den Nerv der Gäste. Karsten Riemer
Anklam.

Gespannte, teils entsetzte Gesichter und angeregte Diskussionen – mit seiner Filmauswahl am Wochenende traf Kinobetreiber Matthias Karstädt den Nerv der Besucher. Als einziges Kino in Vorpommern zeigte das Kinocenter Anklam den Dokumentarfilm „End of Landschaft – Wie Deutschland das Gesicht verliert“. Organisiert wurden die Sondervorführungen vom Dorfverein Freie Friedländer Wiese.

Bereits im Vorfeld war sich Karstädt aufgrund des kontroversen Themas Windkraft sicher, dass es reichlich Zulauf geben würde. Dass es insgesamt sogar 140 Kinogänger wurden, war für den Kinobetreiber auch eine kleine Überraschung. „Das ist für so einen Film schon heftig, das schaffe ich mit manchen Blockbustern nicht“, sagte er.

Ende des vergangenen Jahres wurde der Film von Regisseur Jörg Rehmann uraufgeführt. Ziel der Dokumentation war es, sich kritisch mit der deutschen Energiewende und dem Klimaschutz auseinanderzusetzen. Ausgehend vom Odenwald im Südwesten der Republik brachte die Recherche Rehmann auch bis nach Ostfriesland und Mecklenburg-Vorpommern. Der Film soll darstellen, wo sich eine Politik auswirkt, die vorwiegend in den Städten gewählt wird, heißt es im zugehörigen Programmheft.

Aufführungen in Neustrelitz und Malchin geplant

Schon in Demmin hatte der Film für Diskussionen gesorgt. Und auch vor Filmbeginn kam es im Anklamer Foyer des Kinos zu angeregten Gesprächen unter den Gästen. „Wir sind keineswegs gegen Windkraft“, sagte Ursula Grebing-Linder. Dennoch wurde Kritik an politischen Entscheidungen laut. „Solange die Windräder einfach nur rumstehen, sehe ich nicht ein, dass noch welche gebaut werden“, sagte sie. Vor allem die fehlenden Speichermöglichkeiten für die überschüssige Energie und die benötigten Stromtrassen sah die Kinogängerin als großes Manko an der Energiewende. „Und mit unserem Strompreis zahlen wir das mit“, entrüstete sich Grebing-Linder.

Auch Stolpes Bürgermeister Marcel Falk saß am Samstag im Anklamer Kino. Er hält den Film für wichtig in der aktuellen Debatte um die Windkraft. Denn in der Region stehen in naher Zukunft Ausweisungen für neue Windkraftgebiete bevor. „Der Film sollte in jeder Gemeindevertretersitzung gezeigt werden, bevor darüber entschieden wird“, so Falk.

Vielen Gästen sei der Film sehr nahe gegangen, fasste Kinobetreiber Karstädt zusammen. Inwieweit auch andere Kinos der Region den Film in Zukunft noch zeigen, bleibt abzuwarten. „Man arbeitet jetzt daran, den Film auch in Neustrelitz und Malchin zu zeigen“, sagt er. Auch in Anklam wird über eine weitere Vorführung nachgedacht, dann in Beisein des Regisseurs. Die Kritiker der Windkraftanlagen wird es freuen.

StadtLandKlassik - Konzert in Anklam

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