„Forza Atletico!” schallte es diese Woche über den Krusenfelder Fußballplatz.
„Forza Atletico!” schallte es diese Woche über den Krusenfelder Fußballplatz. Anne-Marie Maaß
Trainer Roberto will aus den vorpommerschen Jungs clevere Spieler machen.
Trainer Roberto will aus den vorpommerschen Jungs clevere Spieler machen. Anne-Marie Maaß
Kleines Feld und kurze Pässe, darauf legen die Trainer wert.
Kleines Feld und kurze Pässe, darauf legen die Trainer wert. Anne-Marie Maaß
Beim Atletico-Training geht es ordentlich zur Sache.
Beim Atletico-Training geht es ordentlich zur Sache. Anne-Marie Maaß
Die jüngsten Kicker beim Camp sind sechs Jahre alt.
Die jüngsten Kicker beim Camp sind sechs Jahre alt. Anne-Marie Maaß
Paul Pietsch vom VFC Anklam hilft den beiden Trainern.
Paul Pietsch vom VFC Anklam hilft den beiden Trainern. Anne-Marie Maaß
Feriencamp

Dorfverein in Vorpommern trainiert wie Atletico Madrid

Atletico Madrid, einer der erfolgreichsten Fußballvereine Spaniens, will hiesigen Nachwuchstalenten seine Spielkultur vermitteln. Doch wie kommen die Spanier ausgerechnet nach Vorpommern?
Krusenfelde

„Forza Atletico!”, schallt es über den Krusenfelder Sportplatz. Der 19-jährige Lyubo heizt die Jungs, die um ihn herum einen Kreis gebildet haben, richtig an. Gut haben sie gespielt, lobt er das kurze Fußball-Match auf dem Kleinfeld. Auch Trainer Roberto, der am Rand steht, nickt anerkennend. Bereits zuvor hat er den Jungen Szenenapplaus bei einzelnen Aktion im Spiel zugerufen.

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Regulär trainiert der Mann aus Spanien den U14-Nachwuchs von Atletico Madrid. Der spanische Traditionsverein hat in der Profiklasse zuletzt 2021 die Meisterschaft für sich entschieden – gegen den Stadtrivalen Real Madrid. Titel wie die Uefa Europa League stehen ebenfalls gleich mehrfach in der Vereinsgeschichte zu Buche. Doch wie kommen die Spanier nun nach Vorpommern – und da auch noch ausgerechnet nach Krusenfelde?

Überraschendes Angebot per E-Mail

Im E-Mail-Postfach hat der Krusenfelder Vereinschef einfach ein Angebot für eine Kooperation gefunden, berichtet Tilo Pohlmann. Es war keine Spam-Nachricht, wie sich zeigte. Die Nachfrage war echt – nach kurzer Absprache stand das Angebot einer Trainingswoche für den Vereinsnachwuchs und begeisterte junge Fußballer aus der Region fest.

„Ich glaube, darauf können wir als kleiner Verein ziemlich stolz sein”, sagt Pohlmann. Vier jungen aus der eigenen Jugend sind nun dabei, außerdem kommen die Jungen aus Greifswald, Gützkow, Völschow oder auch Anklam zur Trainingswoche zusammen.

Smarte Spieler sind gefragt

Fünf Tage von Montag bis Freitag von 10 bis 15 Uhr sind sie nun ein Team und trainieren gemeinsam. Dabei komme es vor allem darauf an, clevere Spieler zu formen, erklärt der spanische Trainer. Es gehe eben nicht nur darum, dass die Jungen technisch fit sind, das können sie auch alleine üben und zu Hause gegen die Hauswand passen, so der Spanier. Worauf es bei smarten Spielern jedoch ankommt, ist, das Spielprinzip zu verstehen. Nicht nur zu wissen, wie Spielzüge ablaufen müssen, sondern auch warum.

Genau das sollen die insgesamt 27 Kinder von sechs bis 15 Jahren in der Trainingswoche verinnerlichen. Sie lernen die Spielkonzepte von Atletico Madrid, erklärt Roberto. Mit dieser Aufgabe sei der Verein nach Deutschland gekommen und will vor allem die Jugend fördern.

Spaß an der Bewegung

Über allem fußballerischen Können steht allerdings noch der Spaß an der Bewegung. Wenn die Jungs gemeinsam zusammen Sport machen und dabei lachen und sich über gute Spielzüge freuen, sei viel gewonnen, verdeutlichen die Trainer. Die Jungen tanken zudem Selbstbewusstsein, das sie auch in das normale Vereinstraining mitnehmen, auch das sei den Organisatoren wichtig.

Und auch mancher Lehrer an der heimischen Schule dürfte sich über das Ferienangebot freuen: Mit den größeren Jungs unterhält sich der Atletico-Trainer nämlich nur auf Englisch – ein Nebeneffekt, den auch Tilo Pohlmann vom Krusenfelder BSV schätzt.

Er selbst hat ebenso Urlaub genommen und sitzt nun jeden Tag am Spielfeldrand. Schnell ist das Spiel ohne lange Pausen, kurze Pässe, kleine Räume – sehr fordernd sei das für die Kids, die jeden Abend platt sind, wie auch die Eltern berichten, sagt Pohlmann. Auch als Trainer könne man da noch einiges lernen und sich abschauen, sagt er und beobachtet gespannt die nächste Trainingseinheit.

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