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Kapelle

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Künstler hauchen Kapelle Leben ein

Konzerte und Theaterspiel in Alt Jargenow

"Das ist ein ganz stiller Ort", sagt Sil Zobel und schaut aus dem Fenster ihres Hauses in Alt Jargenow, "nur zu Pfingsten verirren sich auch viele Fremde in das kleine Dorf, zu Kunst offen." Die Künstlerin, die vorwiegend Bilder malt, hat sich mit ihrem Mann in dem kleinen idyllischen Dorf niedergelassen. Aber nicht nur, um selbst Ruhe zu finden. "Wir wollen im Dorf Kultur anbieten", sagt Eckhart Zobel. Der Diplom-Ingenieur hat zusammen mit seiner Frau Leben in die kleine Kapelle von Alt Jargenow gebracht. "SpendenaktionSeit 1999 finden hier jährlich Konzerte statt, werden kleine Theaterstücke aufgeführt, und es gibt auch Ausstellungen. "Begonnen hat eigentlich alles aber schon 1997", erinnert sich Eckhart Zobel, "damals hatte die Kirchengemeinde zu einer Spendenaktion aufgerufen, um die Kapelle zu sanieren." Geld wurde für die Erneuerung des Fußbodens, neue Stühle und die Rekonstruktion der Kanzel gebraucht. An diesem Aufruf hatte sich Familie Zobel aktiv beteiligt. Insgesamt 5900 Mark sind damals zusammengekommen. "Mit diesem Geld konnten die besagten Reparaturen erledigt werden", weiß der Alt-Jargenower. Danach gab es in der kleinen Kapelle viele verschiedene Veranstaltungen. So kam wieder mehr Leben ins Dorf. Es gab in der Kapelle wieder Gottesdienste und Taufen.  "Bald neue Glocke" Das genügte uns nicht", sagt Sil Zobel, "darum haben wir bekannte Künstler dazu überredet, Kultur in die Kapelle zu tragen. Und besonders die Konzerte, die Musiker aus Berlin einmal im Jahr in Jargenow gestalten, kommen sehr gut an." Bislang gab es drei solcher Konzerte. Aber auch die Theaterstücke werden von den Besuchern angenommen. "Wir haben für dieses kulturelle Projekt in der Kapelle Fördermittel vom Landkreis erhalten", erzählt Eckhart Zobel, "so sind solche Veranstaltungen eigentlich erst möglich." Familie Zobel hat für die Theateraufführungen einen Schauspieler gewonnen, der sich ebenfalls in Alt Jargenow angesiedelt hat. Er spielt zumeist in Theatern wie Cottbus oder Neustrelitz oder nutzt Arrangements in anderen Regionen. Marko Bahr ist in dem kleinen Dorf der Gemeinde Görmin genauso wie Familie Zobel engagiert, sich kulturell einzubringen. In diesem Jahr ist wiederum ein Konzert geplant, zudem wird die Kapelle zu Pfingsten zu Kunst offen wieder für alle zugänglich sein. Auch Theaterstücke sind angedacht und vielleicht eine Fotoausstellung, die die Künstlerin Sil Zobel gestalten will. Neben den Veranstaltungen in der Kapelle bietet Sil Zobel im Dorf Kurse an, die Malen und Bewegung in sich vereinen. "Dazu gehen wir auch in die Kapelle oder durchs Dorf", erzählt die Künstlerin, "zeichnen, was wir sehen, und schließen dabei die Bewegung mit ein. "Eckhart Zobel will in diesem Jahr Yoga-Kurse anbieten. "Vielleicht finden sich Interessenten, die mitmachen möchten", sagt er, "ich will in der Gemeinde zunächst einen Versuch starten." Derzeit engagieren sich beide auch dafür, dass die kleine Kapelle eine Glocke samt Glockenstuhl erhält. Dazu wurde schon Geld gesammelt, 5000 Mark sind bereits zusammengekommen. "Wir verkaufen kleine Glöckchen, die Behinderte in einer Werkstatt im Brandenburgischen Land gefertigt haben", erzählt Sil Zobel, "wir haben die Glocken dort erworben und verkaufen sie jetzt hier." Etwa 8000 Mark sind nötig für eine Glocke in Alt Jargenow.