LOCKERUNGEN IM EINZELHANDEL

Kunden bummeln und stöbern weniger

Anklams Geschäfte haben inzwischen größtenteils wieder geöffnet, vieles ist aufgrund der Hygieneauflagen aber anders geworden. Wie geht's den Unternehmern am Markt nach den Lockerungen?
Durchatmen: Wenn gerade keine Kundschaft im Geschäft verweilt, nehmen Annegret und Cathleen Eggert vom gleichnamigen Mode
Durchatmen: Wenn gerade keine Kundschaft im Geschäft verweilt, nehmen Annegret und Cathleen Eggert vom gleichnamigen Modehaus ihre Gesichtsmasken auch mal ab. Dennis Bacher
In diesen Zeiten gibt Eiscafé-Betreiber Steffen Schürmann sein Eis nur hinter einer Plexiglasscheibe aus. Für
In diesen Zeiten gibt Eiscafé-Betreiber Steffen Schürmann sein Eis nur hinter einer Plexiglasscheibe aus. Für das Nordkurier-Foto hat er sie kurz entfernt. Dennis Bacher
Anklam.

Vom Normalzustand wollen lokale Einzelhändler in Anklam nach der Wiederaufnahme ihrer Geschäfte nach der Corona-Zwangspause aktuell noch nicht sprechen. Zu präsent seien die Hygienevorschriften, die in vielen Läden dafür sorgen, dass die Kunden aufs gewohnte Bummeln und Stöbern verzichten und ihre Einkäufe stattdessen so schnell wie möglich erledigen. Hinzu komme für Viele die Ungewissheit, was die Zukunft mit sich bringen wird. In Anklam macht sich dennoch ein wenig Optimismus bemerkbar – im Modehaus Eggert und im Eiscafé am Markt zum Beispiel.

Den hinteren Sitzbereich seines Eiscafés hat Chef Steffen Schürmann aktuell noch abgesperrt. Eine Plexiglasscheibe auf dem Tresen sowie Hinweisschilder zur Einhaltung der Maskenpflicht und des Mindestabstands machen auch im vorderen Bereich deutlich: Die Normalität ist auch im Eiscafé noch nicht gänzlich zurück.

Dennoch: Die lange Warteschlange, die sich am Wochenende über einige Meter vor der Eisdiele erstreckt hatte, macht Mut, was die warmen Monate angeht. „Das war schon ein gutes Gefühl“, berichtet Schürmann. Einen solchen Motivationsschub hätte er dieser Tage auch gut gebrauchen können.

Kein Eisverkauf auch bei schönstem Wetter

Über drei Wochen war sein Eiscafé zuletzt geschlossen, ehe das Geschäft im April mit Außerhausverkauf allmählich wieder anlief. Eine harte Zeit für den Chef, auch finanziell: „Da hast du draußen das schönste Wetter und darfst dennoch kein Eis verkaufen“, erinnert er sich an den Beginn der Einschränkungen im März. Nun ist der Betreiber froh, seinen Kunden endlich wieder die Möglichkeit zu geben, ihr Eis auf den Garnituren vor dem Laden zu genießen. „Allmählich haben die Leute wieder Lust auf Eis“, freut er sich.

Ähnliches können Annegret und Cathleen Eggert vom gleichnamigen Modehaus berichten. Nachdem die Unternehmerinnen ihr Geschäft Ende April unter Auflagen wieder öffnen konnten, soll sich der Kundenzulauf allmählich wieder dem Normalzustand annähern. „Zahlreiche Stammkunden schauten in den vergangenen Wochen vorbei, auch, um uns einfach nur „alles Gute“ zu wünschen“, erzählen die Frauen. „Das hat uns gefreut und auch Mut gemacht.“

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Bitter: Weil zuletzt kaum Hochzeiten, Jugendweihen und Geburtstagsfeiern stattfinden konnten, benötigte auch so gut wie niemand einen neuen Anzug, wie Cathleen Eggert erklärt. Lediglich ein halbes Dutzend Anzüge konnten die Betreiberinnen in den vergangenen Wochen veräußern. „Das ist nichts im Vergleich zum Normalfall“, sagt Mutter Annegret Eggert. Zumal der Verkauf von Anzügen ihr Kerngeschäft sei. Eine weitere längere Schließung würde das Modehaus Eggert wohl kaum verkraften, so die Frauen.

Mehrmals wird täglich desinfiziert

Auf die Hygienevorschriften achten die beiden genau. Täglich werden alle Griffe und Klinken desinfiziert, auch das EC-Karten-Gerät an der Kasse wird regelmäßig gesäubert. Weil gerade beim Hosenabstecken und Halsabmessen der Kundenkontakt nicht auszuschließen sei, sind Masken zudem unverzichtbar. Auch die Kunden würden sich angesichts der Situation durchaus umsichtig und vorsichtig verhalten.

Die Zeit hinter verschlossenen Türen nutzten die Unternehmerinnen zuletzt, um ihren Verkaufsbereich zu erweitern: Der Bereich für Anzüge erstreckt sich inzwischen auch über den ehemaligen Friseurladen neben dem Modehaus. Was die Zukunft angeht, zeigen sich Annegret und Cathleen Eggert optimistisch: „Spätestens dann, wenn all die Feste und Feiern nachgeholt werden, brauchen die Leute auch wieder neue Anzüge!“

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