Ständige Ruhestörung

Lärmender Nachbar treibt Anklamerin in die Verzweiflung

Der Lärm vom Nachbarn ist für eine Anklamerin nicht mehr auszuhalten. Anzeigen bei der Polizei und der Weg zum Ordnungsamt haben bislang nicht geholfen. Doch eine Möglichkeit gibt es noch.
Anne-Marie Maaß Anne-Marie Maaß
Der ständige Lärm vom Nachbarn, sei es die Kettensäge oder der Häcksler, treiben eine Anklamerin in den Wahnsinn.
Der ständige Lärm vom Nachbarn, sei es die Kettensäge oder der Häcksler, treiben eine Anklamerin in den Wahnsinn. Patrick Pleul
Vielleicht kann Streitschlichterin Ilona Zerbe (Die Linke) helfen.
Vielleicht kann Streitschlichterin Ilona Zerbe (Die Linke) helfen. Anne-Marie Maaß
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Anklam.

Eine Anklamerin hält es nicht mehr aus: Sie fühlt sich in ihrer Lebensweise stark beeinträchtigt – durch den Nachbarn. Seit dieser im September 2018 neben ihr eingezogen ist, leide sie unter einer permanenten Ruhestörung. Kettensägen und Häcksler würden ihr auch an Feiertagen und am Sonntag den Nerv rauben – teils über Stunden, erzählt die Frau.

In ihrer Not wandte sie sich sogar an die Anklamer Stadtvertreter in deren jüngster öffentlicher Sitzung. Gespräche seien bislang nicht zielführend gewesen. Deshalb folgten bereits mehrere Anzeigen beim Ordnungsamt und der Polizei. Ein Lärmtagebuch belege die Dauer-Ruhestörung, erzählt die verzweifelte Frau. Mittlerweile denke sie schon mit Beklemmungen an das bevorstehende Wochenende.

Gibt es noch eine klitzekleine Chance auf eine gütliche Einigung mit ihrem Nachbarn? Dabei helfen kann jedenfalls die Schiedsstelle der Stadt Anklam. Bereits in der dritten Amtszeit üben Ilona Zerbe (Linke) und Günther Schillhabel (CDU) dieses Ehrenamt aus. Sie helfen dabei, Lösungen für Konflikte zu finden. Das nun vorgetragene Lärmproblem unter Nachbarn sei da ein typisches Beispiel, erklärt Ilona Zerbe. Doch auch Fragen des Wegerechts oder die Höhe der Hecke des Nachbarn seien schon als Streitthema auf ihrem Tisch gelandet.

Manchmal reicht schon ein ruhiges Gespräch

Oft sei dann ein vermittelndes, ruhiges Gespräch schon ausreichend, um eine gemeinsame Lösung zu finden. „Günther Schillhabel ist da etwa ein sehr besonnener Gesprächspartner, der das Ziel nicht aus den Augen verliert, auch wenn die beiden Streitparteien einmal aufgebrachter werden“, so Zerbe. Anscheinend mit Erfolg: Nur in zwei Fällen seien in den vergangenen Jahren Streitigkeiten, die der Schiedsstelle in Anklam zuvor vorgetragen wurden, am Ende vor Gericht gelandet.

Dabei ist der Weg über die Schiedskommission in vielen Fällen unabdingbar: „Bei Nachbarschafts-Angelegenheiten werden wir sowieso eingeschaltet, bevor ein Gericht tätig wird“, erklärt Ilona Zerbe. Dafür seien beide Schiedspersonen in Anklam auch geschult.

Ihr Einsatz kostet den Hilfesuchenden 50 Euro, die in die Stadtkasse gehen. Informationen zur Schiedsstelle und Kontakt zu den beiden Schiedspersonen gibt es über Jörg Schröder im Anklamer Rathaus. 03971 835124

Kommentare (2)

Hier geht es "nur" um einen Nachbarschaftsstreit, deshalb interessiert die Tyrannei die Öffentlichkeit nicht die Bohne. Solch ungehobeltes Verhalten darf nicht hingenommen werden und die Schiedskommission hilft nicht. Es müssen andere Seiten aufgezogen werden bei diesen Unruhestiftern! Gerichtsurteile interessieren diese Familie auch nicht, die begreifen es nicht, einfach zuwenig Verstand vorhanden...

natürlich Saiten, nicht Seiten ...