IMMOBILIENVERKAUF

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Das Karlsburger Schloss samt riesigem, denkmalgeschützten Park und weiterer Gebäude steht derzeit zum Verkauf. Das Land Mecklenburg-Vorpommern trennt sich von einer gewichtigen Immobilie mit historischer Bedeutung für Vorpommern.
Das Schloss Karlsburg soll bereits seit über einem Jahr verkauft werden.
Das Schloss Karlsburg soll bereits seit über einem Jahr verkauft werden. NK-Archiv: Stefan Sauer
Mit dem Karlsburger Schloss wird auch ein 77 000 qm großer Schlosspark sowie mehrere Gebäude und Garagen veräußert.
Mit dem Karlsburger Schloss wird auch ein 77 000 qm großer Schlosspark sowie mehrere Gebäude und Garagen veräußert. NK-Grafik/Invest in Mecklenburg-Vorpommern GmbH
Karslburg.

Wer wird der neue Schlossherr von Karlsburg? Diese Frage ist momentan noch offen. Gut ein Jahr, nachdem der damalige Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD) bekannt gab, dass die landeseigene Immobilie verkauft werden soll, wird es nun ernst. Aktuell können Interessenten bis zum 30. März ihre Gebote verschlossen beim Finanzministerium einreichen. Mit der Ankündigung des Finanzministers wurde bereits im vergangenen Jahr somit gewiss, dass das Land kein eigenes Nutzungskonzept für das Schloss samt angrenzender Gebäude finden konnte. Auch die Universitätsmedizin Greifswald hatte kein Interesse an dem Areal, das sich direkt neben dem Herz- und Diabeteszentrum Karlsburg befindet.

Neben einer konkreten Summe, wie viel die potenziellen Käufer für das Objekt zahlen wollen, wird nun allerdings auch eine Darstellung verlangt, wie die Anlage künftig genutzt wird. Dies sei beim Verkauf von landeseigenen Immobilien durchaus üblich, erklärt Stefan Bruhn, Pressesprecher des Finanzministeriums Mecklenburg-Vorpommern.

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Zudem müssen die Investoren erklären, in welchem Zeitraum sie beabsichtigen, ihr Projekt umzusetzen und fertigzustellen. Denn eines ist jetzt schon klar: Zu tun gibt es auf dem insgesamt gut 96 000 Quadratmeter großen Areal einiges – vor allem an den darauf befindlichen Gebäuden. Diese befinden sich zum Teil nach Jahren des Leerstandes alles andere als in einem guten Zustand.

Schloss wird noch zu Teilen von privaten Stiftung genutzt

Dazu zählt auch das Schloss selbst. Es wurde im 18. Jahrhundert erbaut und steht daher unter Denkmalschutz. Allein das Schloss verfügt über eine Nutzfläche von rund 2350 Quadratmetern. Es wird derzeit in Teilen noch von einer privaten Stiftung genutzt, so die Angaben des Finanzministeriums. Im Erdgeschoss des Haupthauses befinden sich immer noch repräsentative Räume, wie der Barocksaal und das Kaminzimmer. Ansonsten sei es aber eher in kleine Räume aufgeteilt, so das Exposé des landeseigenen Betriebes für Bau und Liegenschaften. Ausbau und Ausstattung entsprechen nicht mehr dem heutigen Standard, so das Fazit.

Nicht unter Schutz als Einzeldenkmal, allerdings unter Bestandsschutz stehen zwei weitere Gebäude, die ehemals Labor und Klinikverwaltung beherbergten. Alle baulichen Maßnahmen müssten daher von der zuständigen Denkmalschutzbehörde genehmigt werden. Insgesamt verfügen beide Häuser, die Anfang der 50er-Jahre erbaut wurden, über weitere 3400 Quadratmeter Grundfläche auf mehreren Etagen. Das ehemalige Laborgebäude (Haus B) steht allerdings bereits seit 1998 leer und befinde sich derzeit in einem „augenscheinlich äußerst desolaten Zustand“, so die Beschreibung der Immobilie. Das andere Labor- und Verwaltungsgebäude (Haus A) wurde bis Ende 2019 immerhin noch vom „Institut für Diabetes“ genutzt. Auch dieses Haus befinde sich jedoch in einem eher unsanierten Zustand.

Garagenkomplex müsse abgerissen werden

Auch ein vergleichsweise modernes Laborgebäude (Haus C) gehört zu den zum Verkauf stehenden Gebäuden. Es wurde 1998 erbaut und wird derzeit noch als Labor-, Lager- und Büroräume von der Universitätsmedizin Greifswald genutzt. Allerdings nur noch bis zum 31. Mai: Dann sollen auch dort alle Räume freigezogen sein und somit weitere knapp 3400 Quadratmeter Grundfläche dem neuen Besitzer zur Verfügung stehen. Ein Garagenkomplex, der sich ebenfalls auf dem Gelände befindet, sei zudem in einem abrisswürdigen Zustand, so die weitere Ausschreibung.

Mit dem Karlsburger Schloss wird auch ein 77 000 qm großer Schlosspark sowie mehrere Gebäude und Garagen veräußert.

Immerhin, der neue Besitzer könnte neben den Gebäuden samt Schloss auch noch den dazugehörigen Schlosspark erwerben. Die fast 77 000 Quadratmeter große Anlage sei in einem guten Zustand. Der weitläufige Park wurde zunächst im Barockstil angelegt und um 1800 als Landschaftsgarten nach englischem Vorbild umgestaltet. Neben dem herrschaftlichen Schloss bildet ein zum Teich aufgestauter Bach samt Inselhügel – die Reste einer mittelalterlichen Wehrlage – den Blickpunkt des Areals. Auch der Park, in dem zudem eine Marmorplastik der Göttin Flora aus dem 18. Jahrhundert ihr Zuhause hat, steht als Einzeldenkmal unter strengem Schutz.

Schloss werde nur als Gesamtheit verkauft

Zu der Frage, ob und wie viele Interessenten es aktuell für die gesamte Anlage gibt, hält man sich im Ministerium bedeckt. Es wurde aber bereits in der Ausschreibung festgelegt, dass das Grundstück nur als Gesamtheit verkauft werden soll. Alle abgegeben verschlossenen Gebote werden nach Ablauf der gesetzten Frist unter notarieller Aufsicht geöffnet, ehe dann eine Entscheidung über die Zukunft der Schlossanlage gefällt wird.

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