Rückzug der Universitätsmedizin

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Land trennt sich von Vorpommernschloss Karlsburg

Das 1731 errichtete Barockschloss in Karlsburg hatte nach der Wende schon viele Besitzer.
Das 1731 errichtete Barockschloss in Karlsburg hatte nach der Wende schon viele Besitzer.
Stefan Sauer

Das Land bereitet den Verkauf des Schlosses Karlsburg vor. Durch die Aufgabe der Immobilie wird der Weg frei für die Sanierung eines anderen Vorpommern-Schlosses.

Der Verkauf des Barockschlosses wird derzeit vorbereitet, wie ein Sprecher des Finanzministeriums sagte. Als Grund nannte das Land den Rückzug der Universitätsmedizin Greifswald aus der Immobilie und fehlende Nutzungsalternativen durch die Landesverwaltung. Aktuell werde ein Verkaufsexposé erarbeitet, das in wenigen Wochen vorliegen soll.

Im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf der Landesimmobilie wurden in den vergangenen Tagen auch 13 historische Gemälde in das Depot der Staatlichen Museen nach Schwerin gebracht, wie das Finanzministerium bestätigte. Die Gemälde seien im Eigentum einer Erbengemeinschaft und im Einvernehmen dieser nach Schwerin gegangen.

Vorpommerns Schlösser sind im Verhältnis zu den Mecklenburger Herrschaftssitzen bei den Landesimmobilien unterrepräsentiert. Auch in Reaktion auf die Kritik aus Vorpommern hatte sich das Land im Dezember bereit erklärt, den Weg für die Sanierung des Schlosses Ludwigsburg – es ist das letzte komplett erhaltene Pommernschlosses in Vorpommern – frei zu machen.

Fördermittel für Sanierung gefordert

Die Kritik an den Verkaufsplänen des Landes für das nur wenige Kilometer von Ludwigsburg entfernte Schloss Karlsburg hält sich trotz der Unterrepräsentanz der Vorpommernschlösser in Landeseigentum in Grenzen – zumindest nach offizieller Lesart. Wenn sich mit dem Verkauf eine sinnvolle wirtschaftliche Nutzung für das Schloss eröffne, sei die Entscheidung zu begrüßen, sagte der vorpommersche CDU-Landtagsabgeordnete Egbert Liskow.

Auch bei einem erfolgreichen Verkauf sei das Land in Verantwortung, über Fördermittel den Weg für eine Sanierung zu ebnen. Die Landrätin von Vorpommern-Greifswald Barbara Syrbe (Linke) bat darum, die Gemeinde Karlsburg „in geeigneter Weise” in den Verkaufsprozess miteinzubeziehen und über die Verkaufsschritte auf dem Laufenden zu halten.