Nach jahrelangem Tauziehen
Land will letztes Pommernschloss sanieren

Das äußerlich unscheinbare Schloss Ludwigsburg bei Greifswald verfällt seit Jahrzehnten.
Das äußerlich unscheinbare Schloss Ludwigsburg bei Greifswald verfällt seit Jahrzehnten.
Stefan Sauer / Archiv

Das Schloss bei Greifswald gilt als einziges erhaltenes Pommernschloss auf heutigem deutschen Staatsgebiet. Seit Jahrzehnten ist es dem Verfall preisgegeben, doch nun will die Landesregierung das Schloss sanieren. Der Bund soll mitbezahlen.

Das Land will das vorpommersche Schloss Ludwigsburg retten und es dazu als Museum in die Stiftung Pommersches Landesmuseum eingliedern. „Wir wollen uns als Land intensiv um Schloss Ludwigsburg kümmern“, kündigte der Fraktionsvorsitzende der CDU im Landtag, Vincent Kokert, am Dienstag in Schwerin an. Darauf habe sich der Koalitionsausschuss von SPD und CDU am Vorabend geeinigt.

Es gebe jetzt die Chance, gemeinsam mit dem Bund etwas zu tun. Gespräche dazu sollen geführt werden. Der Eigentümer soll das Schloss und das Grundstück zu einem symbolischen Preis abgeben. Schloss Ludwigsburg wäre laut Kokert das zweite Schloss in Vorpommern, für dessen Erhalt sich das Land in größerem Umfang engagiert. Früheren Schätzungen zufolge würde allein die Sanierung des Kernschlosses zwölf Millionen Euro kosten.

Das Schloss war ein jahrelanger Zankapfel, auch innerhalb der Koalition. Der Greifswalder CDU-Abgeordnete hatte sich wiederholt darüber mokiert, dass die Landesregierung in den vergangenen Jahren zwar etliche Schlösser in Mecklenburg saniert hatte, aber nicht eines in Vorpommern. Entsprechend froh ist Liskow nun. Er erkläte: „Schloss Ludwigsburg ist ein identitätsstiftender Teil der pommerschen Geschichte.” Die Anlage sei einmalig in der Region. Liskow weiter: „Ich bin daher sehr glücklich, dass dieses letzte Pommernschloss in Deutschland erhalten und dadurch die Geschichte für unsere Nachkommen greifbar gemacht wird.”

Kommentare (1)

der Herzöge von Pommern-Wolgast wird nur mit Widerwillen saniert. Schwerin war und ist die Hauptstadt Mecklenburgs. Vorpommern ist nur noch ein lästiges Anhängsel. Wer das nicht verstanden hat, der hat gar nichts verstanden. Und der in die Provinz entsandte Staatssekretär in Anklam mit seinem mikrigen Vorpommernfonds ist nur das Feigenblatt, um diese traurige Wahrheit zu verbergen.