LANDKREIS BESTÄTIGT

Die Wölfe sind überall

Nördlich der Peene wurden innerhalb weniger Monate und nur einige Kilometer voneinander entfernt zwei Wölfe bei Autounfällen getötet. Deutschland weit gab es mehrere Dutzend ähnlicher Vorfälle.
Matthias Diekhoff Matthias Diekhoff
Der Wolf ist inzwischen offenbar überall in der Region angekommen.
Der Wolf ist inzwischen offenbar überall in der Region angekommen. Carsten Rehder
Vorpommern.

Als Anfang Oktober zwischen Pinnow und Zecheriner Brücke eine Wölfin überfahren worden ist, galt das als erster handfester Beleg für die Anwesenheit der Tiere in der Region nördlich der Peene, die offiziell in dieser Hinsicht lange als „weißer Fleck“ galt, auch wenn es schon zuvor einige Sichtungen gegeben hatte. Am Wochenende wurde nur ein paar Kilometer weiter zwischen Libnow und Murchin wieder ein Wolf bei einem Verkehrsunfall getötet. Für Achim Froitzheim, Sprecher des Landkreises, ein weiterer Beleg dafür, dass es solche „weißen Flecken“ nicht mehr gibt. „Der Bestand ist flächendeckend da“, sagte er gestern. Dass Wölfe bei Verkehrsunfällen sterben, sei daher also nichts Ungewöhnliches.

Rückschlüsse auf die Bildung eines neuen Rudels nördlich der Peene könnten aus den beiden nahe beieinanderliegenden Unfällen nicht geschlossen werden. Heranwachsende Jungwölfe würden sehr weite Strecken zurücklegen, wenn sie ihr heimisches Rudel mit dem Eintreten der Geschlechtsreife verlassen. Die Tiere können demnach von sonst wo zugewandert sein.

Verkehrsunfälle mit Wölfen häufen sich

Zudem gab es auch Spekulationen, dass das im Oktober überfahrene Tier zwischen Pinnow und Zecheriner Brücke ein sogenannter Kofferraumwolf gewesen sein könnte, also von Tierschützern in Südosteuropa aufgezogen und vor Ort ausgesetzt wurde. Zumindest in diesem Fall kann das ausgeschlossen werden. Nach Angaben des Schweriner Landwirtschaftsministeriums stammt das Tier genetisch aus einem sächsischen Rudel. Genauer aus der Region Königshainer Berge westlich von Görlitz, wie aus einer Karte auf der Internetseite der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) hervorgeht. Dort sind auch tot aufgefundene Wölfe aufgelistet. Von den insgesamt 54 allein in diesem Jahr toten Tieren fielen 48 Verkehrsunfällen zum Opfer.

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