CORONAVIRUS

Landrat befürchtet drastischen Anstieg der Corona-Infektionen

Vorpommern-Greifswalds Landrat Michael Sack hat über die aktuelle Lage im Umgang mit dem Coronavirus informiert. Dabei richtet er deutliche Worte an die Bevölkerung.
Dezernent Dietger Wille und Landrat Michael Sack (rechts, beide CDU) informieren über die aktuelle Corona-Lage im Kreis V
Dezernent Dietger Wille und Landrat Michael Sack (rechts, beide CDU) informieren über die aktuelle Corona-Lage im Kreis Vorpommern-Greifswald. Philipp Schulz
Greifswald.

„Wir rechnen mit einem drastischen Anstieg der Zahlen.” Auch wenn sich Vorpommern-Greifswalds Landrat Michael Sack und sein Verwaltungsstab gut vorbereitet fühlen, geht man im Kreis von einer schlechten Entwicklung des Virus aus. „Wir haben uns am Montag vor einer Woche erstmals als Verwaltungsstab getroffen, da gab es 130 Fälle in Deutschland. Jetzt, sieben Tage später, sind wir schon bei über tausend Fällen“, sagte Sack am Montag.

Auch, wenn es erst zwei bestätigte Corona-Fälle im Kreis gibt, die Verantwortlichen sind sich der Situation bewusst und wollen bereit sein. „Bei unseren ersten beiden Fällen im Kreis hatten wir zwei Personen, die sehr besonnen gehandelt haben“, so Sack. „Beide haben telefonisch Kontakt zum Gesundheitsamt gesucht, so konnten wir entsprechend handeln.“ Dass das so bleiben wird, ist auch mit Blick auf die vielen Skiurlauber, die jetzt zurückkommen, ungewiss.

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Kreis-Hotline wird gut angenommen

Aktuell befinde sich der Kreis in der Eindämmungsphase. Hier gehe es in erster Linie darum, Infizierte schnell zu isolieren und Kontaktverläufe nachzuvollziehen, sagt Finanzdezernent im Kreis Dietger Wille.

Zudem werden im Kreis eine Vielzahl von Fragen geklärt. Wie wird die Arbeit der Verwaltung aufrecht gehalten? Wie die Entsorgung sichergestellt? Ab wann müssen Schulen geschlossen werden? „Wir haben gerade heute zwei Stunden zusammengesessen und die Aufgaben in Arbeitsgruppen delegiert“, so Sack. Im Verlauf der Woche werden weitere Sitzungen stattfinden, unter anderem auch ein Krankenhaus-Gipfel mit Geschäftsführern und leitenden Ärzten.

Besonders gut werde die Hotline des Kreises angenommen. Bis zu 10 Mitarbeiter können die Fragen der Bevölkerung unter 03834/8760-2300 beantworten.

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Sack: „Gehen Sie nicht sofort zum Arzt“

Genau diese telefonische Ersthilfe legt Sack der Bevölkerung nahe. „Gehen sie nicht sofort zum Arzt oder ins Krankenhaus, melden Sie sich beim Gesundheitsamt oder der Hotline“, empfiehlt er. Nur Personen, denen es schlecht geht, sollen ins Krankenhaus, besser noch die 112 wählen. Nur so könne die Infektion von Mitmenschen verhindert werden.

Arbeit mit Nachbarkreisen funktioniert

Nicht nur in Vorpommern-Greifswald, auch mit den anderen Kreisen funktioniert die Kommunikation gut, glaubt man den Worten von Sack. Gerade durch die zahlreichen Pendler in die Seenplatte und nach Vorpommern-Rügen, wo ebenfalls Corona-Fälle gemeldet wurden, ist eine Verbreitung wahrscheinlich. „Wir haben den kurzen Dienstweg mit dem Telefon, dazu kommt, dass Kreise die Nachbarn informieren müssen, wenn sie den Verwaltungsstab einberufen.“

Erste Folgen wurden im Kreis deutlich spürbar, als die Gemeinde Heringsdorf auf Raten des Kreises die Großveranstaltung „Baltic Lights“ absagen musste.

Wir haben Passanten in Neubrandenburg gefragt: Haben Sie Angst vor dem Corona-Virus? Die Antworten sehen Sie hier im Video:

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