FÖRDERGELDER

Leader-Gruppe nimmt Projekte unter die Lupe

Ob bald Hunderttausende Fördermittel-Euro in Projekte nach Dargibell, Spantekow, Krien und Pinnow fließen, entscheiden die Mitglieder der hiesigen Leader-Aktionsgruppe demnächst.
Am Gutsschloss Dargibell startetet die Besichtigungstour der hiesigen Leader-Gruppe. Die beantragten Fördermittel sollen
Am Gutsschloss Dargibell startetet die Besichtigungstour der hiesigen Leader-Gruppe. Die beantragten Fördermittel sollen in eine groß angelegte Parkanlage fließen. Mareike Klinkenberg
Aus der alten Schule in Krien ist mittlerweile eine gute Stube für Versammlungen und Familienfeiern geworden.
Aus der alten Schule in Krien ist mittlerweile eine gute Stube für Versammlungen und Familienfeiern geworden. Mareike Klinkenberg
Der Murchiner Bürgermeister Peter Dinse (3. von links) erläutert die Vorhaben am Pinnower See.
Der Murchiner Bürgermeister Peter Dinse (3. von links) erläutert die Vorhaben am Pinnower See. Matthias Diekhoff
Vorpommern ·

Peter Foydl hat sich einiges vorgenommen. In Dargibell will er dem maroden Herrenhaus wieder neuen Glanz verleihen. Ein Literatur-Hotel soll hier entstehen, Künstler-Ateliers, ein Café, ein kleiner Laden und das alles umgeben von einer wunderschönen Parkanlage. Letztere würde Foydl gern, zumindest anteilig, mit der Unterstützung von Fördergeldern aus dem Leader-Programm gestalten, schließlich belaufen sich die Gesamtkosten allein für die Parkanlage auf rund 250.000 Euro. Aus diesem Grund steuerten die Mitglieder der lokalen Aktionsgruppe für die Region Flusslandschaft Peenetal, die über die Vergabe der Mittel entscheiden, bei ihren Projektbesichtigungen auch Dargibell an und ließen sich vom Schlossbesitzer über das großzügige Gelände führen.

Förderung auf Burg Spantekow?

Von Dargibell aus führte die Leader-Entscheider die Tour zu gleich zwei potenziellen Förderprojekten auf die Burg nach Spantekow. Auch dieses historische Ensemble soll bald wieder mit Leben gefüllt werden und mit Musik, wenn es nach Burgherren Kaspar Freiherr von Harnier ginge, der hier unter anderem eine Musikakademie etablieren möchte. In kleinen Schritten renoviert und restauriert er nun die Feste und das Drumherum. Zum einen geht es ihm um den sogenannten Remter, den Versammlungssaal, den er für rund 307.000 Euro wieder nach historischem Vorbild herrichten lassen. Unter dem verschmutzen Parkett soll sich ein Schachbrettmuster verbergen. Sein zweites Projekt mit Kosten von rund 349.000 Euro betrifft einen anderen des Erdgeschosses, wo es künftig moderne sanitäre Anlagen und ein kleines Café geben soll, um endlich Besucher auch Besucher auf der Burg adäquat empfangen zu können.

Um eine vergleichsweise kleine Investition geht es im Dorfgemeinschaftshaus in Krien. Für rund 19.000 Euro soll in den bereits aufwändig renovierten ehemaligen Klassenzimmern der alten Dorfschule unter anderem moderne Konferenztechnik einziehen, um dem Gemeinderat und den ansässigen Vereinen die Möglichkeiten für Präsentation und Videoschalten und Ähnliches einzuräumen, berichtet Kriens Bürgermeister Mike Stegemann. Neue Vorhänge sollen außerdem die Akustik verbessern und das Sonnenlicht aussperren. Wer künftig zum Feiern, Tagen oder Zusammentreffen in die alte Schule kommen will, soll zudem einheitliches Geschirr, einige neue Möbel und einen Schanktisch vorfinden.

Wiederbelebung des Waldbades

Mit der bereits angelaufenen Sanierung des Sanitärgebäudes an der Badestelle am Pinnower See wird zwar schon eine großer Schritt in Richtung Wiederbelebung des Waldbades getan, ein ganz dickes Brett gibt es aber immer noch zu bohren. Nämlich die grundlegende Sanierung des bestehendes Gebäudes direkt an der Badestelle, um es als Multifunktionsgebäude nutzen zu können, in dem es unter anderem Platz für Rettungsschwimmer geben soll.

Zudem soll auf dem angrenzenden Gelände ein Naturlehrpfad entstehen, erläuterten der Murchiner Bürgermeister Peter Dinse sowie die Gemeindevertreter Raik Domscheidt und Matthias Freitag, die mit Gesamtkosten von rund 215.000 Euro rechnen. Die geplante Wiederbelebung des Waldbades käme dabei auch den Menschen in den angrenzenden Kommunen zugute. Nicht zu vergessen auch die Touristen, die die Region immer mehr für sich entdecken würden.

Entscheidung in den nächsten Wochen

Ob und welche Summen aus den Leader-Fördertöpfen in die vorgestellten Projekte fließen können, entscheidet die Gruppe in den nächsten Wochen. Nach vorgegebenen Kriterien vergeben sie Punkte für jedes Projekt. Die sich daraus ergebene Reihenfolge bestimmt dann, welche der Projekte, dann konkret die EU-Mittel bekommen und in welcher Höhe, erklärt Leader-Regionalmanager Thomas Sigusch. Rund 650.000 Euro stehen der Aktionsgruppe an freien Mitteln voraussichtlich zur Verfügung, so Sigusch, damit werde man einem Teil der vorgestellten Projekte Förderungen in Höhe von maximal 350.000 Euro zukommen lassen können. Dabei kann der Fördermittelanteil zwischen 70 und 90 Prozent der Gesamtkosten betragen.

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