Marcel Berens (re.) und Lukas Brandl sind erst kürzlich in das Bioökonomie-Zentrum in Relzow eingezogen. Prof. Dr. B
Marcel Berens (re.) und Lukas Brandl sind erst kürzlich in das Bioökonomie-Zentrum in Relzow eingezogen. Prof. Dr. Beatrice Großjohann (links) ist die Geschäftsführerin der Food and Pharma Services Anklam GmbH, die das Zentrum betreibt. Matthias Diekhoff
Der „Bienenstich Met” soll nun Anfang des kommenden Jahres in Flaschen und kleinen Fässern mit bis zu 30 Lite
Der „Bienenstich Met” soll nun Anfang des kommenden Jahres in Flaschen und kleinen Fässern mit bis zu 30 Litern Fassungsvermögen in den Handel kommen. Matthias Diekhoff
Honigwein aus Vorpommern

Mehr als eine Schnapsidee oder Hobby – junge Männer brauen Met

Schnapsidee oder das nächste große Ding? Mit ihrer Idee für eine regionales Produkt wollen zwei Greifswalder Studenten durchstarten. Den Met soll es bald zu kaufen geben.
Relzow

Die Idee ist so naheliegend, dass man sich schon fast wundern muss, dass da noch keiner drauf gekommen ist: Ein Getränk aus regionalen Zutaten, das schmeckt und für gute Laune sorgt, wenn man denn alt genug dafür ist. Die Rede ist von Met, auch bekannt als Honigwein. Wenn alles gut läuft, soll schon Anfang des kommenden Jahres Met aus dem Bioökonomie-Zentrum (BÖZ) in Relzow in den Handel kommen, berichten Marcel Berens und Lukas Brandl.

"Bienenstich" aus der Met-Manufaktur

Die beiden Greifswalder BWL-Studenten sind erst kürzlich mit ihrer Firma „Bienenstich” in den ehemaligen Schlachthof eingezogen, um dort eine Met-Manufaktur aufzubauen. Das vor allem auch, weil es dort die entsprechenden Analyse-Möglichkeiten gibt, die es in der Branche braucht. Schon Ende dieser Woche soll die erste Charge „Bienenstich-Met” ins Labor gehen.

Damit wird dann ein Projekt konkret, dass vor einigen Monaten im Lockdown vielleicht noch als – im wahrsten Sinne des Wortes – Schnapsidee begann. Am Anfang stand dabei der Versuch, selbst Met herzustellen. Da das Ergebnis nicht nur die beiden jungen Männer überzeugte, sondern auch Freunde und Bekannte, kam es recht bald zu der Vorstellung, das Ganze etwas größer aufzuziehen. Denn wie Recherchen ergaben, gibt es in Deutschland im Met-Bereich offenbar nur zwei große und sehr viele kleine Privatproduzenten. Den Ansatz, regional und nachhaltig produzierten Met weit über die Region hinaus anzubieten, habe es dabei aber noch nicht gegeben. Ebenso wie es aus Sicht von Marcel Berens und Lukas Brandl noch kein Produkt gibt, das mit der Stadt Greifswald und der Region „besonders assoziiert” werde, wie es in ihrem Business-Plan heißt.

Besondere Variationen mit Säften und Gewürzen

Die Assoziation zwischen Met und Vorpommern leiten die beiden Jungunternehmer unter anderem daraus ab, dass zumindest die Region nördlich der Peene von 1648 bis 1815 zu Schweden gehörte und Schweden, so wie Skandinavien generell häufig mit Wikingern in Verbindung gebracht werde, deren bevorzugtes Getränk eben Met gewesen sei, wie zumindest angenommen wird.

Wie der Original-Met der Wikinger geschmeckt hat, lässt sich heute wohl kaum noch nachvollziehen, allerdings haben die beiden Bienenstich-Gründer ohnehin vor, das an sich süßliche Getränke mit einer etwas herberen Note zu versehen. Zunächst soll es eine Variation hergestellt aus regionalem Honig und Apfelsaft geben. Später sei dann auch der Einsatz von anderen Säften oder auch Gewürzen wie Chili denkbar. Alles verbunden mit dem Ziel, mit dem Met Werbung für die Region zu machen, aus der er stammt.

Wenn das Getränk nun Anfang des kommenden Jahres tatsächlich in Flaschen und kleinen Fässern mit bis zu 30 Litern Fassungsvermögen in den Handel kommen sollte, muss es natürlich erst Mal bekannt gemacht werden. Laut Business-Plan sollen zunächst mögliche Kunden über Verkostungen auf das Produkt aufmerksam gemacht werden. Das könne an belebten Orten, auf Märkten, bei Getränkeanbietern oder Verbrauchermärkten ebenso wie bei Festen, Festivals oder Sportereignissen geschehen, wenn diese wieder stattfinden können. Einen Online-Shop soll es dann natürlich auch geben.

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