Die Arbeitsagentur sieht derzeit einen „robusten Arbeitsmarkt”.
Die Arbeitsagentur sieht derzeit einen „robusten Arbeitsmarkt”. Jan Woitas
Arbeitsmarkt Dezember

Mehr Arbeitslose in Vorpommern-Greifswald

Die Arbeitslosigkeit in Vorpommern-Greifswald ist im Dezember noch einmal angestiegen. Trotzdem kann die Arbeitsagentur Positives vermelden – nur nicht für alle Arbeitnehmer.
Greifswald

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Vorpommern-Greifswald stand im Dezember wieder verstärkt unter dem Einfluss der Pandemie-Auswirkungen. Trotzdem zeigt sich Andreas Wegner, Leiter der Arbeitsagentur Greifswald, mit dem Monat zufrieden. „Der Arbeitsmarkt ist weiter robust und die grundsätzliche Entwicklung entspricht einem klassischen Dezember.“ Das bedeutet, dass die Arbeitslosigkeit noch einmal im zeitlich üblichen Rahmen angestiegen ist, da vor allem Menschen, die in witterungs- und saisonal abhängigen Berufen arbeiten, sich in den Wintermonaten arbeitslos melden. So waren im letzten Monat des Jahres 2021 insgesamt 9191 Frauen und Männer ohne Job und damit 460 mehr als noch im November. Die Arbeitslosenquote lag bei 8,0 Prozent. „Wenn wir das vergleichen mit 2019, also einem Jahr vor Corona, da waren am Ende des Jahres 9877 Menschen arbeitslos und die Arbeitslosenquote lag noch bei 8,5 Prozent“, so Wegner. „Die Arbeitslosenquote von derzeit acht Prozent ist – trotz Corona – der niedrigste Wert, den wir in unserer Region in einem Dezember seit der Wiedervereinigung gehabt haben.“

Leider partizipieren nicht alle Gruppen gleichermaßen von diesem Wiederaufschwung. So ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die 2020 durch Corona enorm angestiegen ist, noch immer sehr hoch. Sie konnte zwar im Vergleich zum Vorjahr um 243 Personen auf aktuell 3841 Personen gesenkt werden, ist aber noch immer deutlich höher als 2019. Der Anteil Langzeitarbeitsloser an allen arbeitslos gemeldeten Personen lag im Dezember bei 41,8 Prozent. Und auch die Gruppe der Schwerbehinderten kann nicht von der positiven Entwicklung profitieren. „Auch hier haben wir einen leichten Anstieg zu vermerken. Aktuell sind 666 Personen arbeitslos gemeldet, die schwerbehindert oder gleichgestellt sind. Das sind 39 mehr als im vergangenen Jahr zu dieser Zeit“, erklärt Andreas Wegner. „Deshalb haben wir uns als Agentur für dieses Jahr auf die Fahnen geschrieben, uns im Bereich der Inklusion stärker zu engagieren und Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen noch mehr Unterstützung zukommen zu lassen.“

Wieder mehr Kurzarbeit

Auch mit dem Angebot an offenen Stellen ist der Arbeitsagentur-Leiter zufrieden: Im Dezember wurden noch einmal 427 neue Stellenangebote gemeldet, sodass es derzeit insgesamt 2550 offene Jobs gibt – deutlich mehr als im Dezember 2020, als es nur 2003 freie Stellen waren und auch im Dezember 2019 waren es lediglich 2269 Jobs. „Das heißt, auch die Nachfrage bei den Unternehmen ist aktuell schon wieder auf einem Vor-Corona-Niveau“, so Wegner. Besonders gesucht sind nach wie vor Alten- und Krankenpfleger, aber auch im Hotel- und Gaststättenbereich sowie im Handwerk sind Fachkräfte teils Mangelware. „Es fällt uns immer schwerer, den Fachkräftebedarf zeitgerecht zu decken, das heißt, wir brauchen immer länger, um Stellen zu besetzen“, so Wegner.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie werden auch beim Kurzarbeitergeld sichtbar. „Seit Dezember zeigten wieder mehr Unternehmen Kurzarbeit bei uns an“, so Wegner. Bis zum 27. Dezember registrierte die Arbeitsagentur 142 neue Anzeigen für insgesamt 2203 Beschäftigte. Grund für den Anstieg sind auch die geltenden 2G- und 2G-Plus-Regelungen sowie die Schließung von Kultur- und Freizeiteinrichtungen. „Die Bearbeitung der vielen Anträge stellt für die Kollegen eine große Herausforderung dar“, räumt Andreas Wegner ein. „Deshalb werden einige unserer Mitarbeiter, die sonst vorrangig in der Arbeitsvermittlung oder der Berufsberatung aktiv sind, zusätzlich im Bereich Kurzarbeitergeld eingesetzt, um sicherzustellen, dass das Geld zeitnah ausgezahlt werden kann und die Liquidität der Betriebe möglichst wenig belastet wird.“

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