ERFOLGREICHE UNTERSCHRIFTENAKTION

Mehr Erzieher für Vorpommern-Greifswald

Die Kreis-SPD hat mit einer Unterschriftenaktion die Verwaltung dazu gebracht, für mehr Kita-Erzieher zu sorgen. Ein Bundestagskandidat hat mächtig mitgemischt.
In Vorpommern-Greifswald könnte bald mehr Erzieher stehen. SPD und Verwaltung einigten sich in dem Streit auf einen Kompr
In Vorpommern-Greifswald könnte bald mehr Erzieher stehen. SPD und Verwaltung einigten sich in dem Streit auf einen Kompromiss. Jan-Philipp Strobel
Pasewalk.

Eine Unterschriftenaktion der SPD in Vorpommern-Greifswald für verbesserte Betreuung in Kitas hat offenbar vollen Erfolg gebracht: Der Landkreis will nun durch Refinanzierungen dafür sorgen, dass insgesamt bis zu 51 weitere Stellen für Kitaerzieher bis Mitte 2022 möglich werden.

Kompromiss zwischen Verwaltung und Kreis-SPD

Dieser Kompromiss wurde zwischen Verwaltung, Kreis-SPD und Wolgasts Bürgermeister Stefan Weigler, der auch Vorsitzender des Städte- und Gemeindetages Vorpommern-Greifswald ist, verhandelt. Er geht nun als Antrag durch die Ausschüsse; bereits am Donnerstag stimmte der Jugendhilfeausschuss bei nur drei Enthaltungen zu.

Der Kompromiss sieht eine stufenweise neue Refinanzierung der Urlaubs- und Krankentage vor. Konkret soll den Kita-Trägern im Kreis zum 1. Juli 2021 30 statt bisher 26 Urlaubstage durch den Kreis refinanziert werden. Ab dem 1. Januar 2022 soll dann dasselbe für 13,5, statt bisher 10 Krankentage gelten. Ab dem 1. Juli 2022 würden dann schlussendlich 17 Krankheitstage durch den Kreis refinanziert. Durch die zusätzliche finanzielle Last, die der Kreis den Trägern damit abnimmt, würden laut Sozialdezernentin Karina Kaiser bis zu 51 neue Stellen in den Kitas entstehen.

Malottki ist Bundestagskandidat

Das Thema ist bereits mehrere Kreistagssitzungen alt. Die Kreis-SPD wollte den Schlüssel des Kitapersonals im Kreis anheben, scheiterte jedoch mit dem Antrag am Kreistag. Im Sommer kündigte der mittlerweile zum SPD-Bundestagskandidat gekürte Erik von Malottki an, dass er in diesem Fall die Bürger selbst befragen wollte und initiierte eine Unterschriftensammlung. In kurzer Zeit kamen so weit mehr als die benötigten 4000 Unterstützer zusammen. Malottki selbst spricht von 5000 Unterschriften, die eingegangen sein. Hätte der Landkreis nun keinen Kompromiss vorgeschlagen, wäre es zu einem Bürgerentscheid gekommen.

Ursprünglich war von der SPD ein anderer Vorschlag gekommen. Die zusätzlichen Stellen sollten nur im Krippen-Bereich geschaffen werden, um so eine Angleichung an den Betreuungsschlüssel des Nachbarkreises Vorpommern-Rügen zu erreichen, die aktuell den besten Schnitt im Land haben.

Für Malottki ist das auch ohne den Bürgerentscheid ein durchschlagender Erfolg: „Ich freue mich total dass wir mehr als 5000 Unterschriften erreicht haben und der Landkreis jetzt endlich umdenkt. Der Kompromiss ist für uns akzeptabel.”

Der Kreistag kommt am 12. Oktober zusammen und wird dann voraussichtlich über den gemeinsamen Kompromiss aus Politik und Verwaltung entscheiden.

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