Anklamer Landesbühne
Mehr Geld fürs Theater

Die Vorpommersche Landesbühne benötigt mehr Geld vom Landkreis, den Standort-Gemeinden – und vom Land.
Die Vorpommersche Landesbühne benötigt mehr Geld vom Landkreis, den Standort-Gemeinden – und vom Land.
Weronika Janusz

Die finanzielle Lage der Vorpommerschen Landesbühne ist nicht allzu rosig. Deswegen haben die beteiligten Gemeinden und wohl auch der Landkreis mehr Geld in Aussicht gestellt – jetzt deutet dies auch das Kultusministerium an.

Jetzt hat sich also auch das Land zur finanziellen Lage der Vorpommerschen Landesbühne geäußert. Und die Töne, die aus Schwerin kommen, klingen versöhnlich.

Vergangene Woche wurde ein Antrag der Kreisverwaltung im Bildungsausschuss beraten, nach dem die Landesbühne mehr Geld bekommen soll. Genau um 50 000 Euro geht es. Damit würde der Kreis seine Investitionen in die Landesbühne noch in diesem Jahr auf eine Viertelmillion Euro erhöhen.

Auch die angehörigen Gemeinden, in denen die Landesbühne Spielstätten unterhält, geben bereits oder in Zukunft mehr Geld. Anklam war sogar bereit im neuen Haushalt 75 000 Euro mehr für die Kulturtreibenden freizumachen.

Prekäre Haushaltslage

Grund für die Bemühungen ist die prekäre Haushaltslage, in der sich die Landesbühne befindet. Trotz eines durchschnittlichen Bruttolohnniveaus von 40 Prozent unter dem branchenüblichen Niveau anderer Häuser in Mecklenburg-Vorpommern hat die Landesbühne Schwierigkeiten bei der Finanzierung.

Der Kreis will aber auch das Land in die Pflicht nehmen. Im Antragstext, der am 8. April bei der letzten Kreistagssitzung verhandelt werden soll, heißt es, dass das Land den erforderlichen Fehlbetrag bis zur finanziellen Deckung übernehmen müsse – bereits in diesem Jahr.

Aus dem Kultusministerium hieß es auf Anfrage des Nordkuriers, dass die Förderung, nach Abstimmung mit dem Landestheater bereits 2016 um 300 000 Euro aufgestockt wurde. Aktuell werden jährlich 1,55 Millionen Euro von Schwerin nach Anklam transferiert. An die Erhöhung der Förderung war jedoch auch die Bedingung geknüpft, dass das Theater „eine Struktur entwickelt, die mit dieser Finanzierung auskommt“, wie es in der schriftlichen Erklärung aus dem Ministerium von Birgit Hesse heißt.

Kreistag entscheidet im April

Trotzdem kommen aus Schwerin vor allem Töne, die alle Beteiligten im positiven Sinne aufhorchen lassen sollten. Trotz der Vereinbarung, dass sich die Landesbühne mit den vorhandenen Mitteln strukturell gut aufstellen müsse, teile das Kultusministerium die Ansicht, dass ein investives Engagement notwendig sei und stellt „dem Theater grundsätzlich seine Unterstützung in Aussicht.“

Anders gesagt: Das Kultusministerium ist durchaus bereit, sich den Forderungen im Antrag der Kreisverwaltung entgegen zu kommen und gegebenenfalls noch einmal neu zu verhandeln, damit die Vorpommersche Landesbühne auch über 2019 hinaus finanziell und damit qualitativ konkurrenzfähig bleibt. Zunächst jedoch wird der Kreistag am 8. April über die Beschlussvorlage entscheiden.