Bei den Kopfweiden im Polder Bugewitz war der Pflegeschnitt längst überfällig.
Bei den Kopfweiden im Polder Bugewitz war der Pflegeschnitt längst überfällig. Matthias Diekhoff
Die abgeschnitenen Äste der Weiden kommen ihrer ursprünglichen Bestimmung als Brennholz nach.
Die abgeschnitenen Äste der Weiden kommen ihrer ursprünglichen Bestimmung als Brennholz nach. Matthias Diekhoff
Bäume gefällt

Mehr Weitblick für Kiebitz und Co. bei Bugewitz

Über hundert Pappeln wurden bei Bugewitz bereits gefällt und etliche Kopfweiden bekommen einen Pflegeschnitt. Das kommt nicht nur den dort brütenden Watvögeln zugute.
Bugewitz

Die „Schaffung geeigneter Brutlebensräume für Uferschnepfe, Großen Brachvogel, Rotschenkel, Kiebitz und Bekassine und Sicherung bestehender Brutvorkommen” steht auf der Liste der Ziele des EU-Life-Projektes „Limicodra” ganz oben. Umgesetzt wird es unter anderem auch in den Poldern Bugewitz und Rosenhagen.

Damit dieses Ziel – und noch einige mehr – erreicht werden kann, sind eine entsprechende Bewirtschaftung der Flächen, da diese Vögel kurzrasige Flächen bevorzugen, und je nach Jahreszeit möglichst optimale Wasserstände nötig.

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Schutz vor Fuchs und Marderhund

Zudem geht es in dem Projekt auch darum, Kiebitz und Co. vor sogenannten Prädatoren zu schützen, also vor Raubtieren, die den Vögeln an Gefieder und Gelege wollen. Gegen Füchse, Marderhunde und Waschbären zum Beispiel kommen dabei bereits Zäune und Fallen zum Einsatz.

Um die Watvögel (Limikolen) aber auch vor Übergriffen aus der Luft zu schützen, sind im Polder Bugewitz bereits im vergangenen Jahr umfangreiche Arbeiten angelaufen, bei denen es darum geht, über hundert alte Pappeln zu entfernen und nicht viel weniger Kopfweiden einen Pflegeschnitt zukommen zu lassen.

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Viele Pappeln in schlechtem Zustand

Wie Projektmitarbeiter Kai Paulig erklärt, habe die Maßnahme gleich mehrere Hintergründe. Zum einen werde das Sichtfeld der am Boden brütenden Tiere erweitert, was ihnen mehr Sicherheit vermittle. Zum anderen hätten Prädatoren weniger Möglichkeiten, sich unbemerkt zu nähern oder von den Bäumen aus potenzielle Beute auszuspähen.

Aber es gäbe auch noch mehr Effekte, die nicht unmittelbar mit dem Schutz der Limikolen zu tun hätten. Nicht wenige der Pappeln wären über kurz oder lang ohnehin abgestorben und wären zum Beispiel an Wegen zu einer Gefährdung geworden. Herabgefallene Äste oder umgestürzte Bäume würden zudem die Bewirtschaftung der Polderflächen behindern.

Pflegeschnitt bei Kopfweiden überfällig

Bei den Kopfweiden wiederum sei der Pflegeschnitt längst überfällig geworden. Auch bei ihnen habe mittlerweile die Gefahr bestanden, dass starke Äste abbrechen oder die Bäume gänzlich auseinanderbrechen und somit auch als prägendes Landschaftselement für die Polder verloren gehen würden.

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Wie Kai Paulig erklärt, wurden die Weiden ursprünglich wohl auch zur Brennholzgewinnung gepflanzt. Zumindest die Äste, die nun abgenommen wurden, sollen dieser Bestimmung wieder nachkommen. Verarbeitet zu Hackschnitzeln können sie einer energetischen Verwertung zugeführt werden, so der Projektmitarbeiter.

Während die Arbeiten an den Bäumen voraussichtlich noch in diesem Winter abgeschlossen werden, läuft das gesamte Projket „Limicodra” noch bis zum Herbst 2025 auf mehreren Flächen an Greifswalder Bodden, Peenestrom und Stettiner Haff. Zur Brutsaison des vergangenen Jahres heißt es auf der Internetseite des Projektes, dass in den Poldern Rosenhagen und Bugewitz insgesamt elf Kiebitz-Paare gebrütet hätten, was eine leichte Steigerung zu den Vorjahren bedeute.

 

 

 

 

 

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