BAUPLÄNE

Meinungen zum Solarpark bei Stretense gehen weit auseinander

Gegner und Befürworter des geplanten Solarparks rund um Stretense reden sich die Köpfe heiß. Das Gesprächsangebot des Investors nehmen dagegen nur Wenige an.
So sieht Bayerns größter Solarpark aus. Ein weitaus größeres Projekt plant derselbe Investor nun rund um
So sieht Bayerns größter Solarpark aus. Ein weitaus größeres Projekt plant derselbe Investor nun rund um Stretense. NK-Archiv/Anumar
Stretense ·

Es werden noch einige Wochen ins Land gehen, bis die Anklamer Stadtvertretung über den Bebauungsplan des 300 Hektar großen Solarparks entscheidet. Bis dahin wird das Projekt noch allerhand Gesprächsstoff bieten. So wandte sich Peter Krüger im Namen der Bürger aus Alt-Teterin an den Nordkurier: „Rund um Stretense stehen sehr viele Windräder, die für die Einwohner von Stretense und Umland Belastung genug sind. Für die Bewohner von Stretense und der umliegenden Orte reicht die Energie, die dort produziert wird. Für die Weiterleitung der überschüssigen Energie werden die Bewohner unserer Region zur Kasse gebeten. Der Solarpark liegt zudem auch direkt an der Bundesstraße 197, also einer auch von Urlaubern viel befahrenen Straße, die dann durch die Blendwirkung belästigt werden, wie natürlich auch die Einwohner von Stretense“, schrieb er und argumentierte weiter, ob unbedingt in Vorpommern, Energie produziert werden müsse, die eigentlich im Süden benötigt werde. Gerade die Einwohner von Bayern würden sich vermehrt gegen Überlandleitungen sperren, die Strom mit Verlusten aus dem Norden dorthin transportieren sollen. Warum soll, so fragte Peter Krüger, die Grundlage für den Anbau landwirtschaftlicher Produkte dem Profit Einzelner geopfert werden?

Japenziner kritisiert „Verplatten” von Ackerflächen

Auch Albrecht von Hagen aus Japenzin sprach sich gegen ein „Verplatten“ von Ackerflächen für Solar-Module aus. „Vielmehr sollten unsere geeigneten Dächer im Land für Sonnen-Energie wirtschaftlich effektiv genutzt werden“, schrieb er in einer E-Mail an die Redaktion. „Ich stelle mir dabei zum Beispiel alle Süd-Südwest-Dächer eines Dorfes, einer Gemeinde, einer kleinen Stadt oder gar in Anklam oder Greifswald vor. Es müsste sich doch rechnen, wenn je Ort 6.000 Quadratmeter Dachfläche, mit Modulen verpachtet, belegt wären. Bemerkenswerte Energie-Zuwächse, Arbeitsplätze vor Ort und Zuzugs-Argumente müssten erzielt werden können, wenn darüber positiv in den Gemeinden entschieden werden würde“, so von Hagen.

„Anreize schaffen und Ängste nehmen“

Doch es gibt auch Unterstützer für das Solarparkprojekt, das das derzeit größte in ganz Deutschland werden soll. Gerade in den regionalen Facebook-Kanälen meldeten sich Befürworter zu Wort. So verwies der Nutzer Christian Doppelpack auf die finanziellen Aspekte und meinte, dass sich in diesem Zusammenhang auch günstige Strompreise für Anwohner, die Förderung der ortsansässigen Feuerwehr und des Sportvereins ergeben könnten. Man müsse Anreize schaffen und Ängste nehmen.

Markus Nitsche schrieb, es freue ihn, dass sich wirtschaftlich was bewege in der Region, Arbeitsplätze geschaffen würden und ansässige Firmen davon profitieren könnten.

Gespräche mit nur mäßiger Beteiligung

In der vergangenen Woche hatte die Anumar GmbH, die das Solarprojekt umsetzen will, zu Einzelgesprächen ins Anklamer Rathaus eingeladen. Doch Investor Alexander Klier hat dort nur einen einzigen Stretenser begrüßen können. Außerdem kamen zwei Anklamer, drei Bewohner aus Nachbargemeinden sowie einige Anfragen aus den Reihen der Stadtvertretung, sagte er dem Nordkurier.

Er sei ein Befürworter des offenen Bürgerdialoges, betonte Alexander Klier und ermutigte die Bürger, die Einzelgespräche im Februar wahrzunehmen. Dort könnten sie ohne Scham alle Beweggründe äußern und auch Details erfahren. Ein Argument, mit dem sich Klier eigenen Angaben zufolge häufig konfrontiert sah, war die Umwidmung von landwirtschaftlicher Nutzfläche. Es handele sich um die Bebauung für die nächsten 30 Jahre, betonte er, danach könnte die Fläche auch wieder an die Landwirtschaft zurückgeführt werden. Bürgerbedenken und Einzelheiten rund um die Gestaltung und Begrünung des Solarparks würden zudem auch noch nach dem Aufstellungsbeschluss im Rahmen des Planverfahrens erörtert und fundiert bewertet, kündigte der Investor an.

 

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