MILLIONENPROJEKT IM FELDVERSUCH

Continental sät Löwenzahn in Vorpommern

Ob dieser Samen aufgeht? Das Labor selbst ist noch nicht fertig, doch die Rohstoffproduktion läuft. Für das Forschungsprojekt von Continental in Anklam wurden die speziellen Löwenzahn-Pflanzen aufs Feld gebracht.
Carsten Schönebeck Carsten Schönebeck
Das Saatgut für den Löwenzahn muss exakt im Boden platziert werden - das machen computergesteuerte Maschinen, die jeden Samen einzeln erfassen.
Das Saatgut für den Löwenzahn muss exakt im Boden platziert werden – das machen computergesteuerte Maschinen, die jeden Samen einzeln erfassen. Carsten Schönebeck
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Anklam.

Das widrige März-Wetter hatte Frank Behm genau im Blick. Der Anbau-Fachmann koordiniert für Continental den Anbau von Russischem Löwenzahn in der Region um Anklam. Die erste Saat des Jahres wurde nun aufs Feld gebracht. Sieben Hektar Ackerland bei Stretense machten den Anfang.

Unkontrollierte Ausbreitung des Löwenzahns?

Aus der speziellen Züchtung des Russischen Löwenzahns will das Unternehmen Kautschuk gewinnen. Anbau, Ernte und Verarbeitung sollen hier in den kommenden Jahren optimiert werden. Mindestens seit 2015 hatte man mit Landwirten zusammengearbeitet – für erste Tests bei der Aussaat. Die ist gar nicht so einfach, wie es der Unkraut-Ruf der Pflanze nahelegt. „Die Samen sind sehr empfindlich und müssen sehr exakt im Boden platziert werden, um anzuwachsen“, erläutert Frank Behm.

Dass sich der Löwenzahn unkontrolliert in der Region ausbreitet, hält er für ausgeschlossen. „Ohne gezielte Aussaat und Aufzucht würde die Pflanze hier gar nicht wachsen. Sie hätte 10.000 Jahre gehabt, um in diese Region einzuwandern. Für das natürliche Wachstum stimmen aber die klimatischen Bedingungen nicht.“ Für das Projekt werden insgesamt rund 35 Millionen Euro investiert – rund ein Drittel kommt als Förderung aus öffentlichen Mitteln.

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