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Mindestens ein Kreistags-Mitglied hatte wohl eine Stasi-Vergangenheit

VonGabriel KordsDie Überprüfung aller Kreistags-Mitglieder auf ihre Stasi-Vergangenheit hat offenbar mindestens einen Fall ans Licht gebracht.Vorpommern.Das ...

VonGabriel Kords

Die Überprüfung aller Kreistags-Mitglieder auf ihre Stasi-Vergangenheit hat offenbar mindestens einen Fall ans Licht gebracht.

Vorpommern.Das hat man schon öfter gehört: „Beim nächsten Kreistag wollen wir die Kreistags-Mitglieder über die Ergebnisse der Stasi-Überprüfung informieren“, sagt Kreistags-Präsident Michael Sack (CDU). Genau das hatte Sack aber auch schon im Oktober 2012 versprochen – seitdem tagte der Kreistag stolze vier Mal, ohne dass das Thema konkret zur Sprache gekommen wäre. Aber einmal angenommen, dass es dieses Mal stimmt, was Sack verspricht: Dann kämen die Ergebnisse im Juni und damit mehr als 1,5 Jahre nach dem Kreistags-Beschluss, alle Kreistags-Mitglieder auf ihre Stasi-Vergangenheit zu überprüfen. „Das ist sicher nicht optimal gelaufen“, gibt Sack zu: „Vor allem, weil die Legislaturperiode ja auch schon im nächsten Jahr endet.“ Ursache sei auch gewesen, dass es seitens der Stasi-Unterlagenbehörde zu Verzögerungen gekommen sei. „Normale“ Bürger müssen bei der Behörde sogar mehrere Jahre auf ihre Untersuchungsergebnisse warten, gemessen daran ging es für die Kreistags-Mitglieder sogar noch fix. Ebenfalls für Verzögerungen sorgte das Ausscheiden von Christian Pegel (SPD) aus dem Kreistag. Für ihn rückte im Sommer Ibrahim Al-Najjar nach, dessen Überprüfung entsprechend länger dauerte.
Was Sack schon wissen lässt: „In einem Fall sah sich das Kreistags-Präsidium veranlasst, das Gespräch mit einem Kreistags-Mitglied zu suchen.“ Soll heißen: Mindestens in einem Fall hat die Überprüfung offenbar keine ganz weiße Weste ergeben. Das Gespräch sei am Rande der Kreistags-Sitzung im April geführt worden, sagte Sack. Nun stehe nichts mehr dagegen, die Kreistags-Mitglieder auf der nächsten Sitzung über die Ergebnisse zu informieren. Vorher will Sack auch nichts Näheres über die Resultate und das eine Kreistags-Mitglied verraten: „Es ist sicher naheliegend, dass wir die Kreistags-Mitglieder nicht über die Presse informieren wollen.“