Anja Müller ist oft in ihrer Flechtwerkstatt in Wolgast anzutreffen.
Anja Müller ist oft in ihrer Flechtwerkstatt in Wolgast anzutreffen. Louise Stauf
Neben Körben und Tabletts werden bei Anja Müller auch Deko-Artikel geflochten.
Neben Körben und Tabletts werden bei Anja Müller auch Deko-Artikel geflochten. Louise Stauf
Die Wahl-Wolgasterin Anja Müller vor ihrem Wohnhaus, in dem sich auch die Werkstatt und ein Verkaufsraum befinden.
Die Wahl-Wolgasterin Anja Müller vor ihrem Wohnhaus, in dem sich auch die Werkstatt und ein Verkaufsraum befinden. Louise Stauf
Die Flecht-Werkstatt liegt in einem idyllischen Garten, der für Besucher stets geöffnet ist.
Die Flecht-Werkstatt liegt in einem idyllischen Garten, der für Besucher stets geöffnet ist. Louise Stauf
Anja Müller belädt das Flechtmobil für ihr nächstes Projekt. Dieses Mobil können Interessierte auch b
Anja Müller belädt das Flechtmobil für ihr nächstes Projekt. Dieses Mobil können Interessierte auch buchen. Louise Stauf
Handwerk

Mobile Flechtwerkstatt in Vorpommern unterwegs

In der Wolgaster Flechtwerkstatt können Interessierte hautnah dabei sein, wenn Körbe, Tabletts und Deko entstehen. Ab sofort kommt Anja Müller mit ihrer Handwerkskunst aber auch in andere Orte.
Wolgast

In der Werkstatt duftet es nach Holz, und es herrscht eine ruhige Stimmung. Anja Müller sitzt in der Mitte des Raumes und widmet sich ihrem neuesten Flechtprojekt. „Der Raum hier ist aus einem alten Fahrradschuppen entstanden“, erzählt Anja Müller. „Mein Freund ist Zimmermann und hat mir die Werkstatt so umgebaut, dass ich hier nun meine Flechtkurse anbieten kann.“ Die urige Werkstatt gehört zu Anja Müllers Wohnhaus, das zu den Öffnungszeiten stets betreten werden kann.

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Die 50-Jährige kommt aus Meißen an der Elbe, seit fünf Jahren lebt sie in Wolgast. „Manchmal werde ich noch auf meinen Dialekt angesprochen, aber das passiert immer seltener“, lacht sie und fügt hinzu, dass sie sehr gerne in Vorpommern lebt. „Ich bin auch viel in Mecklenburg unterwegs, doch fühle ich mich in Vorpommern am wohlsten. Die Menschen hier sind wahnsinnig interessant, und es ist teilweise noch sehr traditionell, das mag ich sehr. Auch wenn man über die Grenze nach Polen oder runter nach Brandenburg fährt, findet man noch vieles, das sich gleicht, die Region ist sehr charakteristisch.“

Sie hatte sich in das alte Fachwerkhaus verliebt

Nach Wolgast zog es sie auch, weil sie sich in das alte Fachwerkhaus in der Schusterstraße verliebt hatte. „Wolgast ist ein Schatz, ich wünsche mir für die Stadt, dass das alle sehen können und hier noch viel mehr passiert und sich die Menschen mehr engagieren möchten. Viele ziehen hier weg, aber warum?“, so die Neu-Vorpommerin.

Gelernt hat Anja Müller einen kaufmännischen Beruf, in dem sie jahrelang arbeitete. Vor knapp 14 Jahren machte sie aus Neugierde einen Flechtkurs und entdeckte damit eine erfüllende Leidenschaft, mit der sie sich schließlich als Kleinunternehmerin selbstständig machte. Heute bietet sie Workshops für verschiedenste Zielgruppen an: Kindergeburtstage, Pflegeheime, Schulen, sogar für Firmenfeiern und Hochzeiten wurde sie schon gebucht. Auch auf Kunsthandwerkermärkten in der Region ist sie mit ihren Flechtwerken anzutreffen.

Besonders gern ist die Handwerkerin in Schulen unterwegs: „Ich gebe regelmäßig in Förderklassen Flechtkurse und sehe, wie gewinnbringend die Handarbeit für die Kinder ist. Auch in den höheren Klassen konnte ich beobachten, wie das Flechten die Kinder und Jugendlichen zusammenschweißt. Sie brauchen ein regelmäßiges Angebot, auf das sie sich verlassen können und wo sie einen geschützten Raum haben. Ich hoffe jetzt sehr, nach der Corona-Zeit wieder mehr an Schulen gehen zu können.“ Denn die Pandemie habe auch das Flechtbusiness stark ins Wanken gebracht. Regelmäßige Termine mussten abgesagt werden.

Schulen, Firmen, Privatpersonen können sie buchen

Doch es geht schon wieder bergauf: Anja Müllers neueste Errungenschaft ist das Flechtmobil – ein umgebauter barrierefreier Transporter, in dem sie ihre Werkstatt im Handumdrehen mitnehmen kann und Interessierten das Flechthandwerk näherbringen möchte. Das können sowohl Privatpersonen als auch Schulen, Vereine und Firmen sein. So möchte sie allen Menschen die Möglichkeit bieten, in den Genuss des Flechtens zu kommen, auch denjenigen, die nur eingeschränkt mobil sind.

Wer die Flechterin und ihr Flechtmobil kennenlernen möchte, kann dies am 28. Mai beim Hoffest der Lohnmosterei in Postlow oder vom 4. bis 6. Juni bei Kunst:Offen tun. Weitere Termine finden sie hier

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