Wegen der Tierseuche wurde im Raum Anklam ein Sperrbezirk eingerichtet.
Wegen der Tierseuche wurde im Raum Anklam ein Sperrbezirk eingerichtet. NK-Montage/Archiv-Fotos: K. Riemer, S. Sauer
Tierseuche

Nach Rinderherpes-Ausbruch bei Anklam läuft jetzt Kontaktverfolgung

Der vom Rinderherpes-Virus BHV-1 betroffene Betrieb im Raum Anklam verkauft seine Tiere ins In- und Ausland. Einige von ihnen müssen wohl getötet werden.
dpa
Anklam

Im Zusammenhang mit einem Rinderherpes-Fall in der Region Anklam  ermitteln die Veterinärbehörden alle Kontaktbetriebe in Deutschland und den Niederlanden. Das sei nötig, um die Tierseuche BHV-1 möglichst schnell einzugrenzen, sagte der Leiter des Kreisveterinäramtes Holger Vogel am Dienstag. Betroffen ist ein Zuchtbetrieb für Jungkühe, der etwa 1.000 Tiere an mehreren Standorten hat. In solchen Zuchtbetrieben werden junge Kühe bis zu einer bestimmte Größe gehalten, bevor sie zu Milchviehbetrieben kommen. Bisher seien Kontaktbetriebe in den Landkreisen Rostock und Vorpommern-Rügen sowie in Holland bekannt.

Seuche womöglich aus den Niederlanden eingeschleppt?

Es bestehe der Verdacht, dass das Virus aus den Niederlanden eingeschleppt wurde, die nicht als BHV-1-frei gelten. „Deutschland gilt eigentlich als Rinder-Herpes-freies Gebiet“, erläuterte Vogel. Dieser Status werde festgelegt, wenn innerhalb einer bestimmten Zeit kein BHV-1-Fall in Rinderbeständen war. Erst vor wenigen Monaten habe es allerdings auch einen Rinder-Herpes-Fall in Nordrhein-Westfalen gegeben.

Für den Fall bei Anklam wurde inzwischen ein Drei-Kilometer-Sperrgebiet festgelegt, das unter anderem Bugewitz und Neu Kosenow betrifft. Rinderhalter dürfte dort nicht mit Tieren handeln. Besonders stark unter der Krankheit leidende Rinder müssten getötet werden, erläuterte Vogel. Bei Rindern, die nur das Virus und sonst keine Symptome haben, werde eine „wirtschaftliche Verwertung zugelassen.“

Erkrankung ist für Menschen nicht gefährlich

Die Tierseuche BHV 1 (Bovine Herpes Virus) gilt als hochansteckend und kann bei den Tieren zu Fieber, Fehlgeburten und einer geringeren Milchleistung führen. Für Menschen ist sie ungefährlich.

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