Unbekannte haben mitten in der Nacht das Privathaus von Matthias Manthei mit Steinen beworfen. Der rief sofort die Polizei, musste dann aber lange Zeit warten, bis die Beamten eintrafen.
Unbekannte haben mitten in der Nacht das Privathaus von Matthias Manthei mit Steinen beworfen. Der rief sofort die Polizei, musste dann aber lange Zeit warten, bis die Beamten eintrafen. Daniel Reinhardt
Haus von Matthias Manthei attackiert

Nach Steinwurf: AfD sauer auf lahme Polizei

Der Steinwurf auf das Haus des AfD-Politikers Matthias Manthei hat ein Nachspiel: Manthei wartete danach eine Dreiviertelstunde auf die Polizei – eine "Zumutung", wie er findet. Und auch die Polizei räumt ein: Schön sind die nächtlichen Wartezeiten wirklich nicht.
Vorpommern

Nach dem Steinwurf auf sein Privathaus hat der AfD-Landessprecher Matthias Manthei den Polizeieinsatz kritisiert. Was er in jener Nacht erlebt habe, mache ihn fast noch besorgter als der Angriff selbst: Mehr als eine Dreiviertelstunde habe er auf die Polizei gewartet. Zum Tatzeitpunkt sei er mit seiner Frau und den Kindern im Haus gewesen.

Nach seiner Darstellung wählte er gegen 1.10 Uhr den Notruf, nachdem er die Scheibe klirren gehört hatte: "Ich habe sofort angerufen, weil ich ja nicht genau wusste, was los war. Es hätten auch Einbrecher am Werk sein können." Während Manthei auf die Polizei wartete, verschaffte er sich ein Bild von der Lage und stellte fest, dass offenbar "nur" ein Stein in einem Fenster seines Hauses gelandet war.

Es stand kein Polizeiwagen zur Verfügung

Genau das berichtete er auch, als einige Minuten nach seinem Notruf das Greifswalder Polizeihauptrevier anrief. "Darauf hat mir der Beamte am Telefon erklärt, dass er derzeit leider keine Wagen frei habe. Daher werde sich eine Streife aus Heringsdorf auf Usedom auf den Weg machen." Erst nach 2 Uhr, also mehr als eine Dreiviertelstunde später, seien die Polizeikräfte gekommen.

Polizei erklärt Vorgehen

Die zuständige Polizeiinspektion Anklam bestätigt Mantheis Schilderung im Wesentlichen. Ihr Sprecher Axel Falkenberg betont zwar, die Zählung der Polizei komme auf 39 Minuten Wartezeit. Auch sei zwar in der Tat ein Streifenwagen von Usedom aus losgefahren, dieser sei letztlich wieder umgekehrt, weil die Greifswalder Polizisten den Einsatz dann doch hätten übernehmen können.

"Die Greifswalder waren zuvor mit einer Schlägerei beschäftigt", sagt Axel Falkenberg: "In so einer Lage ist völlig klar, dass die Einsatzleitstelle diesem Einsatz den Vorrang gibt." Immerhin habe man sich telefonisch vergewissert, dass in Wackerow niemand mehr akut bedroht gewesen sei.

Derweil gab es in der Nacht zu Freitag bereits den nächsten Vorfall mit mutmaßlich politisch motivierter Gewalt in Greifswald. In der Stralsunder Straße brannte das Auto eines Greifswalder Kommunalpolitikers, der sich seit Jahren in der linksalternativen Szene engagiert.

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