Einige direkte Anwohner des neuen McDonald’s machten sich in der jüngsten Sitzung der Anklamer Stadtvertreter Luft.
Einige direkte Anwohner des neuen McDonald’s machten sich in der jüngsten Sitzung der Anklamer Stadtvertreter Luft. Beschwerden über Lärm, die verdreckte Straße und grelle Scheinwerfer auf der Baustelle in der Nacht wurden dort vorgebracht. NK-Montage/Fotos: Archiv
Die McDonald’s-Baustelle in Anklam Ende Januar.
Die McDonald’s-Baustelle in Anklam Ende Januar. Anne-Marie Maaß
Das Archivbild zeigt, wie viele Bäume für die McDonald’s-Filiale weichen mussten.
Das Archivbild zeigt, wie viele Bäume für die McDonald’s-Filiale weichen mussten. NK-Archiv/Schulz
Von Baustelle genervt

Nachbarn von Anklamer McDonald’s klagen über Lärm und Dreck

Von Vorfreude auf den bald öffnenden Fastfood-Riesen in Anklam kann bei den direkten Anliegern nicht die Rede sein. Manche haben schon jetzt die Nase gestrichen voll.
Anklam

Während manche Anklamer schon dem ersten Burger in der neuen McDonald’s-Filiale an der Ortsumgehung entgegenfiebern, sorgt die Baustelle bei den direkten Anwohner des Schnellrestaurant für Frust und Ärger. Und genau diesem machten nun einige von ihnen in der jüngsten Sitzung der Anklamer Stadtvertreter Luft.

Beschwerden über Lärm, die verdreckte Straße vorm Haus und grelle Scheinwerfer auf der Baustelle in der Nacht wurden dort vorgebracht. Zudem zweifeln die Anwohner an der Rechtmäßigkeit der erfolgten Baumfällungen auf dem McDonald’s-Gelände. Gehört fühlen sie sich bislang von der Stadtverwaltung nicht. Da konnten auch die Antworten von Bürgermeister Michael Galander nun nur teilweise befriedigen, da er diese recht allgemein hielt.

Jetzt ansehen: So soll die neue Anklamer McDonalds-Filiale von innen aussehen

Bauarbeiten sind sowieso bald beendet

Dennoch wurde die Botschaft des Bürgermeisters klar: Es könne davon ausgegangen werden, dass Bauarbeiten und Baumfällungen rechtmäßig vonstatten gingen und mit der zuständigen Behörde des Landkreises abgestimmt seien. Über die zeitweise Nutzung des städtischen Grünstreifens für die Baustelleneinrichtung gebe es ein Einvernehmen mit der Stadt, wie dies auch auf anderen Baustellen üblich sei, sagte Galander.

Den Matsch und Dreck durch die Baufahrzeuge auf der Anliegerstraße wertete der Bürgermeister zudem als zeitweise hinzunehmende Einschränkung. Zumal die Bauarbeiten auch demnächst beendet sein sollten, da das Restaurant bereits im März öffnen will. Bei weiteren Problemen vor Ort empfahl der Bürgermeister, besser direkt mit den Bauarbeiten zu sprechen, um kurzfristige Lösungen zu finden.

Michael Randow vom städtischen Bauamt betonte auf Nordkurier-Nachfrage, dass der Zustand der kommunalen Straße zu den anliegenden Wohnhäusern im Rahmen der Bauabnahme geprüft werde, für weitere Anliegen sei die Stadt nicht zuständig.

Im sehr wohl zuständigen Umweltamt des Landkreises Vorpommern-Greifswald lagen indes keine Eingaben von Bürgern zu der Baustelle vor. Alle weiteren naturschutzrechtlichen Genehmigungen seien zudem erteilt, hieß es von dort.

Baumfällungen mit Ökopunkten ausgeglichen

„Für die Umsetzung des Bauvorhabens war die Beseitigung des Gehölzbestandes unvermeidbar. Dieser Eingriff wurde nach naturschutzfachlichen Kriterien bewertet. Die Beseitigung der Gehölze ist durch Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege umfassend zu ersetzen. Außerdem ist die Versiegelung von Bodenflächen für Restaurant, Nebenflächen und Erschließung durch Naturschutzmaßnahmen zu kompensieren, weil sich das Bauvorhaben im baurechtlichen Außenbereich befindet. Durch die geplante Errichtung des 40 Meter hohen Werbepylons kommt es des Weiteren zu Eingriffen in das Landschaftsbild, die zu Kompensationsmaßnahmen verpflichten”, hieß es zum bisherigen Verfahren.

NK-Grafik: Höhe des Steintors, der Zuckerfabrik, der Nikolaikirche, Marienkirche und des geplanten Ikareums sowie des McDonald’s-Werbemastes in Anklam.

Zudem sei es dabei zulässig, den oben beschriebenen Eingriff durch Kauf von sogenannten Ökopunkten zu kompensieren. Den Erwerb der "Ökopunkte” habe der Bauherr inzwischen beim Landkreis nachgewiesen. „Damit sind die Eingriffe durch Beseitigung von Gehölzen, Flächenversiegelung und Landschaftsbildbeeinträchtigung kompensiert”, teilte das Umweltamt mit.

Als weitere Auflage müssen nun noch bis zum Frühjahr 2023 vier Bäume als Ersatzmaßnahme gepflanzt werden, da für die Lärmschutzwand zusätzlich eine Winterlinde, eine Kastanie und eine Hainbuche auf dem Areal gefällt wurden. „Dafür wurde nach Erteilung der Baugenehmigung eine weitere gesonderte Naturschutzgenehmigung erteilt”, so der Landkreis. Weitere offene Fragen würden sich darüber hinaus derzeit nicht ergeben.

Mehr lesen: ▶ Alte Bäume müssen auch wegen Birkenstock-Werk weichen

 

 

zur Homepage