BRÜCKENBAU KARNIN

Neue Bahnstrecke nach Usedom auf dem Prüfstand

Über Jahre haben die Usedomer Eisenbahnfreunde für eine neue Verkehrspolitik in der Region gekämpft, jetzt zeichnet sich ein Erfolg ab: Im Entwurf für den neuen Landeshaushalt stehen fast drei Millionen Euro für ihr Anliegen.
Matthias Diekhoff Matthias Diekhoff
Die Karniner Eisenbahn-Hubbrücke wurde gegen Ende des Zweiten Weltkrieges zerstört und ragt seitdem als Ruine aus dem
Die Karniner Eisenbahn-Hubbrücke wurde gegen Ende des Zweiten Weltkrieges zerstört und ragt seitdem als Ruine aus dem Wasser. Eine neue Brücke könnte durch sie hindurchführen. Stefan Sauer
Karnin.

Die Usedomer Eisenbahnfreunde sind bei ihren Bemühungen um die Wiederbelebung der Eisenbahnstrecke von Ducherow nach Swinemünde/Heringsdorf einen wichtigen Schritt vorangekommen. Das Landeskabinett hat kürzlich den Haushaltsentwurf für die Jahre 2020 beschlossen, in dem auch 2,8 Millionen Euro, verteilt auf zwei Jahre, für die Vorplanung der Bahnstrecke enthalten sind. Damit könne erstmals festgestellt werden, welche Kosten das Projekt verursachen und welchen wirtschaftlichen Nutzen es haben würde, erklärte Kreistagsmitglied Günther Jikeli (SPD), der dem Verein der Eisenbahnfreunde vorsitzt. Mit diesen Berechnungen könne man sich dann um eine neue Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan bemühen. Eine bisherige grobe Schätzung der Bahn geht von Kosten in Höhe von 95 Millionen Euro aus.

Die alte Hubbrücke soll nicht wieder fit gemacht werden

Gegenstand der Vorplanung sei sowohl die Tragfähigkeit der noch nicht entwidmeten Bahnstrecke auf dem Festland und der Insel Usedom als auch eine neu zu errichtende Eisenbahnbrücke. Denn keineswegs solle es darum gehen, die alte Hubbrücke wieder funktionsfähig zu machen. „Diese soll nach bisheriger Auffassung der Bahningenieure durchfahren werden. Landseitig soll dann über die jetzige Fahrrinne eine Klappbrücke gebaut werden“, erläutert Jikeli. Wichtig sei zudem, dass auch die Trasse auf der polnischen Seite untersucht werde, wobei es sich jedoch nicht mehr um die ursprüngliche Strecke handele. „Eine Vorplanung ohne den polnischen Teil wäre sinnlos“, sagt der Vereinsvorsitzende.

Eine Eisenbahn-Südanbindung könnte Pendlern das Leben erleichtern

2021 könnten diese Vorplanungen abgeschlossen sein. Und auch wenn der aktuelle Bundesverkehrswegeplan bis 2030 festgeschrieben sei, müsse man nicht so lange warten, um die Strecke dort unterzubringen, was bedeuten würde, dass der Bund und eventuell die Europäische Union (EU) die Finanzierung übernehmen. Das sei aus gewichtigen Gründen auch außer der Reihe möglich. Ein solcher Grund könne die für das Jahr 2022 geplante Fertigstellung des Swine-Tunnels sein, so Jikeli. Damit würden nämlich noch mehr Autos auf die jetzt schon überlastete Insel rollen. Durch eine Eisenbahn-Südanbindung könnten bis zu 25 Prozent der Autos bei der Anreise auf die Insel Usedom eingespart werden, schätzen die Usedomer Eisenbahnfreunde. Zudem könnte die Strecke den Pendlern aus der Region um Anklam, Ueckermünde und Pasewalk die Fahrt zum Arbeitsplatz erleichtern.

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Kommentare (2)

Was soll der Quatsch, keine neuen Verkehrsprojekte , bis der BER fertiggestellt ist! Das die Politik und die Bauplaner zu dämlich sind, hat sich ja schon bei der Hamburger Philharmonie gezeigt, das wird wieder ein Endlosprojekt.

74 Jahre, hatte man Zeit gehabt, wo jetzt nichts mehr brauchbares, zu Retten ist, verdient man am meisten.